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FrühpensionierungFeierabend mit 58 Jahren?

Um das 50. Altersjahr herum ist es Zeit, sich ernsthaft mit dem Thema Frühpensionierung auseinanderzusetzen. Eine seriöse Vorsorgeplanung begünstigt eine vorzeitige Pensionierung. Bild: Thinkstock Kollektion

Jahrzehnte gearbeitet und müde von der Plackerei? Lust, frühzeitig aus dem Berufsleben zu scheiden? Wer diese Fragen bejaht, dem stellt sich gleich eine nächste: Wer soll das bezahlen?

von Hansjürg Reberaktualisiert am 2016 M03 21

Wenn Frauen vor dem 64. und Männer vor dem 65. Altersjahr in Rente gehen, spricht man von Frühpensionierung oder vorzeitiger Pensionierung. Nicht immer ist sie gewollt und geplant, sie kann auch erzwungenermassen erfolgen. Das wirkt sich auf die Strategie aus, wie man die Finanzierung des vorzeitigen Ausstiegs aus dem Berufsleben an die Hand nehmen kann. Drei Beispiele:

Ausgangslage 1: Geordneter Rückzug

Urs T. reduziert sein Arbeitspensum seit dem 60. Altersjahr jedes Jahr um zehn Prozent. Ende dieses Jahres geht er mit 65 und einem 50-Prozent-Pensum in Rente.
Vorteilhaft bei dieser Lösung ist, dass T. seine AHV-Rente und die Pensionskassenrente nicht vorbeziehen musste und sich an ein geringeres Einkommen gewöhnt hat. Denn nach dem 65. Altersjahr decken die Renten in der Regel nur noch 60 bis 80 Prozent des letzten Erwerbseinkommens ab. Ein weiterer Vorteil: Er bleibt bis 65 als Erwerbstätiger bei AHV und Pensionskasse versichert. Somit fallen keine Beiträge als Nichterwerbstätiger bei der AHV an, die unter Umständen höher sein könnten.


Nachteil: Durch die sukzessive Reduktion des Arbeitspensums verdient T. zunehmend weniger. Damit fallen die Beiträge an die AHV und die Pensionskasse geringer aus, was auch zu etwas tieferen Altersrenten führt. Aufgepasst: Wer in einer Kasse mit dem sogenannten Leistungsprimat versichert ist, fährt mit einer Pensumsreduktion deutlich schlechter, da die spätere Rente nicht von den einbezahlten Beiträgen, sondern nur vom letzten Lohn abhängt.

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Ausgangslage 2: Erzwungene Frühpensionierung

Das Pensionskassenreglement von Hans K. sieht eine zwingende Pensionierung mit 62 vor. Er wird dieses Jahr 62-jährig und erhält eine Altersrente aus der Pensionskasse.
Hans K. kann sich beim Arbeitsamt anmelden und erhält ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung. Dieses beträgt 70 Prozent des letzten Verdienstes. An dieses Taggeld muss er sich aber die Rente der Pensionskasse anrechnen lassen. Beträgt sein letzter Lohn vor der Pensionierung zum Beispiel 6000 Franken, erhält er aus der Arbeitslosenversicherung 4200 Franken abzüglich seiner Rente aus der Pensionskasse von 2500 Franken - also 1700 Franken.

Aber aufgepasst: Anders als bei Hans K. sehen Pensionskassenreglemente meist vor, dass der Arbeitnehmer die Wahl hat, frühzeitig in Rente zu gehen. Häufig versuchen Arbeitgeber dann aber mit mehr oder weniger sanftem Druck, ältere Angestellte in den vorzeitigen Ruhestand zu drängen. Dennoch handelt es sich dabei um freiwillige Frühpensionierung und nicht um eine erzwungene wie bei Hans K.

Das hat Konsequenzen: Man erhält in diesem Fall kein Taggeld der Arbeitslosenversicherung.

Doch auch Hans K. hat nur Anspruch auf Arbeitslosentaggeld, wenn er sich aktiv um eine neue Stelle bemüht. Da er zudem seine AHV-Altersrente noch nicht vorbeziehen kann - dies ist erst zwei Jahre vor dem 65. Altersjahr (bei Frauen dem 64.) möglich -, ist seine Lage ungemütlich: Er müsste von seiner Pensionskassenrente und seinem Ersparten leben. Beim allfälligen späteren Vorbezug der AHV-Rente muss K. beachten, dass die Rente jährlich um 6,8 Prozent (bei zwei Jahren also 13,6 Prozent) gekürzt wird, und dies fortan «lebenslänglich». Kommt dazu, dass er trotz Vorbezug noch AHV-Beiträge als Nichterwerbstätiger bis 65 leisten muss.

Einige Arbeitgeber richten Überbrückungsrenten aus, weil ein Vorbezug der AHV noch nicht möglich ist oder kein Arbeitslosengeld bezogen werden kann. Wer in diese Situation kommt, muss sich aber Klarheit darüber verschaffen, ob die Überbrückungsrente vollumfänglich vom Arbeitgeber übernommen wird oder ob sich der Arbeitnehmer mit einem Teil seines Pensionskassenkapitals daran beteiligen muss.

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Ausgangslage 3: Rechtzeitige Vorsorgeplanung

Annette C. ist 47-jährig. Sie weiss jetzt schon: Mit 62 will sie vorzeitig in Rente gehen.
Um das 50. Altersjahr herum ist es Zeit, sich ernsthaft mit dem Thema Frühpensionierung auseinanderzusetzen. Eine seriöse Vorsorgeplanung, am besten in Zusammenarbeit mit einem Experten, begünstigt eine vorzeitige Pensionierung: Man weiss, wie hoch die entstehende Einkommenslücke etwa sein wird, und kann diese in den noch verbleibenden Berufsjahren systematisch füllen (siehe Lohnausfall: Wie man die Lücke schliesst).

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Jahrelang haben Sie für Ihre Altersvorsorge gespart und Beiträge bezahlt. Doch wie hoch wird die Rente ausfallen und liegt eine frühzeitige Pensionierung im Finanzplan drin? Auf diese und andere Fragen finden Guider-Mitglieder hilfreiche Antworten.

Bei allen drei Ausgangslagen ist eine Aufgabenstellung zentral: ein konsequentes Ausgabenbudget zu führen. Anschliessend sind die folgenden Schritte empfehlenswert:

 

  1. Klären Sie, wann Ihre Pensionskasse eine Frühpensionierung erlaubt. Gemäss Gesetz ist eine solche frühestens mit 58 Jahren vorgesehen.
  2. Lassen Sie die Altersrente aus AHV und Pensionskasse auf den Zeitpunkt der Frühpensionierung berechnen.
  3. Klären Sie ab, ob die Pensionskasse eine Überbrückungsrente ausrichtet.
  4. Bestimmen Sie mit dem Arbeitgeber den Zeitpunkt der Frühpensionierung und beantragen Sie bei AHV und Pensionskasse die Altersrenten.


Ob man sich geordnet aus dem Erwerbsleben zurückzieht, gezwungenermassen in Frührente geht oder rechtzeitig die Fäden für die vorzeitige Pensionierung selber in die Hand nimmt: Lösungen gibt es für alle drei Wege. Die grösste Freude ist aber immer noch die Vorfreude. Plant man die Frühpensionierung nämlich rechtzeitig, kann man sich auch am längsten auf sie freuen.

Lohnausfall: Wie man die Lücke schliesst

Einnahmen erhöhen mit:

 

  • Spareinlagen in der dritten Säule bei Bank oder Versicherer
  • einem Fondssparplan bei der Bank
  • aufgeschobener Rentenversicherung
  • Kombination von Bank- und Versicherungslösungen


Ausgaben senken für:

 

  • die Steuern durch den gestaffelten Bezug von Säule-3a-Konten oder den Aufschub der AHV-Altersrente
  • Versicherungen, indem man Selbstbehalte und Wartefristen anpasst oder klärt, ob der Versicherungsschutz noch der Lebenslage entspricht


Wenn diese Massnahmen nicht ausreichen und man von der Rente beim besten Willen nicht leben kann:

 

  • Ergänzungsleistungen oder gegebenenfalls Hilflosenentschädigung zur AHV-Altersrente beantragen,
  • um Sozialhilfe ersuchen.

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