Ja. Verlustscheine verjähren zwar nach 20 Jahren. Das gilt aber erst seit der Revision des Gesetzes über Schuld­betreibung und Konkurs, das am 1. Januar 1997 in Kraft trat. Verlustscheine, die wie die Ihrigen vorher aus­gestellt wurden, waren unverjährbar. Sie verjähren 20 Jahre nach Inkrafttreten der Gesetzesrevision, also am 1. Januar 2017.

Die Inkassofirma kann die Verjährungsfrist allerdings durch eine Betreibung oder Gerichtsklage jederzeit unterbrechen. Die Frist wird auch unterbrochen, wenn Sie die Schuld anerkennen oder einen Teil bezahlen. Dann beginnt eine neue 20-jährige Frist zu laufen. Die Inkassofirma kann Sie aber nur belangen, wenn Sie Vermögen haben oder mehr verdienen als das betreibungsrechtliche Existenzminimum. Dieses wird individuell berechnet und umfasst einen monatlichen Grundbetrag – für Alleinstehende 1200 Franken – und verschiedene Auslagen für Miete oder Krankenkasse.