Die Schweizerische Paraplegiker-Stiftung (SPS) erhöht per Anfang 2008 die Gönnerbeiträge um bis zu 50 Prozent. Statt 30 Franken zahlen Einzelpersonen in Zukunft 45 Franken. Das wird der Gönnervereinigung mit 1,1 Millionen Mitgliedern jedes Jahr rund 15 zusätzliche Millionen in die Kasse spülen. «Wozu braucht die Stiftung von Guido Zäch diese beträchtlichen Mehreinnahmen?», fragt sich nicht nur Gönner Hanspeter Buess aus Füllinsdorf BL.

Offizielle Begründung der Organisation: gestiegene Kosten und ein höherer Unterstützungsbeitrag. Wird nämlich ein Gönner querschnittgelähmt, erhält er als Soforthilfe neu 200'000 statt wie bisher 150'000 Franken. «Wir haben die Leistung verbessert, deshalb ist auch der Mitgliederbeitrag gestiegen», meint Verena Banz von der Gönnervereinigung.

Diese Argumentation greift aber zu kurz: Im Schnitt werden pro Jahr 25 Gönner querschnittgelähmt. Somit werden nur gerade 1,25 der 15 zusätzlichen Millionen für die höhere Soforthilfe gebraucht. Die restlichen 13,75 Millionen fliessen in die allgemeine Kasse der Stiftung.

Keine Geschenke verteilt«Der Beitrag wurde 1993 letztmals erhöht», erklärt Banz. «Seither sind die Kosten für viele unserer Leistungen massiv gestiegen.» Die Paraplegiker-Stiftung machte 2005 aber trotzdem einen Gewinn von 4,8 Millionen Franken und schrieb 2006 mit 760'000 Franken ebenfalls schwarze Zahlen. Wieso also die weiteren Millionen? «Mit den zusätzlichen Einnahmen wollen wir die Leistungen der Stiftung ausbauen», erklärt es der Schwyzer CVP-Ständerat Bruno Frick, seit Oktober neuer Stiftungsratspräsident, etwas anders. «Mehr Geld für die Forschung und für das Paraplegiker-Zentrum in Nottwil.»

Das überzeugt Gönner Hanspeter Buess nicht: «Wieso holt die Stiftung nicht zuerst die 1,3 Millionen von Guido Zäch zurück, die er veruntreut hat?» Ex-Stiftungsratspräsident Zäch, der vom Bundesgericht im März wegen Veruntreuung verurteilt worden war, hat zwar im Juni 970'000 Franken an die Stiftung zurückbezahlt, liess sich aber umgehend von der Gönnervereinigung die gleiche Summe wieder schenken. «Dass sich darüber Gönner ärgern, kann ich verstehen», meint Frick. «Von einer Schenkung an Zäch kann aber nicht die Rede sein. Dieses Geld muss er zurückzahlen.» Bis Ende Jahr soll das passiert sein.

Damit wird sich das Stiftungsvermögen von eindrücklichen 271 Millionen Franken (2006) auf 272 Millionen erhöhen. Gönner Buess bleibt ratlos.

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