«Füllen Sie die Pfanne nur fingerhoch mit Wasser, legen Sie einen Deckel auf, schalten Sie beim Siedepunkt den Herd aus und nutzen Sie die Restwärme»: So zeigte der damalige Bundesrat Adolf Ogi 1988, wie man energieeffizient Eier kocht. Jetzt ist es wieder so weit: Der Bundesrat ruft zum Energiesparen auf. Hier erfahren Sie, mit welchen einfachen Tricks das gelingt.

Übersicht zum Ratgeber

Hier liegt Sparpotenzial beim Stromverbrauch:

Mehr für Sie
 
 
 
 
 
 

In der Küche

Herd

  • Was Ogi wusste, gilt noch immer: Die Pfanne muss nicht randvoll sein, wenig Wasser genügt. Ausserdem mit Deckel kochen und die Platte etwas früher ausschalten. Beim energieeffizienten Induktionsherd ab dem Siedepunkt auf der tiefsten Stufe weiterkochen, denn er erzeugt nach dem Abschalten keine Restwärme.
  • Noch energieeffizienter als die Ogi-Methode ist ein Eierkocher. Das gilt auch für andere Spezialgeräte wie Mikrowelle, Dampfkochtopf, Reis- oder Wasserkocher.
  • Kochen Sie stets auf der kleinstmöglichen Stufe – und auf einer Platte, die nicht grösser ist als der Topf.

 

Backofen

  • Der Backofen ist ein Stromfresser und eignet sich deshalb nicht, um Essen aufzuwärmen. Ein Mikrowellengerät oder eine Pfanne auf dem Herd braucht dafür rund siebenmal weniger Energie.
  • Aufläufe, Guetsli oder Brote können von Anfang an in den Ofen: Vorheizen ist überflüssig.
  • Nutzen Sie auch beim Backen die Restwärme und schalten Sie den Ofen jeweils fünf bis zehn Minuten früher aus.
  • Wer Umluft statt Ober- und Unterhitze nutzt, kann die Temperatur um bis zu 30 Grad tiefer einstellen. Zudem kann man auf mehreren Ebenen gleichzeitig backen – und so bis zu 15 Prozent Energie sparen.
  • Schwarz lackierte oder emaillierte Bleche und Backformen nehmen die Wärme besonders gut auf und sparen so Strom.
  • Lassen Sie ungenutzte Bleche nicht im Ofen, sie verbrauchen unnötig Energie, wenn sie erhitzt werden.
  • Beim Öffnen der Ofentür gehen rund 20 Prozent der Hitze und damit Energie verloren. Wer sein Meisterwerk zwischenzeitlich überprüfen will, sollte es kurz herausnehmen und die Tür sofort wieder schliessen.

 

Kühlschrank

  • Wer den Kühlschrank auf 7 statt 5 Grad einstellt, spart bis zu 12 Prozent Strom. Bei einem Gefriergerät genügen minus 18 Grad.
  • Lassen Sie warmes Essen abkühlen, bevor es in den Kühlschrank kommt. Dafür können Sie Gefriergut darin auftauen lassen, weil es dem Kühlschrank bei seiner Arbeit hilft.
  • Tauen Sie vereiste Geräte ab, eine Eisschicht von 5 Millimetern braucht rund 30 Prozent mehr Strom.
  • Die Türen sollten dicht sein und gut schliessen. Eisschichten oder eingeklemmte Verpackungen können dabei stören.

 

Geschirrspüler

  • Nutzen Sie den Geschirrspüler, das Abwaschen von Hand unter laufendem warmem Wasser braucht viel mehr Energie.
  • Starten Sie die Maschine erst, wenn sie voll ist – und zwar im Sparprogramm. Das dauert etwas länger, macht das Geschirr aber sauberer und spart Energie.
  • Gründliches Vorspülen ist nicht nötig. Es reicht, vorher die gröbsten Essensreste zu entfernen.

Im Wohnzimmer

TV, Netflix und Co.

  • Ein Fernseher mit Heimkinoanlage kann den Verbrauch mehr als verdoppeln.
  • Ein Fernsehgerät verbraucht mehr Strom als ein Tablet oder Smartphone – auch beim Streamen von Filmen und Serien.
  • Es muss nicht immer die höchste Bildqualität sein: Wer die Auflösung ein bisschen reduziert, spart Strom.
  • Wer vom neusten Ohrwurm nicht genug bekommt, lädt den Song – etwa auf Spotify – runter, statt ihn immer wieder zu streamen.
  • Es lohnt sich, den Energiesparmodus bei den Geräten zu aktivieren.
  • Schalten Sie TV, DVD-Player und Konsole ganz ab, wenn Sie sie nicht brauchen – am bequemsten mit einer gemeinsamen Steckdosenleiste. Sonst verpufft unnötig Strom im Stand-by-Modus.

 

Lampen

  • Setzen Sie auf LED-Lampen: Sie verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom als Glüh- oder Halogenlampen.
  • Ungenutztes Licht frisst unnötig Strom. Darum lieber einmal mehr abschalten. Bewegungsmelder oder Zeituhren helfen dabei.
  • Dunkle Wände und Möbel schlucken Licht – und erhöhen so den Strombedarf.

 

Kühlgeräte

  • Lüften Sie bei Hitzeperioden nachts und schliessen Sie tagsüber die Fensterläden.
  • Ein Ventilator braucht 20-mal weniger Strom als ein mobiles Klimagerät.
  • Setzen Sie ein Kühlgerät nur in genutzten Räumen ein.
  • Ein Grad weniger zu kühlen, spart rund vier Prozent Strom.
  • Zimmerpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit um 10 bis 15 Prozent – und sorgen für ein gutes Raumklima.

Im Homeoffice

  • Eine externe Tastatur, ein zusätzlicher Bildschirm oder eine Maus erhöhen den Verbrauch.
  • Mit Video verbraucht ein Online-Meeting mehr Strom als nur mit Audio.
  • Jedes Programm, das im Hintergrund läuft, frisst Strom – ungenutzte Anwendungen also schliessen.
  • Multifunktionsgeräte mit Drucker, Kopierer, Scanner und Fax sind energieeffizienter als mehrere einzelne Geräte.
  • Der Stand-by-Modus ist ein Stromfresser – schalten Sie alle Geräte nach dem Gebrauch ganz aus, eine Steckdosenleiste mit Schalter ist hilfreich.

In der Waschküche

Waschmaschine

  • Aufs Vorwaschen können Sie getrost verzichten.
  • Wer die Trommel gut füllt, wäscht effizienter.
  • Oft reichen tiefe Temperaturen von 20 oder 30 Grad. Das braucht rund 70 Prozent weniger Strom als Waschen mit 60 Grad.
  • Kurz heisst nicht sparsam: Das Kurzprogramm verbraucht mehr Strom als das Sparprogramm.

 

Tumbler

  • Trocknen Sie die Wäsche bei schönem Wetter draussen. Wenn nötig, kann man sie auch in der Wohnung aufhängen, solange die Räume nicht zu feucht werden.
  • Aber sobald geheizt wird, gilt: lieber tumbeln als die Wäsche drinnen aufhängen und das Fenster öffnen. Das Programm «Bügeltrocken» reicht völlig aus – wer sparen will, verzichtet auf extratrockene Wäsche.

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Norina Meyer, Redaktorin
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