Kunden der ZKB dürfen mit der Maestro-Karte seit diesem Jahr ihr Konto nicht mehr überziehen. Die Bank ist dabei streng: Wer trotzdem überzieht, dem wird für die Kartensperre eine Gebühr von 75 Franken aufgebrummt. Die Maestro-Karte sei eben ­keine Kreditkarte, argumentiert die ZKB-Pressestelle, deshalb müsse der Kunde «dafür besorgt sein, sein Konto ständig auf Guthabenbasis zu führen».

Die Gebühr ist dermassen hoch, dass sie wie eine Strafgebühr daherkommt. Darauf deutet die Tatsache, dass es ZKB-Kunden nichts kostet, wenn sie die Karte wegen Verlusts sperren lassen. «Die Kompetenz dazu liegt beim jeweiligen Kundenbetreuer», teilt die Bank mit. Anders formuliert: Offenbar wird die Gebühr nicht in jedem Fall erhoben. Reklamieren scheint sich also zu lohnen.

Es kann Bankkunden sogar passieren, dass sie ihr Konto überziehen, obwohl ihnen dies gar nicht bewusst ist. Denn jede Maestro-Transaktion wird online – also während der Kunde an der Kasse wartet – der ZKB zur Prüfung weitergeleitet. Wenn diese Verbindung unterbrochen ist oder die Bank zu lange keine Antwort gibt, gestattet das System automatisch die Auszahlung bis zur Höhe der Kartenlimite – obwohl das Konto vielleicht gar nicht gedeckt ist. Trotzdem wird der Kunde mit der hohen Gebühr bestraft. 

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Es geht auch anders

Kundenfreundlicher ist zum Beispiel die Migros-Bank, die Anfang November das Über­ziehen des Kontos ebenfalls verboten hat. Aber eine solche Sperrgebühr kennt man da nicht. «Den Kunden trifft ja ­keine Schuld», sagt Sprecher Albert Steck. Auch Raiffeisen Schweiz erhebt keine Kartensperrgebühr. Die UBS lässt Kontoüberzüge «in einem gewissen Rahmen» sogar zu.