Östrogen, Progesteron, Gestagen, als Pille, Gel, Creme oder Pflaster: In den Wechseljahren sieht frau sich plötzlich mit Hormonen und deren Ersatztherapien konfrontiert. Alle paar Jahre wird eine neue Studie publiziert, die vor höherem Krebsrisiko Mammografie Soll ich zum Brustkrebs-Screening? durch Hormontherapien warnt oder aber droht, dass frau ohne Ersatzhormone eher an Osteoporose erkrankt. Es scheint fast, als kämen Frauen Gendermedizin Grosse Ignoranz beim kleinen Unterschied nicht ohne Medizinstudium durch die Wechseljahre. Schweissausbrüche sind da programmiert.

Die erfreuliche Botschaft: Ein Drittel der Frauen hat keine oder nur geringfügige Beschwerden und muss in den späten Vierzigern, frühen Fünfzigern nicht zur Hormonspezialistin mutieren. Rund die Hälfte der Frauen hat zwar mit unangenehmen Symptomen zu kämpfen, kann sie aber mit natürlichen Mitteln behandeln. Und selbst jener Sechstel mit starken Beschwerden kann zuerst versuchen, mit einer Therapie, bei der die Hormone niedrig dosiert sind, die Symptome auf ein erträgliches Mass zu reduzieren.

Das Übel ist die Angst

Nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen – so sieht es Ulrike Ehlert, Professorin für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Uni Zürich. Man solle diese Zeit der Veränderung nicht vorauseilend als krankhaft bewerten. «Nur weil der Östrogenspiegel sinkt, vertrocknet die Frau nicht gleich. Und sie hat auch nicht zwangsläufig mit Beschwerden zu kämpfen.»

Tatsächlich könne die Angst vor der Menopause sogar Ursache allen Übels sein. Ähnlich wie die Angst vor einer schwierigen Geburt das Risiko einer Wochenbettdepression erhöht, steigt auch bei Frauen, die sich präventiv vor den Wechseljahren fürchten Altersdepression Welche Anzeichen alarmieren sollten , die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich unter Symptomen leiden.

«Junge Frauen müssen schlank sein. Ältere Frauen müssen ebenfalls schlank und dazu noch jung sein. Es ist ein Irrsinn.»

Ulrike Ehlert, Professorin für klinische Psychologie und Psychotherapie Uni Zürich

Die Ursache für diese Ängste sieht Ulrike Ehlert vor allem in der Gesellschaft. Die Wechseljahre sind zwar immer weniger ein Tabuthema, doch es werde ein falsches Bild vom Älterwerden propagiert. «Junge Frauen müssen schlank sein. Ältere Frauen müssen ebenfalls schlank und dazu noch jung sein. Es ist ein Irrsinn.»

Einer, der nicht ohne Folgen bleibt. So konnten Ehlert und ihr Team in einer Studie zur Gesundheit der Frau ab 40 feststellen, dass die Teilnehmerinnen extrem viel Sport Fitness Bewegung hält den Körper schön getrieben und ihr Essverhalten Schöne Haut Essen Sie sich schön stark kontrolliert haben. All das auch, um die durchschnittlich vier Kilo Gewichtszunahme während der Wechseljahre zu vermeiden. Dabei sei diese Zunahme aus zwei Gründen völlig normal. «Erstens aufgrund des altersbedingten Anstiegs des Stresshormons Cortisol, was zu mehr Fetteinlagerungen führt. Und zweitens aufgrund des niedrigeren Östrogenspiegels, der indirekt Heisshunger fördert», klärt Ehlert auf.

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Kleine Tricks für bessere Wechseljahre

Bevor frau etwas unternimmt, solle sie erst einmal über einen bestimmten Zeitraum notieren, welche Probleme wann wie stark vorkommen, empfiehlt Susanne Bucher, Co-Chefärztin Frauenklinik und Leiterin des Brustzentrums des Luzerner Kantonsspitals. «So merkt sie unter Umständen, dass die Symptome nach einer gewissen Logik auftreten – und sich durch bestimmte Verhaltensanpassungen reduzieren oder gar vermeiden lassen.»

Manchmal reicht es aus, weniger Kaffee, Tee, Alkohol oder scharf gewürztes Essen zu konsumieren. Oder statt eines dicken Pullovers mehrere Schichten an- und bei Bedarf wieder auszuziehen, um Hitzewallungen zu mildern (siehe auch Infobox unten «Tipps für die Wechseljahre»). Feste Schlafrituale sowie ein abgedunkeltes und kühles Zimmer können wiederum helfen, Schlafstörungen zu mindern.

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Wann sollte man mit Wechseljahr-Beschwerden zur Ärztin?

Ärztliche Beratung braucht es dafür nicht zwingend. «Es ist wichtig, die Wechseljahre nicht als Krankheit, sondern als einen natürlichen Prozess zu begreifen», sagt auch Chefärztin Bucher. Entsprechend können Frauen zuerst versuchen, sich mit Veränderungen des Lebensstils und natürlichen Mitteln selbst zu helfen. Wer indes anhaltend unter belastenden Symptomen leidet oder aber Probleme mit Herz oder Kreislauf feststellt, sollte sich ärztliche Hilfe holen.

Hormontherapien können in schwereren Fällen tatsächlich das Mittel der Wahl sein. Es gibt nur beschränkt Grund, sich vor gesteigertem Krebsrisiko zu fürchten, versichert Susanne Bucher. «Hormontherapien sind weder gut noch schlecht. Sie können nach gründlicher Abklärung der familiären Ausgangslage, des Gesundheitszustands, der Schwere der Symptome und des erwünschten Resultats eine Behandlungsmöglichkeit sein.»

Der Moment, hinzusehen

Grundsätzlich gilt: Je früher und niedriger dosiert eine Frau Hormonersatz nimmt, umso sicherer ist die Behandlung. «Zwingend ist eine Hormontherapie nicht, aber in manchen Fällen kann sie durchaus sinnvoll sein», sagt auch die Gynäkologin Marion Ombelli, die in einer Neuenburger Gruppenpraxis für integrative Frauengesundheit tätig ist.

Allerdings warnt sie davor, jedes Leiden zwischen 40 und 60 pauschal den Wechseljahren zuzuschreiben: «Wenn die Gelenke Umstrittene Therapie Glaubenskrieg um neue Arthrose-Therapie wehtun und Hitzewallungen auftreten, steckt sehr häufig nicht ein Hormonmangel dahinter, sondern ein Stoffwechselproblem Eisenmangel Gründe fürs Gähnen .» Statt Symptome mit natürlichen oder chemischen Mitteln zu überdecken, sieht sich die Gynäkologin die Frau lieber ganzheitlich an und überprüft den Magen-Darm-Trakt, die Aufnahmeorgane, das Immunsystem, die Energieproduktion und das Entgiftungssystem.

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Marion Ombelli hat die Erfahrung gemacht, dass sich sehr viel über eine angepasste Ernährung Ernährung im Alter Die Freude am Essen neu entdecken regeln lässt. «Letztlich muss sich aber jede Frau selbst fragen, ob sie diese Lebensphase für eine Bestandsaufnahme nutzen oder lieber jedes Symptom mit irgendeinem Mittel behandeln will.»

Tipps für die Wechseljahre

Das hilft bei Wechseljahrbeschwerden

 

Hitzewallungen

  • Salbei: Ob als Tee, Tropfen oder Pillen – Salbei wirkt schweisshemmend und wirkt ausgleichend auf Schwankungen des Hormonspiegels.
  • Traubensilberkerze: Bei leichten und mittelschweren Wallungen kann Traubensilberkerze Erleichterung bringen. Das pflanzliche Mittel – in der Regel als Extrakt in Dragee-Form – hilft zudem bei Verstimmungen und Einschlafschwierigkeiten.
  • Pflanzliches Östrogen: Soja, Leinsamen und Rotklee enthalten östrogenähnliche Stoffe, die Wallungen ebenfalls lindern.

 

Depressive Verstimmungen

  • Johanniskraut: Studien belegen die antidepressive Wirkung des Krauts, vor allem in Form von konzentriertem Extrakt. Erhältlich ist es auch als Tee, Tropfen oder Pillen.
  • Baldrian: Baldrianwurzeltee oder -tropfen helfen bei Stimmungsschwankungen und fördern guten Schlaf.
  • Grüner Hafer: Das Getreide kann in Tee oder in Tropfenform gegen depressive Verstimmungen helfen.

 

Lustlosigkeit

  • Rosenwurz: Das Dickblattgewächs dient als Kraftspender und wirkt sexuell stimulierend.
  • Brennnessel: Das Kraut liefert Eisen und wirkt lustfördernd.
  • Zink: Das Sexualhormon Testosteron ist auch für die weibliche Lust entscheidend. Zinkhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Getreide, Nüsse, Eier und Fisch kurbeln seine Produktion an.

 

Scheidentrockenheit

  • Öle und Fettsäuren: Leinöl und Hanföl mit ihren Omega-3- und Omega-6-Säuren wirken positiv auf die Blutfettwerte. Bereits Baumnuss- und Rapsöl im Salat kann Wirkung zeigen.

 

Verdauungsbeschwerden

  • Tees: Löwenzahn- und Kalmuswurzel, Schleifenblumen, Tausendgülden- oder Wermutkraut sind Pflanzen mit Bitterstoffen, die bei Verdauungsproblemen helfen. Ingwer und Kamille kurbeln zudem die Verdauung an.
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«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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