Was sind die Ursachen von Übergewicht? Lange waren es die «bösen» Kohlenhydrate in Nudeln und Brot. Dann boomten die Low-Fat-Bücher nach dem Motto «Fett macht fett». Und jetzt dies: Neue Studien aus den USA behaupten, dass Menschen, die sich fettarm ernähren, ein gesundheitliches Risiko eingehen.

Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass die Amerikaner in den letzten Jahren ihren durchschnittlichen Fettkonsum um rund 15 Prozent senken konnten aber noch genauso häufig einen Herzinfarkt erleiden wie früher. Gleichzeitig konsumieren die Amerikaner seit den achtziger Jahren immer mehr Kohlenhydrate und die Zahl der Übergewichtigen und Diabeteskranken stieg deutlich an.

Wichtig ist die Energiebilanz

Was liegt da näher, als die bisherigen Glaubenssätze umzustürzen: Plötzlich sind die Kohlenhydrate «böse» und die Fette «gut». Statt Brot, Nudeln und Kartoffeln sollen Würste, Doppelrahmkäse und Schokoladenmousse Übergewicht und Herz-Kreislauf-Krankheiten verhindern. Doch so einfach ist das nicht. Wer wirklich abnehmen will, sollte ein paar Zusammenhänge kennen. In erster Linie muss die Energiebilanz stimmen. Das bedeutet: Der Kalorienverbrauch sollte mindestens gleich gross sein wie die Kalorienaufnahme andernfalls nimmt man zu.

Doch wie viel wir essen, ist nur das eine. Ebenso wichtig ist, was wir essen. Erwachsenen Personen wird allgemein ein Fettkonsum von 50 bis 80 Gramm pro Tag empfohlen ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Doch es sollten nicht irgendwelche Fette sein, sondern hochwertige wie Oliven- oder Rapsöl. Sie helfen, Herz und Kreislauf zu schützen.

Genauso bewusst sollten die Kohlenhydrate ausgewählt werden. Erwünscht sind solche mit einem tiefen glykämischen Index. Dieser besagt, wie rasch und hoch der Blutzucker- und mit ihm der Insulinspiegel nach einer Mahlzeit steigen. Einen tiefen Anstieg bewirken Vollkornprodukte, Früchte, Gemüse und Salat. Mass halten sollte man hingegen bei Weissbrot, Weissmehlgebäck und Süssigkeiten. Denn diese raffinierten Kohlenhydrate treiben Blutzucker- und Insulinspiegel rasch und kräftig in die Höhe.

Der Energieschub hält aber nicht lange an, der Körper braucht Nachschub. In den Fettzellen wäre zwar genügend Energie vorhanden, doch wegen des hohen Insulinspiegels können diese nicht angegriffen werden. Hungrig machen wir uns über die nächste Portion Kohlenhydrate her der Kreislauf beginnt von neuem, der Fettspeicher wächst.

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Nach 16 Uhr nichts mehr essen

Die Fettzellen werden erst dann angegriffen, wenn längere Zeit kein Nachschub an Kohlenhydraten erfolgt. Genau deswegen propagieren Ernährungsspezialisten das so genannte Dinner Cancelling: An mehreren Abenden pro Woche wird nach 16 Uhr nichts mehr gegessen. Dies gibt dem Körper Zeit, die eigenen Fettdepots anzugreifen, statt sich den nachgeschobenen Kohlenhydraten zu widmen das Gewicht kann sinken. Wem das zu hart ist, sollte zumindest ab 19 Uhr die Hände von Kühl- und Küchenschrank lassen.

Was ist nun «gut», was «böse» die Fette oder die Kohlenhydrate? Die Antwort lautet: weder noch. Denn bei beiden finden sich gute und böse.

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