Es ist ihm schon passiert, dass man ihn für arbeitslos hielt, weil er einen Kinderwagen durchs Dorf schob. Oder als einziger Mann im Dorfladen einkaufte. «Teilzeit arbeiten und Kinder betreuen ist halt für die meisten Leute ein Lebensmodell für Frauen», sagt Felix Setz achselzuckend. Für ihn nicht. Für den 40-jährigen Flugzeugmechaniker aus dem aargauischen Dintikon war von Anfang an klar: «Ich will Kinder anders erleben. Nicht das meiste verpassen. Den Kindern etwas bieten, etwas von ihnen haben.» Und eine Partnerin, die 20 Jahre lang zu Hause sitzt, wollte er auch nicht. Passt prima, fand seine Frau Ruth, die damals bei einer Bank arbeitete. Die Standortbestimmung fand vor neun Jahren statt. Resultat: «Wir machen halbe-halbe.»

Man rechnete, fragte beim Arbeitgeber an. Stiess auf Erstaunen, aber die Bereitschaft, es zu versuchen. Es klappte. Auch mit dem Nachwuchs: Laura, heute 8, und Katja, 6, kamen zur Welt. Seitdem lebt die Familie in einem Wochenturnus. Fünf Tage geht Felix Setz am Nachmittag zur Arbeit nach Kloten, wo er in der Spätschicht Airbusse überholt. Die Woche darauf fährt seine Partnerin morgens nach Zürich, und er kümmert sich um die Kinder.

Zu Beginn sei es schon ein sonderbares Gefühl gewesen, allein mit dem Kind zu sein, sagt Setz. «Offen gestanden habe ich die Belastung unterschätzt. Familienarbeit kann ein harter Job sein.» Aber er hat dazugelernt. Säuglingsberatung, Mutter-Kind-Turnen, Kochen: learning by doing. Die Kinder findens toll, dass beide Eltern zu gleichen Teilen für sie da sind. «Bist du diese Woche der Chef?», fragen sie oft.

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Durch die sanfte Teilung im Wochenwechsel lebt die Familie einen gelassenen Rhythmus. «Ich kenne keinen Alltagsstress», sagt Setz. Er geht am Montag genauso gern zu seinen Flugzeugen, wie er in der Woche danach in seine Hausmannrolle wechselt. Die Karriere hat er erst einmal auf Eis gelegt. Wichtiger ist ihm seine Familie. Und sein Lebensgefühl, in keinem Bereich zu kurz zu kommen. «Es passt einfach alles zusammen.»

Dass er und seine Frau es geschafft haben, mit den Kindern so zu leben, empfindet Setz als Privileg. Und für ihn, als Mann, auch als Erfolgserlebnis. Seinem Chef, der sich immer mal fragt, wie lang denn das noch gehe mit den 50 Prozent, gibt er immer dieselbe Antwort: «Solange die Kinder mich brauchen.» Dass die Arbeitskollegen ihm freitags «schöne Ferien» wünschen, nimmt er gelassen. «Sie meinens nicht böse. So mancher», glaubt Setz, «würde es vielleicht auch gern so machen wie ich.»

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