Nach acht kräftezehrenden Monaten war endlich Schluss. Meine The­rapie war vorbei, der Brustkrebs ­Vergangenheit. Draussen war Frühling, und gleichzeitig mit den Blättern an den Bäumen kehrten auch die Haare auf dem Kopf zurück. Optimistisch blickte ich nach vorn, freute mich auf meine Arbeit und darauf, nicht mehr ständig ins Spital zu müssen.

Auch wenn die äusserlichen Anzeichen von Chemotherapie und Bestrahlung bald verblassten: Der Weg zurück in den Alltag war steinig. Einiges, was ich vor der ­Diagnose selbstverständlich und ohne viel Nachdenken erledigte, nahm nun plötzlich doppelt so viel Zeit in Anspruch. Trotz langen Ruhepausen verschwanden Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentra­tionsschwächen nicht. Vollzeit zu arbeiten erwies sich als schwierig. Immer wieder musste ich die Erwartungen an mich selbst revidieren. Unsicherheit, Zweifel an der eigenen Leistungs­fähigkeit und Angst vor der Rückkehr der Krankheit ­waren in dieser Phase ständige Begleiter.