Bruno Kezmann biegt von der Strasse Stansstad–Bürgenstock in die Einfahrt ab. Über der Blechtür prangen die Lettern EWN – Elektrizitätswerk Nidwalden. Er schliesst auf und steht vor dem Kipptor aus 105 Tonnen Beton. Hier beginnt sein Artilleriewerk Chilchlidossen, die Festung, die er der Armee für rund 100'000 Franken abgekauft hat. Die Wendeltreppe und ein Lift – so solid gebaut, wie das nur die Armee tut – führen in die unteren zwei Stockwerke. Enge Korridore, die immer wieder die Richtung wechseln, führen zu den vier 10,5-Zentimeter-Kanonen und den beiden Flabgeschützen in der senkrechten Felswand über dem Vierwaldstättersee.

Kezmann hat die Fläche seines neuen Reichs ausgemessen: 7000 Quadratmeter. Verbindungsgänge, Munitionsmagazine, ein Operationssaal mit Krankenzimmer, Befehlszentrale, ein kombinierter Schlaf-, Ess- und Aufenthaltsraum, Offiziers- und Unteroffiziersunterkünfte, Trinkwasserreservoir, ein Maschinenraum für die Strom- und Wasserversorgung – 300 Soldaten hätten hier autonom monatelang Widerstand leisten können. Gebaut wurde das Werk im Zweiten Weltkrieg, in den fünfziger Jahren wurde erweitert.

Der Zweck der Festung ist nach wie vor derselbe: Sicherheit. «Auf Servern speichere ich für meine Kunden hochsensible Daten», sagt Kezmann. Die Rechner liegen bis zu 300 Meter unter dem Fels, geschützt gegen atomare, chemische oder biologische Anschläge. «Eine Trumpfkarte im Orient», sagt Kezmann, «dort gilt die Schweiz als sicherstes Land.»

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