Ein Knopfdruck in der Schweiz – und das abgeschickte Geld kann an einem der 150'000 Western-Union-Schalter irgendwo auf der Welt abgeholt werden. Die Schnelligkeit ist der unbestrittene Vorteil von Western Union, die mit ihrer Präsenz in rund 190 Ländern über das grösste Netz für Bargeldtransfer verfügt.

Äusserst nützlich ist diese Dienstleistung für Reisende in Not. Steht man in den Ferien plötzlich ohne roten Heller da – wegen Diebstahl oder Verlust –, können die Angehörigen zu Hause rasch aushelfen. Sie veranlassen bei den SBB oder bei der Post eine Western-Union-Zahlung, was sie dem Empfänger auch gleich persönlich am Telefon mitteilen. Wenige Minuten später kann dieser das Geld bar beziehen.

Wichtiger Geldkanal für Immigranten
Am häufigsten benutzen Immigrantinnen und Immigranten, die ihre Angehörigen in der fernen Heimat unterstützen, diesen Geldkanal – vorab in Länder, wo die Leute nicht so selbstverständlich über ein Konto verfügen wie bei uns.

Damit das Geld in die richtigen Hände gelangt, muss die Empfängerin oder der Empfänger beim Abholen des Geldes den Namen und den Vornamen des Absenders, den Betrag und das Absenderland angeben. Zusätzlich müssen sie sich ausweisen – der Name im Ausweis muss mit dem Namen im Sendeformular übereinstimmen.

Trotz diesen Sicherheitsmassnahmen eignet sich Western Union nur für Leute, die sich kennen. Für Geldtransfers an unbekannte Verkäufer – vorab im Internet – ist Western Union die falsche Adresse. Immer wieder verlieren Leute ihr Geld, indem sie über Western Union zahlen, die Ware aber nie bekommen. Der Warnhinweis, den die SBB neuerdings auf ihrem Transferformular angebracht haben, ist ernst zu nehmen: «Western Union warnt vor Geldüberweisungen an Personen, die dem Absender nicht persönlich bekannt sind.»

Die schnelle Dienstleistung ist nicht billig. Für eine 500-Franken-Überweisung zum Beispiel zahlt man 50 Franken, also zehn Prozent. Zwar sinken die Spesen mit höheren Summen. Doch auch für 2000 Franken zahlt man noch 90 Franken, also 4,5 Prozent. Zudem rechnet Western Union die Beträge, die in der Regel in der Landeswährung ausbezahlt werden, nach einem eigenen, für die Kunden ungünstigeren Wechselkurs um.

Für ihre Yellownet-Kundschaft (Internet-Postkonto) erledigt die Post Western-Union-Aufträge markant günstiger: Der 2000-Franken-Transfer kostet so nur 60 Franken – einen Drittel weniger.

Post bietet günstige Alternativen
Mit Postcash bietet die Post einen weiteren günstigen Geldtransfer ins Ausland – auch das ein Angebot für Empfängerinnen ohne Post- oder Bankkonto. Unabhängig vom Betrag kosten diese Überweisungen je nach Auftragserteilung zwischen sechs und zwölf Franken. Allerdings dauern diese Transfers je nach Zielort drei Tage bis drei Wochen. Und: Postcash-Transfers sind nur in rund 100 Länder möglich.

Wenn der Empfänger ein Bank- oder ein Postkonto hat, sind Überweisungen mit der Bank oder der Post vorteilhafter. Zwar zahlt man auch dafür Spesen (siehe Tabelle). Diese liegen aber deutlich tiefer als bei Western Union. Der Nachteil auch hier: Der Transfer dauert länger. Je nach Zielland und Empfängerbank muss man mit einem Tag bis zwei Wochen rechnen.

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