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Restless-Legs-SyndromWas bei unruhigen Beinen hilft

Können Sie öfters wegen einer unerklärlichen Unruhe in den Beinen nicht ruhig sitzenbleiben? Dann ist möglicherweise das Restless-Legs-Syndrom der Grund.

Das Gefühl, dass man die Beine kaum stillhalten kann: Das Restless-Legs-Syndrom ist für Betroffene mit einem unangenehmen Kribbeln in den Beinen verbunden.

Von aktualisiert am 13. Dezember 2018

Etwa fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung – mehrheitlich Frauen – leiden am Restless-Legs-Syndrom (RLS). Diese neurologische Erkrankung tritt im Alter häufiger in Erscheinung, auch wenn selten sogar Kinder betroffen sein können. Die Betroffenen verspüren schwer beschreibbare Gefühle und einen Bewegungsdrang in den Beinen, besonders in den Unterschenkeln, weswegen die Krankheit übersetzt «Ruhelose Beine» genannt wird. 

Seltener sind auch die Arme und der übrige Körper betroffen. Das unangenehme Kribbeln oder Zappeligwerden tritt fast ausschliesslich im Sitzen oder im Liegen auf. Bei Bewegung lässt das unangenehme Gefühl nach. Typischerweise sind die Symptome abends und während der Nacht am stärksten und lassen gegen Morgen nach.

«Würmer in den Muskeln»

Weil der Betroffene selbst grosse Mühe hat, seine Beschwerden überhaupt zu beschreiben, wird er oder sie selbst von den engsten Angehörigen nicht verstanden und hat auch Hemmungen zum Arzt zu gehen. Der Patient hat Angst, der Arzt würde eine psychiatrische Diagnose Vorurteile Psychische Krankheiten sind keine Einbildung stellen, wenn die Symptome in den Beinen mit «Würmern in den Muskeln» oder mit «Coca Cola in den Venen» oder gar als «unbeschreiblich» umschrieben würde. Nur in etwa der Hälfte der Fälle werden die Gefühle als eigentliche Schmerzen bezeichnet.

Die ruhelosen Beine können die Betroffenen am Ein- oder Durchschlafen hindern Schlafstörung Der Traum vom erholsamen Schlaf und in schweren Fällen sogar völlig unmöglich machen. Solche Patienten sind gezwungen, die ganze Nacht herumzulaufen, kalte Duschen zu nehmen oder sich die Beine zu bürsten.

Viele Schlafstörungen haben ihre Ursache im RLS

Bei einem von fünf Menschen mit chronischen Schlafstörungen Schlaflosigkeit Schlaf, wo bleibst du? steckt ein Restless-Legs-Syndrom dahinter. Folgen der schlechten Nächte sind Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen.

Bei manchen Betroffenen treten im Schlaf auch periodische Beinbewegungen auf – sogenannte «PLMS» (periodic leg movements in sleep). Man darf aber auf keinen Fall den Umkehrschluss ziehen, dass jeder, der solche PLMS hat, bald an einem Restless-Legs-Syndrom erkranken würde. PLMS können aber auch bei völlig gesunden Personen beobachtet werden.

Der Herzpuls steigt bei jeder PLMS-Bewegung an: ein Zeichen, dass auch das vegetative Nervensystem beeinflusst wird.

Quelle: Thinkstock Kollektion

Restless-Legs-Syndrom kann vererbt werden

Bei schweren Fällen treten die Symptome auch tagsüber auf und machen das Sitzen unmöglich – etwa am Esstisch, im Flugzeug oder im Theater. Restless-Legs-Beschwerden sollten nicht verharmlost werden: Es gibt Betroffene, die sehr stark darunter leiden, dass sie nicht stillsitzen können oder es ihnen erst morgens um sechs Uhr gelingt, überhaupt einzuschlafen. Das nächtliche Umherwandern und die ständige Unruhe am Tisch oder vor dem Fernseher kann auch zu Spannungen mit Angehörigen führen, die dadurch um ihren Schlaf oder um ihre Ruhe gebracht werden.

Das Syndrom ist erblich mitbedingt und tritt in einzelnen Familien gehäuft auf. Auch Schulkinder können an ruhelosen Beinen leiden. Besonders häufig leiden schwangere Frauen darunter. Ein Drittel der Betroffenen erkrankt bereits vor dem 20. Geburtstag.

Die Ursache der Krankheit liegt möglicherweise an einem Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn oder im Rückenmark. Es gibt primäre und sekundäre Formen des Syndroms: Sekundären Formen liegt zusätzlich eine zweite Grundkrankheit zugrunde – etwa ein Eisenmangel, eine Nervenentzündung, eine Nierenerkrankung oder Diabetes.

Achtung Verstärker!

Wichtig zu wissen: Viele Medikamente können die Beschwerden verschlechtern oder sogar auslösen. Dazu zählen Neuroleptika (wie sie bei Psychosen oder selten bei Schlafstörungen verordnet werden) und gewisse Antidepressiva Antidepressiva Abhängig? Die Pharma interessierts nicht , Medikamente gegen Reiseübelkeit Reisekrankheit Tipps gegen Reiseübelkeit sowie Herz- und Blutdruckmittel. In der Schwangerschaft, bei einem Eisenmangel oder nach Blutspenden können die Symptome der ruhelosen Beine verstärkt spürbar werden.

Der Arzt/die Ärztin diagnostiziert das Restless-Legs-Syndrom anhand der beschriebenen Symptome. Eher selten ist auch eine Nacht im Schlaflabor nötig. Bei entsprechendem Leidensdruck lassen sich die Symptome mit Medikamenten behandeln. Diese müssen vom Arzt oder der Ärztin verschrieben und deren Wirkung im Langzeitverlauf kontrolliert werden.

Manchmal hilft es auch, einige Wochen auf Alkohol, Nikotin, Kaffee Koffein 10 Fakten zu Kaffee , Schokolade und Zucker Verdauung Wenn Süsses Wind macht zu verzichten und zu beobachten, ob die Symptome allenfalls nachlassen. Manche Betroffene sprechen auf Magnesiumpräparate an (300mg/Tag) an.

Was kann beim Restless-Legs-Syndrom helfen?

Probieren Sie aus, was Ihnen gut tut: Bewegungsübungen vor dem Schlafengehen, warme oder kalte Bäder, Massagen, Dehnungsübungen, Zubettgeh-Rituale oder ein besonderes Augenmerk auf einen regelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus.

Für einmal nicht zu empfehlen sind Entspannungsmethoden – da diese die Symptome verstärken können.

Über den Autor

Johannes Mathis ist am Berner Inselspital als Leitender Arzt der Abteilung Klinische Neurophysiologie und als Leiter des dortigen Schlaf-Wach-Zentrums tätig. Von 2009 bis 2011 war er Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und Chronobiologie SGSSC. Zudem ist Mathis seit über 26 Jahren ärztlicher Beirat im Vorstand der Patientenvereinigungen für Narkolepsie und Restless-Legs.

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Chantal Hebeisen, Redaktorin

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3 Kommentare

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svenduerr11

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marcoz

Auch ich hatte ruhelose Beine (restless legs). Anfangs dachte ich dabei immer dass mir Magnesium fehlt da ich viel Ausdauersport machen. Dann habe ich die anderen typischen negativen Faktoren ausgeschaltet wie Koffein, Eisen, Zucker – aber daran lag es nicht.

Am Ende war es das Handy welches ich immer in der linken Hostentasche hatte und das auf den linken Oberschenkel ausstrahlte. Dies ging wohl über Jahre, bei mir ist auch oft schlechter Empfang (im Büro und Zuhause) und dann strahlen die Geräte umso noch mehr um den Empfang mit der Mobilfunkantenne aufrecht zu erhalten.

Als ich diesen Tipp bekommen habe, dachte ich zuerst das sein Humbug oder etwas esotherisches. Aber ich habe dann einfach mal das Handy rechts getragen und schon nach 1 Woche waren die doch starken Symptome gelindert. Nun ca. 3/4 Jahr später spühre ich gar nichts mehr vom ursprünglichen Schmerz und dem Zucken dass ich immer hatte.

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evelyn
Diesen Artikel habe ich mit grossem Interesses gelesen. Ich habe zwar zum Glück keine Restless-leggs, aber ähnliche Symptome. Aber durch Zufall habe ich herausgefunden, dass ich diese unangenehmen Gefühle im ganzen Körper, und vor allem in den Beinen, nur habe, wenn ich etwas mit Glutamat oder Hefeextrakt gegessen habe. Seit ich diese Zusatzstoffe, z.B. in Aromat und Maggi, allen Fertigsaucen- und Suppen, aus meiner Küche verbannt habe, geht es mir wieder gut. Ich frage mich oft, ob dies nicht auch bei Kindern, die oft zappelig sind, eine Rolle spielen könnte. Ich bin übrigens nicht alleine mit meinem Problem: Eine Mitbewohnerin und ihre Tochter hatten auch jahrelang unruhige Beine, und sogar Arme. Seit sie Geschmacksverstärker Glutamat und Hefeextrakt meiden, haben sie auch keine Beschwerden mehr. Ihre Stellungnahme würde mich sehr interessieren. Vielen Dank und freundliche Grüsse Frau Evelyn Marfurt-Spillmann Schweizerhausstrasse 5 6006 Luzern Tel. 041 410 47 46 evelyn.marfurt@icloud.com

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