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FamilienausflugMit Kindern über Stock und Stein

Gibt es unterwegs genug zu sehen, wandern auch Kinder gern. Erlebniswege, abwechslungsreiche Routen oder die Übernachtung in einer Berghütte machen den Ausflug mit der ganzen Familie zum Erlebnis.

Langeweile war gestern: Abwechslungsreiche Erlebniswege sind auf Wanderungen die Rettung für Kinder und Erwachsene.
von aktualisiert am 03. Juli 2017

Der kleine Kristall Grims lebt seit Millionen von Jahren in einer Höhle. Er langweilt sich, er will raus an die frische Luft. Als zwei Kinder mit ihrem Vater seine Kristallkluft entdecken, nutzt der pfiffige Grims die Gunst der Stunde und lässt sich an einem Rucksackbändel nach draussen ziehen, und sein Abenteuer auf dem Kristallweg beginnt.

Man findet den kleinen Grims, wenn man mit dem Postauto von Meiringen bis Grimsel Hospiz fährt. Idealerweise liest man zuvor «Grims – ein Ausreisser auf dem Kristallweg», die literarische Vorlage für den Kristall-Erlebnisweg. Bei diesem Bergabwärts-Abenteuer können Kinder allerhand entdecken: Staumauern und Seen, Gletschermühlen und viele glitzernde Steine. In den Rucksack gehören deshalb neben Früchten, Brot, Käse und Wurst auch Hammer und Meissel.

Themen- und Erlebniswege liegen im Trend. Sie erleichtern Kindern den Zugang zu Natur und Kultur und helfen, Wissen zu vermitteln – auf spielerische Art und Weise, bei der auch Spass und Action nicht zu kurz kommen (siehe «14 Tourentipps für Familien»)

Wanderungen für Kinder nach dem Alter richten

Auch ein gewöhnlicher Wanderweg wird, sofern er phantasiereich gestaltet ist, zum Erlebnispfad. Verschlungene Pfade regen die Neugier an, und auf einer abwechslungsreichen Tour mit ausreichend Spielpausen entdecken Kinder die Wunder am Wegesrand ganz von selbst: Bäche zum Stauen, Seen zum Baden, griffige Kletterfelsen, Tiere und Pflanzen, Feuerstellen, bei denen es um die Wurst geht.

Eine Wanderung muss immer dem Alter und dem Können der Kinder angepasst sein. Für Kleinkinder ab dem Sitzalter ist eine Kindertrage in Rucksackform das optimale Transportmittel. Auch im Alter von zwei bis drei Jahren müssen Kinder zwischendurch getragen oder mit dem Kinderwagen gefahren werden. Verschiedene Tourismusorte warten deshalb auch mit kinderwagengängigen Wanderwegen auf. Kinder im Vorschulalter sind in der Lage, drei bis vier Stunden zu wandern. Tagestouren mit einer reinen Gehzeit von rund fünf Stunden sind mit sechs- bis zehnjährigen Kindern möglich. Ab zehn Jahren können geübte Kinder auch auf anspruchsvollere Bergwanderungen mitgenommen werden. Die Eltern sollten aber immer genügend Zeitreserven einplanen. Auch ist es sinnvoll, Kinder ab einem gewissen Alter in die Ausflugsplanung einzubeziehen.

Die Erlebnisse in der Höhe sind so einfach wie wertvoll: nach dem Abendessen zusammensitzen, miteinander spielen, den Sternenhimmel betrachten. Gute Informationen und Wegbeschreibungen zu familienfreundlichen Berghütten finden sich in der Broschüre «Höhenflüge» des Schweizer Alpen-Clubs (siehe unten «Weitere Infos»).

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit ...

Eine gute Ausrüstung brauchen Kinder genauso wie die Grossen. Die passenden knöchelhohen Berg- oder Trekkingschuhe müssen eine gute Profilsohle haben. In den Rucksack gehören Regenschutz, Ersatzhose und Pullover oder Faserpelz, für Touren in höheren Lagen auch Handschuhe und Mütze.

Kinder tragen gern selbst einen Rucksack, dieser sollte aber nicht überladen werden. Den Grossteil der Last schleppen die Erwachsenen. In den Kinderrucksack gehören persönliche Dinge wie Kuscheltier, Sackmesser, die eigene Trinkflasche, eine Taschenlampe für die Übernachtung. Und gegen ein Päckchen Gummibärchen als Motivationsspritze haben auch Ernährungsexperten nichts einzuwenden.

Für die gesunde Zusammensetzung der Verpflegung inklusive ausreichend Flüssigkeit sind selbstverständlich die Eltern verantwortlich. Bei zweitägigen Touren kann man hier Gewicht sparen. Denn nichts schmeckt nach einer erlebnisreichen Wanderung besser als ein Abendessen auf der Hütte.

  • Grimselwelt: Kristallweg (BE)
    Die Wanderung auf dem alten Säumerweg zwischen dem Historischen Alpinhotel Grimsel Hospiz und dem Hotel und Naturresort Handeck führt durch eines der reichhaltigsten Mineraliengebiete der Alpen.
    Dauer: 3 bis 4 Stunden
    Kristallweg
     
  • Schnitzeljagd Lucky Luke (VS)
    Diese zwei Schnitzeljagden ermöglichen es, die Gegend von Ovronnaz sowie die Abenteuer des Helden auf spielerische Weise zu entdecken. Beide Strecken verlaufen über die offiziellen Wanderwege. Ein Handkoffer mit Postenplan und Fragebogen ist gegen eine Gebühr beim ­Tourismusbüro erhältlich.
    Ideal für: ab etwa 6 Jahren
    Dauer: kurze Schnitzeljagd 2,5 Stunden, längere Schnitzeljagd 3 bis 4 Stunden
    Schnitzeljagd Lucky Luke
     
  • Murmeli-Trail Betelberg (BE)
    Eine Entdeckungsreise in die Welt der Murmeltiere: keine anstrengende Wanderung, sondern ein erlebnisreicher und verspielter Trail für alle grossen und kleinen Kinder. Der Weg führt von der Bergstation Leiterli zur Mittelstation Stoss und ist auch für geländetaugliche Kinderwagen geeignet.
    Ideal für: ganze Familie
    Dauer: 1,5 Stunden; ab Mitte Juni
    Murmeli-Trail
     
  • Barfuss gehen bei Gonten (AI) und Krummenau (SG)
    Durch das Gontner Hochmoor oder auf dem Hochplateau Rietbach oberhalb von Krum­menau: Für einmal sind Sohlen und Zehen zuständig für die Sinneseindrücke.
    Ideal für: die ganze Familie
    Länge: 5 km bzw. 13 km
    Barfussweg Gontner Hochmoor
    Barfussweg Hochplateau Rietbach
     
  • Im Reich der Klänge im Toggenburg (SG)
    Vogelgesang, Kuhglocken oder verschiedene Instrumente – Spaziergänger erfahren allerlei über Klänge. 25 verschiedene Klanginstallationen können ausprobiert werden. Texttafeln ergänzen die Erlebnisse.
    Ideal für alle Altersgruppen
    Länge: 7,5 km (zwei Etappen und eine Erweiterung)
    Klangwelt Toggenburg
     
  • Knobeln auf dem Chnobelweg bei Hemberg (SG)
    Denken und tüfteln ist auf dem Chnobelweg angesagt: Wie bastle ich ein «schwebendes» Dach aus Nägeln, wie eine Pyramide aus zwei Holzklötzen oder einen Würfel aus einem Windrad?
    Ideal für: Kinder ab 7 Jahren
    Länge: 3 km (leichter Wanderweg, nicht kinderwagentauglich)
    Dauer: 1,5 Stunden
    Chnobelweg
     
  • Spielen auf dem Märchenweg im Diemtigtal (BE)
    Der Rundweg erzählt die Geschichte von Grimmimutz und der bösen Pfefferhexe. Die Posten laden aber auch zum Spielen ein und bringen Kindern die Natur näher.
    Ideal für: Kinder ab 3 bis 4 Jahren
    Länge: 3,3 km
    Dauer: 1,5 Stunden
    Erlebnisweg Grimmimutz
     
  • Zwergen-Abenteuer auf dem Hasliberg (BE)
    Der Klassiker: Die Kinder spielen die Abenteuer der Haslizwerge nach und schaukeln sogar durch die Luft. Beide Zwergenwege, Mägisalp-Bidmi und Käserstatt-Lischen, führen leicht abwärts. Gutes Schuhwerk wird dennoch empfohlen.
    Ideal für: Kinder von 4 bis 10 Jahren
    Länge: 5 km / 3 km
    Dauer: 2 Stunden / 2 Stunden
    Muggestutz
     
  • Forschen auf der Alp Flix ob Savognin (GR)
    Auf der Alp Flix erforschen Wissenschaftler die Biodiversität – und Kinder können es ihnen gleich tun. Mit einem Forscherkit (38 Franken) ausgerüstet begeben sie sich auf einen Parcours und erkunden die Artenvielfalt auf der Alp.
    Ideal für: Kinder von 7 bis 12 Jahren
    Dauer: etwa 3 Stunden
    Forscherparcours Alp Flix
     
  • Mit Globi lernen, Lenzerheide (GR)
    An 14 Posten entlang einem Höhenweg lernen Kinder (und Erwachsene) Wissenswertes über die Natur in der Region. Wer beim Globi-Quiz mitmachen will, bezieht gegen Depot (50 Franken) einen Rucksack mit Material zum Basteln, Raten und Schreiben.
    Ideal für: Kinder von 4 bis 12 Jahren
    Länge: 3,9 km (kurzer Weg, mit Kinderwagen begehbar) respektive 7,7 km (längste Route)
    Dauer: zwischen 1,5 und 3,5 Stunden
    Globi-Wanderweg
     
  • Den Bären kennenlernen im Val Müstair (GR)
    Im Schweizer Nationalpark führen die Themenwege «Süls stizis da l’uors» auf die Spuren der Bären. Einige Etappen richten sich speziell an Kinder – aber auch Erwachsene dürften Freude haben, wenn ihre Kinder mit Kuhschellen den Bärenblues spielen.
    Ideal für: die ganze Familie
    Länge: von 4 bis 22 km, je nach Route
    Bärenthemenweg
     
  • Auf dem Gäggersteg durch den Wald bei Schwarzenburg (BE)
    1999 verwüstete der Sturm Lothar auch die Waldflächen des Gägger im Gantrisch-Gebiet. Ein Steg führt durch das Gebiet, das seither der Natur überlassen wird.
    Ideal für: die ganze Familie
    Dauer: ca. 1,5 Stunden
    Gäggersteg
     
  • Bei den Bienen in Schafisheim (AG) und Pfäffikon (SZ)
    Gemäss Albert Einstein würden wir ohne Bienen nicht überleben, doch sie sind selbst gefährdet. Höchste Zeit, zu erfahren, wie sie leben und arbeiten. Der Lehrpfad zeigt, wie ein Bienenstaat funktioniert, wie er Honig produziert und welche ökologische Bedeutung das Bienenhalten hat.
    Ideal für: die ganze Familie
    Länge: 1 km bzw. 2,5 km
    Bienenlehrpfad
     
  • Heidi Erlebnisweg, Maienfeld (GR)
    Durch das historische Städtchen Maienfeld führt die erste Etappe des Heidiwegs vorbei an Rebbergen zum Heididorf. Wer noch etwas höher hinaus möchte, findet auf dem Heidi Erlebnisweg zwölf Stationen aus der Geschichte von Heidi, Peter und dem Alpöhi. Futter für die Geissen gibt es im Heididörfli.
    Ideal für: die ganze Familie
    Dauer: 1 bis 1,5 Stunden vom Bahnhof zum Heididorf (direkter Weg: 25 min); Erlebnisweg vom Heididorf bis Heidialp (Ochsenberg) ca. 1 3/4 Stunden
    Heidiweg

So macht Kindern das Wandern Spass

  • Die Wanderung dem Alter und dem Können der Kinder anpassen.
  • Genügend Zeitreserven einplanen, regelmässig Pausen machen.
  • Faustregel: Die auf Wegweisern veranschlagte Gehzeit für Erwachsene mal 1,5 ergibt die ­ungefähre Wanderzeit mit Kindern.
  • Attraktive Rastplätze wählen (See, Bergbach, Feuerstelle).
  • Für Zwischenmahlzeiten sorgen und auf ­ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Wanderung mit Spiel und Spass «würzen» (Steinmännchen bauen, Tiere beobachten).
  • Kinder in die Planung einbeziehen.
  • Markierte Wanderwege nicht verlassen.
  • Kinder nur in überschaubarem und ­unge­fährlichem Gelände vorausgehen lassen.
  • Ängste der Kinder (etwa bei schwierigen ­Wegpassagen) ernst nehmen.
  • Abkürzungsmöglichkeiten für den Notfall (­Unwohlsein, Wetterumsturz) einplanen.
  • Auf gute Ausrüstung achten.
  • Ersatzwäsche für nasse Abenteuer am See oder Bergbach mitnehmen.

Weitere Infos

Broschüren

  • «Höhenflüge. Familienfreundliche SAC-Berghütten»; gratis Broschüre mit 37 SAC-Hütten zum Download unter
    www.sac-cas.ch
  • «Familien»; gratis zum Download unter www.myswitzerland.com

 

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Quelle: Schönste Schweiz