Mafia
Herkunft:Sizilien

Grösse:

Etwa 180 Familien mit schätzungsweise 4000 Gefolgsleuten. Kooperation mit den lateinamerikanischen Kokainkartellen, mit der amerikanischen Cosa Nostra, der Camorra, der Sacra Corona Unita, der ‘Ndrangheta und albanischen Organisationen.

Geschäfte:

Früher vor allem Viehdiebstahl und Schmuggel. Seit dem Ersten Weltkrieg Ersatzteilhandel und Schwarzmarkt. In den sechziger Jahren Einstieg ins Drogengeschäft. Heute weltweit wichtigster Heroinlieferant. Ausserdem Kontrolle über öffentliche Aufträge im «legalen» Bausektor, stark im Obst- und Gemüsehandel, daneben Aktivitäten im Bereich Tourismus sowie im Immobilien-, Automobil- und Elektroniksektor.

 

Besonderheit:Bis heute starke traditionelle Orientierung und Familienbindung.

 

Camorra

Herkunft:Neapel und Region Campagnia

 

Grösse:

 

Etwa 100 autonome Gruppen. Kooperiert mit der Mafia, der ‘Ndrangheta und nordalbanischen Clans.

 

Geschäfte:

Prostitution, Schutzgelderpressung, Tabakschmuggel, Rauschgift- und Waffenhandel sowie Glücksspiel.

 

Besonderheit:Familienbande spielen keine grosse Rolle; im Gegensatz zur sizilianischen Mafia nur geringe Medienpräsenz.

‘Ndrangheta

Herkunft:Kalabrien

 

Grösse:

 

Etwa 140 einzelne Gruppen. Enge Zusammenarbeit mit der sizilianischen Mafia, sucht Kontakt zum Medellin- und zum Calikartell, enge Zusammenarbeit mit albanischen Gruppen.

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Geschäfte:

Subventionsbetrug, Drogenhandel, Entführungsgeschäfte in grossem Stil, Gemüse- und Getreidehandel, Handwerk und staatliche Aufträge, Waffenhandel, Veredelung von Rohopium.

 

Besonderheit:Die einzelnen Gruppen agieren in streng abgegrenztem Einflussbereich.

Cosa Nostra

Herkunft:

USA

 

Grösse:

Ursprünglich ein Zusammenschluss von verschiedensten Familien mit mehreren hundert Mitgliedern. Heute relativ schwach; nur noch in New York und in Chicaco aktiv. Grund: In den achtziger Jahren sind über 100 hochkarätige Bosse verurteilt worden.

 

Geschäfte:

Versicherungs- und Landbetrug, Missbrauch von Rentenfonds, Hehlerei, Wucher, illegale Glücksspiele, Buchmacherei, Drogenhandel, Pornographie, Prostitution, Juwelen-, Waffen-, Zigaretten- und Alkoholschmuggel.

 

Besonderheit:Nordamerikanischer Ableger der sizilianischen Mafia mit eigenständiger Entwicklung.

Kokainkartelle

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Herkunft:

Kolumbien

 

Grösse:

Weltweit grösste Drogen-Verteilerorganisation

 

Geschäfte:

Zusammen liefern das Cali- und das Medellinkartell fast 100 Prozent des europäischen Kokains. Allerdings treten sie nur als Grosshändler auf. Durch das militärische Vorgehen gegen das Medellinkartell konnte das Calikartell seine Marktposition ausbauen. Während das Medellinkartell verstärkt auch im Heroinhandel aktiv wird und Kontakte zur sizilianischen Mafia und zur japanischen Jakuza herstellt, betreibt das Calikartell mittlerweile Drogerie- und Supermarktketten, Taxiunternehmen, Chemielabors, Immobilienfirmen, den Fussballklub America sowie eine Reihe unauffälliger niederländischer Unternehmen, die den Import des Kokains für den europäischen Markt auf dem Seeweg organisieren.

 

Besonderheit:Das Medellinkartell und das Calikartell entstanden zu Beginn der achtziger Jahre und sind verfeindet.

«Russenmafia», Beispiel Solntsevskaya

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Herkunft:

Moskau

 

Grösse:

Rund 2000 Mitglieder.

 

Geschäfte:

Unterhält ein weltweites Netz von legalen Finanzunternehmen, Gesellschaften und weiteren Firmen zur Geldwäsche. Das Netzwerk reicht von Polen, Ungarn, Bulgarien und Österreich über Frankreich und Grossbritannien bis in die USA. Es umfasst Argentinien und Peru ebenso wie Costa Rica. Hauptgeschäfte sind Betrugs- und Falschgelddelikte, Geldwäscherei, Erpressung und Entführung, Korruption, Drogenhandel.

 

Besonderheit:Ist in der Schweiz durch den Prozess gegen Sergei Michailow bekannt geworden.

«Albanermafia»

Herkunft:

Kosovo, Albanien, Mazedonien

 

Grösse:

Die Bezeichnung «Albanermafia» umschreibt ein weit verzweigtes und unübersichtliches Gestrüpp von kleinsten Familienclans bis hin zu sehr gut organisierten Gesellschaften mit besten internationalen Kontakten zu anderen kriminellen Organisationen sowie zu Politik und Wirtschaft. Der spektakuläre Crash der so genannten Pyramiden- Finanzgesellschaften und der Zusammenbruch des albanischen Staats waren ein eigentlicher Entwicklungsschub für die bereits bestehenden Gangster- und Schmugglerclans. Die nordalbanischen Clans unterhalten gute Kontakte zur Sacra Corona Unita aus Apulien, zur Camorra sowie zur ‘Ndrangheta.

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Geschäfte:

Schmuggel von Embargogütern, Drogen- und Waffenhandel, Fahrzeugdiebstahl, organisierte Einbruchserien, Menschenhandel, Erpressung, Prostitution.

 

Besonderheit:Enge Verbindung zu Teilen der kosovarischen Befreiungsarmee UCK.