Der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband SBV schreibt erneut tiefrote Zahlen: Für 2016 sind es 3,2 Millionen Franken, die nur durch einen tiefen Griff in die Reserven auf knapp unter eine Million Franken gedrückt werden konnten.

Der Versuch, den Geldabfluss zu stoppen, habe nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Deshalb seien nun «drastische Sparmassnahmen» angesagt, die bis 2022 umgesetzt würden, schreibt Generalsekretär Kannarath Meystre in einer internen Analyse, die dem Beobachter zugespielt wurde.

Ein deutlicher Leistungsabbau

Die vom Vorstand beschlossene Diät umfasst einen deutlichen Leistungsabbau für die 4534 Mitglieder. Beratungsstellen will der SBV nur noch dort anbieten, wo es kein entsprechendes Angebot Dritter gibt. Der Standort Zürich soll deshalb aufgegeben werden. Die direkt betroffenen Mitarbeiter seien bereits über die «Notwendigkeit von Veränderungen» informiert, schreibt Meystre dem Beobachter.

Der Verband, der 119 Mitarbeiter beschäftigt, wird künftig die Verwaltungskosten der Bildungs- und Begegnungszentren in Bern, Lausanne, Luzern, St. Gallen und Zürich nicht mehr übernehmen. Freizeitaktivitäten anzubieten, gehöre nicht zum Grundangebot des SBV, heisst es im Schreiben. Wie diese Zentren überleben sollen, ist offen. Auf Anfrage erklärt Generalsekretär Meystre: «Derzeit wird nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.»

Diskutiert wird auch der Verkauf des auf blinde und sehbehinderte Gäste spezialisierten Hotels Solsana in Saanen BE. Denn: «Der Hotelbetrieb lasse sich auch in den nächsten Jahren nicht kostendeckend führen.» Gäste monieren insbesondere die schlechte Küche und den «Heimcharakter» des Angebots für blinde und sehbehinderte Besucher. 

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Gründe für die Finanzmisere sehen Insider unter anderem bei den hohen Personalkosten.

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Jasmine Helbling, Redaktorin

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