Der Traum vom eigenen Heim hat sich erfüllt, die eigenen vier Wände sind bezogen. Damit es kein böses Erwachen gibt, sollten Eigentümer besser rechtzeitig vorsorgen – denn ein grösserer Schadensfall könnte leicht zur finanziellen Katastrophe werden. Allerdings ist die Entscheidung, welche Versicherungen man wirklich braucht, welche eventuell kombiniert werden können und welche im einzelnen Fall nicht sinnvoll sind, für den Neohausbesitzer häufig nicht einfach. Stefan Thurnherr, Versicherungsexperte beim VZ Vermögenszentrum, rät, immer zuerst zu überlegen, welche Schäden die Existenz wirklich bedrohen. Bagatellschäden wie eine zerbrochene Fensterscheibe tun dies in der Regel nicht.

Bei der Wahl der nötigen Versicherungen gibt es einiges zu beachten. Am einfachsten verhält es sich mit der Gebäudeversicherung. Diese ist in den meisten Kantonen obligatorisch und deckt Schäden, die durch Ereignisse wie Feuer, Hochwasser, Überschwemmungen, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag oder Erdrutsch verursacht werden.

Nicht gedeckt sind Erdbebenschäden (ausser im Kanton Zürich). Vor allem in den erdbebengefährdeten Kantonen Basel und Wallis sollte man sich deshalb überlegen, für Erdbebenschäden eine separate Versicherung abzuschliessen. Bei der Gebäudeversicherung stellt sich die Frage nach der passenden Versicherungsgesellschaft in den meisten Kantonen nicht, da diese kantonal geregelt wird und somit keine Wahlmöglichkeit besteht (ausser GE, UR, SZ, TI, AI, VS, OW).

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Freiwillig, aber nicht minder wichtig ist die Privathaftpflichtversicherung. Sie sichert Hauseigentümer wie auch Mieter vor den Folgen unvorhersehbarer Ereignisse ab, die Drittpersonen betreffen. Wird beispielsweise der neue BMW der Nachbarin von einem Dachziegel beschädigt, haftet der Hauseigentümer. Da Haftpflichtfälle schnell ins Geld gehen, sollte eine ausreichend hohe Versicherungssumme gewählt werden, um böse Überraschungen auszuschliessen.

Neben der Privathaftpflicht ist die Hausratversicherung für Hauseigentümer wie auch für Mieter ein Muss. Für Hausbesitzer gilt es, zu beachten, dass mehr Platz häufig auch mit mehr Mobiliar – also auch mit mehr Versicherungsgegenständen – verbunden ist. Die Versicherungssumme sollte deshalb grosszügig angesetzt werden, um im Schadensfall die volle Versicherungsleistung geltend machen zu können. Am besten legt man die Versicherungssumme gemeinsam mit dem Versicherungsberater fest.

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Wer auf Nummer sicher gehen möchte, schliesst fürs Eigenheim zusätzlich eine Gebäudewasserversicherung ab. Schäden infolge einer defekten Wasserleitung oder aufgrund von Frost sind beispielsweise nicht durch die Gebäudeversicherung gedeckt. Weitere mögliche Absicherungslösungen sind die Gebäudehaftpflichtversicherung, die Rechtsschutzversicherung oder die Glasversicherung. Dabei muss immer im Einzelfall entschieden werden, ob eine Versicherung wirklich benötigt wird – und vor allem, was bereits durch andere Versicherungen abgedeckt ist.

«Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Vorsorgemassnahmen zu treffen», so Stefan Thurnherr vom VZ Vermögenszentrum, also etwa die alten Wasserleitungen rechtzeitig ersetzen, damit Wasserschäden gar nicht erst entstehen. Und wer die Prämienkosten tief halten möchte, kann seinen Selbstbehalt hoch ansetzen, um so die Prämie zu senken. Werden Versicherungen neu abgeschlossen, empfiehlt der Experte, nicht mehr als drei verschiedene Angebote einzuholen.

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Wertvolle Hilfe findet man auch im Internet. Nützlich ist etwa der Vergleichsdienst Comparis, bei dem man einzelne Leistungspakete (Hausrat, Privathaftpflicht, Rechtsschutz) vergleichen kann. Hat man sich für eine Versicherung entschieden, ist es sinnvoll, alle das Haus betreffenden Versicherungen bei einem Anbieter abzuschliessen. Das sorgt für Übersicht, und die Produkte können aufeinander abgestimmt werden.

Auch wenn die Wahl der nötigen Versicherungen nicht unbedingt zu den liebsten Aufgaben frischgebackener Eigenheimbesitzer gehört, sollte man sich genügend Zeit dafür nehmen. Denn so viel lässt sich mit Bestimmtheit sagen: Mit einem dem eigenen Sicherheitsbedürfnis entsprechenden Versicherungsportefeuille fühlt man sich in den eigenen vier Wänden gleich noch viel wohler.

Vergleichen: Sind Preis und Leistung korrekt?

Von der Wahl der Versicherungen hängt viel ab. Es geht darum, einen Anbieter und Partner zu finden, dem man vertrauen kann. Tipps kann man eventuell auch bei anderen Hauseigentümern einholen. Stefan Thurnherr vom VZ Vermögenszentrum empfiehlt, bei der Wahl die Preisunterschiede zu ­beachten: Sie können bis zu 20 Prozent ausmachen. Hat man bisher gute Erfahrungen mit einem Anbieter gemacht, lohnt es sich, bei diesem zumindest eine Offerte einzu­holen. Werden bestehende Versicherungen verlängert oder geändert, kann man ausserdem oft von ­tieferen Prämien profitieren.

Günstiger sind teils sogenannte Direktversicherungen wie www.baloisedirect.ch oder www.smile-direct.ch. Die Beratung ­erfolgt per Internet oder Telefon, wodurch sich die Angebote vergünstigen. Hilfe und Vergleichsmöglichkeiten bietet auch die unabhängige Seite www.comparis.ch.

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