Anfang der neunziger Jahre war der damalige Honorarkonsul von Honduras in Zürich in eine Atomschmuggelaffäre verwickelt. Der Kaufmann hatte versucht, ihm anvertrautes Uran zu verkaufen. Vom Bezirksgericht Zürich kassierte der Exkonsul dafür 5000 Franken Busse wegen Versuchs der Widerhandlung gegen das Atomgesetz.


Ein weiterer Uranschmuggel, an dem 1993 der Honorarkonsul Namibias beteiligt war, sorgte für diplomatische Verwicklungen mit Südafrika. Denn der Mann war ein enger Vertrauter des Ex-Geheimdienstchefs Peter Regli.


1994 platzte in den USA eine internationale Geldwäschereiaffäre mit Schweizer Beteiligung. Rund 45 Millionen Dollar an kolumbianischen Drogengeldern flossen unter Mithilfe eines Zürcher Treuhänder-ehepaars über Zürcher Bankkonten. Zu den Drahtziehern des Drogen- und Geldwäscherrings gehörte auch der Honorarkonsul von Bulgarien in den USA.


Im Sommer 1996 wurde in den USA der frühere Schweizer Topbanker Karl G. Burkhardt verhaftet. Die amerikanische Drogenbehörde DEA bezeichnete Burkhardt, der in Zürich als Honorarkonsul von El Salvador amtete, als «Geldwäscher von Weltformat». Gegenüber einem verdeckten DEA-Ermittler hatte Burkhardt sich bereit erklärt, gegen 20 Prozent Kommission angebliche Drogengelder über liechtensteinische Konten zu waschen.


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1998 geriet Karl Morizzo, der Schweizer Honorarkonsul in Nicaragua, ins Gerede: Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern in Millionenhöhe erlassen. Morizzo stellte daraufhin sein Amt zur Verfügung.


Ebenfalls 1998 kritisierte die Wirtschaftszeitung «Cash» das Geschäftsgebaren des Tessiners Antonio Corbi, der in Kasachstan als Schweizer Honorarkonsul amtet: Der Amtsträger sei möglicherweise in undurchsichtige Finanztransaktionen in Liechtenstein verwickelt.


Im gleichen Jahr sorgte der designierte Honorarkonsul von Kasachstan in der Schweiz, Behgjet Pacolli, für Schlagzeilen: Das EDA verweigerte dem Tessiner Bauunternehmer zweimal die Exequatur. Wenig später wurde bekannt, dass Pacolli mit einer gigantischen Bestechungsaffäre in Russland in Verbindung gebracht wird.


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Ende 1998 liess die Genfer Justiz den früheren Honorarkonsul von Paraguay in Genf an die Schweiz ausliefern. Grund für den Haftbefehl: Dem argentinischen Staatsbürger wurde vorgeworfen, Paraguay um 70 Millionen Dollar betrogen zu haben.


Ein weiterer designierter Honorarkonsul Kasachstans geriet 1999 in die Wirren rund um Raffaele K., die Hauptfigur in einer grossen Baselbieter Justizaffäre.