Warzen entstehen nicht von selbst. Wir haben sie unseren Mitmenschen zu verdanken. Sie werden meist beim Händedruck oder via Füsse in Schwimmbad und Sauna übertragen.

Auslöser sind humane Papillomviren. Sie dringen in den Körper ein, wo die Haut durch Kratzer, Rasieren oder ein Ekzem beschädigt ist, und setzen sich dort fest. Das spielt sich in den obersten Hautschichten ab – so bekommt das Immunsystem Abwehrkräfte Was stärkt unser Immunsystem? von den Viren lange Zeit nichts mit. Sie nisten sich in aller Ruhe unter der Haut ein, bis sie sich als verhornte Erhebung bemerkbar machen.

Flach-, Dorn- und Pinselwarzen

Am weitesten verbreitet ist die gewöhnliche Warze, vor allem bei Kindern. Sie wird bis zu erbsengross, hat eine raue, schuppige Oberfläche und wächst meist auf Händen und Füssen. 

Kinder und Jugendliche leiden aber oft auch unter runden Flachwarzen an den Händen und im Gesicht. Der Spezialist für die Fusssohle ist hingegen die Plantarwarze. Sie wird auch Dornwarze genannt, weil sie durch das ständig auf ihr lastende Körpergewicht immer tiefer in die Fusssohle eindringt und irgendwann schmerzt wie ein Dorn. Ausserdem breitet sie sich gerne über die ganze Sohle aus.

Eher im Gesicht und am Hals fühlen sich Pinselwarzen wohl. Sie können sich gerade bei Männern im Gesicht schnell ausbreiten, denn durch das Rasieren wird die Haut immer leicht aufgekratzt und von einer Stelle zur nächsten verschleppt.

Abwarten lohnt sich

Therapien gegen Warzen gibt es viele. Doch etwa 50 Prozent aller Warzen verschwinden auch ohne Behandlung innerhalb von sechs Monaten – gleich, wie sie gekommen sind, ohne Narbe – und kommen auch meist an dieser Stelle nicht wieder. Je länger die Warze schon da ist, desto besser sind die Aussichten, dass sie spontan wieder verschwindet. Der Grund für die spontane Abheilung ist nicht genau bekannt.

Ärzte empfehlen daher ruhig eine Weile mit einer Therapie zu warten, vor allem bei Kindern. Ausnahme: wenn die Warze an einer kosmetisch sehr störenden Stelle sitzt, schmerzt oder das Risiko besteht, dass sie sich ausbreitet. Dann kann man versuchen nachzuhelfen. Eine Garantie, dass die Warze verschwindet und wegbleibt, gibt es aber nicht. Den Arzt braucht es dazu anfangs nicht. Es sei denn, man ist sich nicht sicher, ob es sich wirklich um eine Warze handelt

Anzeige

Wie wird man die Viren wieder los?

Wie effektiv die zahlreichen praktizierten Methoden tatsächlich gegen Warzen helfen, ist nur für die wenigsten gut untersucht. Das unabhängige Fachblatt «Gute Pillen – Schlechte Pillen» hat sich die Studien dazu genauer angesehen und kommt zum Schluss: «Zum Entfernen eignen sich rezeptfreie Präparate mit Salicylsäure, Milchsäure oder Kombinationen davon.» Auch die Richtlinien der Britischen Dermatologischen Gesellschaft raten zu diesen Methoden, das Forschernetzwerk Cochrane in seiner jüngsten Empfehlung ebenso. Die Strategie dieser Mittel ist, sich quasi den Viren in der Haut hinterherzugraben und sie zu entfernen. 

Ebenfalls gut untersucht ist die Wirkung der Kältetherapie: Das Vereisen der Warze soll die Viren innert weniger Tage absterben und die Warze nach einigen Wochen abfallen lassen. Für Hausmittel und radikale Methoden existieren hingegen keine oder nur wenige gute Untersuchungen, sagen die Forscher von Cochrane.

An diesen Stellen treten Warzen auf

Illustration von verschiedenen Warzenarten

Warzen wachsen je nach dem lieber an Füssen, Händen oder im Gesicht.

Quelle: Anne Seeger (Illustrationen)
Anzeige

Diese Therapien können gegen Warzen helfen

Wirken kaum: Kräuter

Wirkprinzip: Akupunktur Akupunktur Nadelstiche als Wundermittel , Homöopathie Homöopathie Kleine Kügelchen, grosse Wirkung , Kräutertinkturen.
Wie effektiv: Keine guten Untersuchungen vorhanden.
Wo geeignet: Akupunktur und Homöopathie überall, Kräutertinkturen besser nicht im Gesicht.
Aufwand: Moderat, zum Teil teuer.
Schmerzhaft: Stichschmerz bei Akupunktur, Kräutertinkturen können ätzen.
Anwendung: Für alternative Methoden zur Warzenentfernung existieren keine guten Studien, urteilt das Blatt «Gute Pillen – Schlechte Pillen». Die Behandlung ist oft teuer und ihre Erfolgsrate nicht besser als die natürliche Heilungsquote oder die Behandlung mit einem Scheinmedikament (Placebo Selbstheilung dank Placebo Die Kraft der Gedanken ). In den neuen Richtlinien zum Umgang mit Warzen der Britischen Dermatologischen Gesellschaft rangieren alternative Methoden auf den hintersten Rängen. Keine Wirknachweise gibt es für Methoden wie Schnecken über die Warze kriechen lassen, sie mit Urin einzureiben oder bei Vollmond zu «besprechen».

 

Günstig und am erfolgreichsten: Salicylsäure

Wirkprinzip: Die verhornte Warze aufweichen und nach und nach abtragen.
Wie effektiv: Laut Studien lassen sich damit 70 Prozent der Warzen entfernen, vor allem an den Händen.
Wo geeignet: Wirkt höher konzentriert (15 bis 40 Prozent) gut an Händen und auch Füssen, unter ärztlicher Aufsicht im Gesicht und bei Kindern niedrig konzentriert (2 bis 10 Prozent).
Aufwand: Hoch, da tägliche Anwendung, aber nicht teuer.
Schmerzhaft: Gering.
Anwendung: Die Mittel gibts als gelartige Lösung, als Stift oder als Pflaster. Vor der Anwendung wird die Haut von Hand oder Fuss am besten mit einem warmen Bad aufgeweicht, so dringt das Mittel besser ein. Um die gesunde Haut um die Warze herum nicht mit den aggressiven Lösungen zu entzünden oder eine Kontaktallergie zu riskieren, schützt man sie am besten mit etwas Vaseline oder einem zurechtgeschnittenen Pflaster. Nach einem Tag wird die aufgeweichte Haut mit einem Hornhauthobel oder Bimsstein vorsichtig abgetragen und erneut das Mittel aufgebracht. Dieser sich täglich wiederholende Prozess dauert Wochen. Narben bleiben dadurch nicht zurück.

 

Weniger aggressiv: Aufweichen mit Hausmitteln

Wirkprinzip: Die verhornte Warze aufweichen und nach und nach abtragen.
Wie effektiv: Keine Studien vorhanden.
Wo geeignet: Im Prinzip überall.
Aufwand: Hoch, da tägliche Anwendung.
Schmerzhaft: Gering.
Anwendung: Viele der für Warzen oftmals beschriebenen Hausmittel verfolgen eine ähnliche Strategie wie Salicylsäure, wirken aber weniger aggressiv: Auch eine über Nacht auf die Warze gebundene Bananenschale oder eine halbierte Knoblauchzehe weicht die harte Oberfläche auf, möglicherweise haben auch spezielle Inhaltsstoffe eine gewisse Wirkung. Den gleichen Effekt hat ein ständig auf der Warze befestigtes Stück Klebeband. Auch hier muss die aufgeweichte Haut regelmässig abgehobelt und der Vorgang wiederholt werden.

 

Entfernt Warzen bei jedem Zweiten: Vereisung

Wirkprinzip: Das Vereisen der Warze soll die Viren innert weniger Tage absterben und die Warze nach einigen Wochen abfallen lassen.
Wie effektiv: Laut Studien lassen sich damit 50 Prozent der Warzen entfernen.
Wo geeignet: Wirkt mit grosser Kälte (Hautarzt) und in geringerer Kälte (Drogerie) gut an den Händen, am Fuss alle 14 Tage über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten. Im Gesicht und bei Kindern nur milde Kälte unter ärztlicher Aufsicht.
Aufwand: Gering, da nur alle zwei bis drei Wochen einmal angewendet.
Schmerzhaft: Im Moment der Vereisung ja.
Anwendung: Optimal wirkt die Methode beim Hautarzt. Er vereist die Warze mit flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius. Zum Vereisen zu Hause gibt es Produkte mit Dimethylether in der Apotheke. Es kühlt nur bis maximal minus 80 Grad Celsius, die Erfolgsquote könnte dadurch leiden, doch die Untersuchungen widersprechen sich hier. Narben bleiben keine zurück. Cochrane weist auf zwei Studien hin, bei denen die Kombination von Salicylsäure und Kältetherapie bessere Erfolge bringt als nur eine der beiden Therapien allein. Möglicherweise dringt die Kälte besser in die Tiefe ein, wenn die Haut zuvor aufgeweicht wurde.

 

Weniger geeignet: Skalpell, Laser oder Zellgift

Wirkprinzip: Chirurgische Entfernung der Warze, Behandlung mit Zellgiften zur Tumorbekämpfung, Laserbehandlung.
Wie effektiv: Es gibt keine guten Studien.
Aufwand: Hoch, teuer.
Schmerzhaft: Ja.
Anwendung: Diese radikalen Methoden bleiben dem Hautarzt vorbehalten. In den englischen Richtlinien rangieren diese Methoden jedoch auf den hinteren Plätzen, da sie teuer sind und es keine Garantie gibt, dass die Warze nicht nach einer Weile wiederkommt. Der Eingriff ist schmerzhaft, und es bleibt fast immer eine Narbe zurück. Deshalb sind alle diese Methoden für Kinder ungeeignet. Gemäss Cochrane gibt es zudem für die Wirksamkeit so gut wie keine Nachweise.

Von harmlos bis gefährlich: Die häufigsten Warzen

  • Vulgäre Warzen wachsen meist an den Händen, häufig bei vorgeschädigter Haut (Risse, Verletzungen).
  • Fusswarzen (Dornwarzen) wachsen oft nach innen (sehr schmerzhaft).
  • Plane Warzen: kleine, flache und weiche Warzen, die in grosser Zahl auf­treten können (20 bis 100 Stück): bei Kindern und Männern oft im Gesicht, bei Frauen eher an den Beinen.
  • Genitalwarzen (Feigwarzen, Feuchtwarzen, Spitzwarzen): Verschiedene Formen sind möglich – von kleinen, weichen, flachen bis zu grossen blumenkohlförmigen Warzen ist fast alles zu finden. Sie treten im Genitalbereich auf, am Muttermund, am Anus, im Enddarm, aber auch im Mund. Bei Verdacht unbedingt ärztliche Hilfe suchen.
Anzeige

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

Wissen, was dem Körper gut tut.

Der Gesundheits-Newsletter