Online-Prämienrechner von Comparis oder Bonus.ch sind praktisch und beliebt – aber nicht wirklich gratis: Krankenkassen zahlen Vergleichsdiensten jährlich geschätzte 16 Millionen Franken aus Prämiengeldern. Comparis etwa kassiert pro Offerte, die sich aus ihrem Dienst ergibt, eine Provision von mindestens 30 Franken.

Nun lanciert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) für 200'000 Franken einen eigenen Rechner. «Gut investiertes Geld», meint BAG-Sprecher Daniel Dauwalder. Das amtliche Angebot ist für Versicherte wie auch für die Kassen gratis.

Er habe nichts gegen die neue Konkurrenz, betont Comparis-Chef Richard Eisler. Doch sauer aufgestossen sei ihm, wie das Bundesamt versucht habe, sich die Technologie von Comparis anzueignen, und die Krankenkassen dazu drängte, nicht mehr im selben Umfang mit Comparis zusammenzuarbeiten. Darum hat Eisler rechtliche Schritte eingeleitet. Das BAG will zum laufenden Verfahren keine Stellung nehmen.

Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, begrüsst den neuen Prämienrechner. Schon lange hat die Stiftung einen solchen Dienst gefordert. Der Rechner der Konsumentenorganisationen und -zeitschriften, den bisher das Vermögenszentrum (VZ) betrieben hat, wird damit überflüssig.

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