Er sitzt im blauen Überkleid da und kommt ohne Umschweife auf den Punkt: «Weil die Firma Burgener die Aufträge nicht bezahlt, stehe ich vor dem Ruin.» Walter Baumgartner aus Horgen ZH hat mit seiner kleinen Montagefirma für die Zürcher Burgener Metall- und Glasbau AG gearbeitet, monatelang. Doch seine Rechnungen blieben unbezahlt liegen. Baumgartner mahnte, fragte telefonisch nach, ging sogar persönlich beim Auftraggeber vorbei. Alles nützte nichts. Der Kleinunternehmer wartet weiterhin auf fast 180'000 Franken.

Ähnlich erging es dem Churer Monteur Bruno Locher. Seit Monaten sind bei ihm rund 45'000 Franken ausstehend. In weiteren, dem Beobachter vorliegenden Fällen fordern Kleinfirmen 40'000, 90'000 oder sogar 130'000 Franken. Ende August listete das Betreibungsamt Bülach über 30 Gläubiger auf, die auf gesamthaft fast 900'000 Franken von der Burgener Metall- und Glasbau AG warteten. Dazu zählten auch die Stadt Kloten und der Kanton Zürich (Steuern), die Suva (Unfallversicherung) sowie die Ausgleichskasse Zürich (Sozialversicherungsbeiträge).

Kein Grund, die Bilanz zu deponieren
Inhaber der Burgener Metall- und Glasbau AG, die die Handwerker teils seit über einem Jahr nicht bezahlt, ist Felix Burgener. Der 46-Jährige setzt offensichtlich seine Prioritäten beim Sport: Seit er den HC Thurgau 1999 vor dem Konkurs rettete, besitzt er seinen eigenen Eishockeyclub. 2003 machte er sich kurzerhand selber zum Trainer. Inzwischen ist er zu allem auch noch Geschäftsführer dieses Nationalliga-B-Vereins.

Die Finanzlage der Firma hat sich in den letzten Monaten arg zugespitzt. Seit Anfang Jahr stieg die Zahl der Betreibungen sprunghaft an. Trotz der prekären Finanzlage sagt Burgener: «Es gibt keinen Grund, die Bilanz zu deponieren.» Über das Unternehmen ist in der Branche bekannt, dass Burgener bei mehreren Bauprojekten die Termine nicht einhalten konnte. Die Schuld dafür schiebt er aber den Firmen zu, die für ihn gearbeitet hatten. Felix Burgener: «Lieferanten, die ich nicht bezahle, haben ihre Leistungen nur teilweise oder gar nicht erbracht.» Burgener behauptet, Suva- und Sozialversicherungsbeiträge inzwischen bezahlt zu haben. Ob er die Steuerschulden von 100'000 Franken beglichen hat, lässt er offen.

«Burgener will mich einschüchtern»
Bei den betroffenen Firmen tönt es anders: Ihre Arbeit sei nie beanstandet worden, versichern mehrere Unternehmer, die noch auf Burgeners Zahlungen warten. «Er hatte bei keinem einzigen Auftrag meine Arbeit bemängelt, weder in qualitativer noch in terminlicher Hinsicht. Auch Rechnungen wurden nie beanstandet», sagt Fassadenmonteur Baumgartner. Erst beim Termin vor dem Friedensrichter habe Burgener eine «absurde Gegenforderung» eingereicht. «Felix Burgener will mich einschüchtern, damit ich nachgebe.» Im Fall von Baumgartner versichern sogar die Bauleiter von zwei unterschiedlichen Baustellen, der Fassadenmonteur habe keine wesentlichen Mängel zu verantworten.

Für Felix Burgener, der gerade in eine neue Eishockeysaison mit hohen Zielen startet, wird die finanzielle Lage immer ungemütlicher. In diesen Tagen muss er vor dem Zürcher Handelsgericht erscheinen, weil er einem Unternehmer rund 100'000 Franken schuldet. Burgener zeigt sich unbeirrt und spielt auf Zeit. Nötigenfalls werde er mit jedem einzelnen Unternehmer vor Gericht gehen, sagt er.

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