Remo Gerschwiler*, 22, fand nach seiner Lehre als kaufmännischer Angestellter Arbeit in einer Firma, die mit Produkten aus Südeuropa handelte: Gemüse, Früchte, Öle, Weine und so weiter. Ihm gefiel die Branche, aber er merkte bald: Um in der Firma voranzukommen, sollte er die Mentalität der Handelspartner gut kennen und ihre Sprachen beherrschen. So entschloss er sich zu einem dreimonatigen unbezahlten Urlaub in Spanien. Mit Hilfe seiner Chefs fand er eine geeignete Schule und Unterkunft bei einer spanischen Familie. Um mobil zu sein, nahm er seinen Töff mit.

Alles schien für Remo Gerschwiler bestens: Spanisch lernte er gut, das Zusammenwohnen mit der Familie war angenehm und anregend. Über deren Söhne fand er Kontakt zu jungen Spaniern, statt nur mit Sprachschulkolleginnen und -kollegen vorlieb nehmen zu müssen.

Doch kurz vor Ende der Spanienzeit verursachte Remo Gerschwiler einen schweren Selbstunfall. Bei nasser Fahrbahn verlor er in einer Kurve die Kontrolle über sein Motorrad. Er stürzte übers Bord hinaus. Sein Töff überschlug sich mehrere Meter weit. Schwer verletzt wurde er ins Spital eingeliefert, lag wochenlang im Koma. Der Unfall wird Dauerschäden hinterlassen, die seine Erwerbsfähigkeit einschränken.

Ohne ausreichenden Unfallversicherungsschutz kann es teuer werden

Die Heilungskosten in Spanien und in der Schweiz wurden von der Krankenkasse gedeckt; Gerschwiler hatte seinen Schweizer Wohnsitz ja nicht aufgegeben und blieb so in der obligatorischen Grundversicherung. Ein Taggeld für den monatelangen Lohnausfall bei der Krankenkasse ist jedoch nicht versichert. Für die künftige Erwerbseinbusse kann er immerhin bei der IV eine Rente beantragen. So oder so hat Gerschwiler jedoch keinen genügenden Unfallversicherungsschutz .

Dabei gibt es eine geradezu ideale Lösung für alle, die als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zum Beginn des unbezahlten Urlaubs der obligatorischen Unfallversicherung unterstellt sind: die Abredeversicherung.

Checkliste «Versicherungsschutz Sabbatical» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Mitglieder von Guider erhalten mit der Checkliste «Versicherungsschutz während des unbezahlten Urlaubs» einen Überblick, welche Abmachungen sie mit ihrem Arbeitgeber treffen sollten und woran es zu denken gilt bezüglich Beiträgen an die AHV/IV und die 2. Säule. 

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Abredeversicherung bei längerer Auszeit lohnt sich

Wer nur für kurze Zeit nicht arbeitet und keinen Lohn hat, aber vorher über den Arbeitgeber nach Unfallversicherungsgesetz (UVG) versichert war, braucht diese Abredeversicherung nicht: Die UVG-Nachdeckungspflicht bleibt für 31 Tage ab dem letzten Arbeitstag bestehen.

Dauern unbezahlter Urlaub für Sprachaufenthalt oder Reise aber mehr als 31 Tage, ist der Abschluss der Abredeversicherung wichtig. In diesem Fall sollte man dem UVG-Versicherer des Arbeitgebers mitteilen, für welche Zeit – maximal sechs Monate – die Abredeversicherung gewünscht ist. Die Einzahlung für die Prämie muss vor Ablauf der 31-tägigen Nachdeckungsfrist geschehen. Günstig ist diese Lösung obendrein: Die Prämie beträgt um die 40 Franken pro Monat.

*Name geändert

Abredeversicherung: Das ist gedeckt

Die Abredeversicherung erbringt dieselben Leistungen, die UVG-unterstellten Arbeitnehmern bei einem Berufs- oder Nichtberufsunfall zustehen:

 


Die Krankenkasse deckt die Heilungskosten sowie die Transport- und Rettungskosten bis zu einem gewissen Grad. Auch die Hilfsmittel sind in der Krankenversicherung enthalten und können je nachdem auch von der IV übernommen werden; ungedeckt bleiben die obligatorisch abzuziehende Franchise und der Selbstbehalt.

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Quelle: Beobachter Edition
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