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PostfinanceAllzu sorgfältiger Umgang mit Vollmachten

Die Postfinance verlangte kostspielige Dokumente, die an sich gar nicht nötig wären.

Kann ein Ehepartner für den anderen unterschreiben? Das Gesetz sieht ein Vertretungsrecht vor, doch die Postfinance hat ihre eigenen Regeln.
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Peter Lüthi, 72, wollte seiner Tochter eine Vollmacht über das Ehekonto bei der Post­finance ausstellen. So hätte sie ihre ­Eltern bei den täglichen Einkäufen unterstützen können. Lüthis Ehefrau ist dement, er wollte deshalb die Vollmacht auch in ihrem Namen unterzeichnen.

Doch da hatte er die Rechnung ohne die Juristen der Postfinance gemacht. Lüthi dürfe nicht für seine Frau ­unterschreiben, teilten sie ihm mit. Es müsse ein gesetzlicher Vertreter bestimmt werden. Zuständig in solchen Fällen ist die Kindes- und Erwachsenen­schutzbehörde (KESB). Doch die winkte ab: Es brauche ­keine gesetzliche Vertretung, das Gesetz sehe ausdrücklich ein Vertretungsrecht des Ehepartners vor. Um jedes Missverständnis auszuschliessen, teilte eine KESB-Mitarbeiterin der Postfinance dies sogar ­telefonisch mit.

Unnötiges Dokument verlangt

Damit gab sich die Postfinance nicht zufrieden. Sie verlangte von Lüthi eine offizielle Urkunde der KESB. Diese sowie das Arztzeugnis für seine Frau kosteten Lüthi 300 Franken. Dabei besagt die Urkunde nichts anderes, als dass das Gesetz auch für Lüthi gilt. «Ich verstehe nicht, warum sich die Postfinance so kunden­unfreundlich verhält», sagt Tochter Brigitte Baumann.

Konfrontiert mit diesem Vorwurf, übt sich die Postbank in nobler Zurückhaltung. Die Postfinance gehe nicht auf ­Details zu Geschäftsbeziehungen ein. «Wir haben gewisse Sorgfaltspflichten einzuhalten und sind bestrebt, mit unseren Kunden gemeinsame Lösungen zu finden», sagt ein Mediensprecher. Davon haben Peter Lüthi und seine Tochter nichts gespürt.

Veröffentlicht am 08. Juli 2014