Wie Hagelkörner prasseln die Fragen auf die Frau nieder. Ständig und plagend. Die Frau drückt sich in Sicherheit, in die Mulde des Ledersessels, sie zieht die Knie zur Brust.

Wo bist du?, fragt der Therapeut. Draussen oder drinnen? Tag oder Nacht? Seine Stimme ist fordernd, sie ist laut.

Ich weiss nicht.

Wie alt bist du gerade? Die Frau atmet tief, sie atmet schwer. Sie schweigt.

Wir gehen zurück! FÜNF! Du machst das hervorragend, je tiefer du gehst, desto besser! VIER! Lass das unangenehme Gefühl hochkommen! Spür das Gefühl, das du nicht mehr spüren willst! DREI! Wir sind bald so weit. ZWEI! Ist das Gefühl da? EINS!

Zwei Finger des Therapeuten tanzen auf ihrem Stirnbein über der Nasenwurzel. Dann wieder diese Fragen.

Wo bist du? Drinnen oder draussen? Tag oder Nacht?

Drinnen … Ich habe grad … Angst. Da stehen … Menschen … um mich herum. Sie wollen nicht, dass ich … glücklich bin, murmelt die Frau.

Wer sagt das?

Meine Eltern. Mein Expartner … Ich kann ja nichts …

Ihre Hände kneten die Oberschenkel, sie kneten die Unterarme, da zerfällt ihr Gesicht.

ICH KANN NICHTS!, stösst die Frau aus.

Konzentriere dich auf deinen Atem, sagt der Therapeut.

Hansruedi Wipf hypnotisiert eine Frau.

«Lass dich sinken»: Hansruedi Wipf behandelt eine Frau an einem Seminar für Hypnosetherapeuten.

Quelle: Hanna Jaray

«Lass dich sinken» – den ganzen Tag lang

Hypnose ist nichts für schwache Nerven. Ausser für 100 Leute in einem Hotel am Rande der Stadt. Darunter eine Psychologin, ein Computerspezialist, eine kaufmännische Angestellte, ein Psychiatriepfleger. Sie wollen Hypnosetherapeuten werden, oder sie sind es bereits.

Es ist Mai. Starkstromleitungen zerteilen den Himmel über dem Hotel wie die Käseharfe dicke Milch. Drinnen lassen sich drei Frauen und ein Mann hypnotisieren. Alle vier geben freiwillig ihr Leben und Leiden preis. Alle 100 sehen und hören freiwillig zu. Und das zwölf Stunden lang. Unterbrochen durch ein Mittagessen. Und beendet mit einem grossen Bier oder einer Cola. Dazwischen das ewige Mantra der Hypnotiseure: Lass dich sinken. Lass dich sinken. Tiefer. Tiefer. Lass dich gehen.

Was bringt eine Hypnose-Therapie?

Auch für den Berichterstatter des Beobachters ist das Thema Hypnose eine harte Nuss. Auf der einen Seite ist da die Faszination, dass man einen Fremden in kurzer Zeit in diesen, sagen wir, Ausnahmezustand versetzen kann. Auf der anderen Seite nagt der Zweifel, ob eine Therapie mit Hypnose längerfristig wirkt. Also ob die Heilsversprechen tatsächlich eingelöst werden oder überhaupt eingelöst werden können. Und wenn ja, bei welchen Ängsten, Süchten, Krankheiten.

Populär ist Hypnose, wenn man mit dem Rauchen aufhören will. Beim Büronachbarn gegenüber hat sie gewirkt, beim Büronachbarn daneben nicht. Ein Hypnosetherapeut würde typischerweise erklären, beim einen sei der Leidensdruck hoch genug gewesen und ebenso die Bereitschaft, etwas in seinem Leben zu ändern. Beim andern halt nicht.

Also, was genau ist Hypnose?

Lassen wir jenen Mann zu Wort kommen, der in der Schweiz Hunderte von Hypnotiseuren ausgebildet hat, den Winterthurer Hansruedi Wipf. Hypnose sei «weder ein Schlaf- noch ein Wachzustand», schreibt er im Buch «Hypnose». Der Zustand habe «eine so unglaubliche Bandbreite an Höhen und Tiefen, an Wahrnehmungen und Empfindungen», dass jeder Versuch, ihn korrekt zu beschreiben, eigentlich zum Scheitern verurteilt sei.

Er versucht es dennoch und definiert Hypnose als «die Umgehung des kritischen Faktors des Bewusstseins und die Etablierung von selektivem und akzeptablem Denken». Anders gesagt: Mit Hypnose umgeht der Therapeut zeitweise den Verstand des Klienten und versucht, negative Erinnerungen im Unterbewusstsein zu neutralisieren. Gelöscht werden sie nicht. Man weist ihnen ein anderes Gewicht zu.

«Hypnosetherapie ist einfach zu erlernen»

Wipf beschäftigt sich seit 2010 ausschliesslich mit Hypnose. Er ist 53, hat Staatswissenschaften studiert, war Handballer, ist Offizier der Schweizer Armee und arbeitete in der Automobilindustrie. Hypnose hat für ihn nichts zu tun mit «Gspüürschmi» oder Übersinnlichem. Wipf ist Chef der Firma Hypnose.net, beschäftigt ein halbes Dutzend Hypnotiseure, hält die Rechte an Marken wie HypnoDent®, HypnoKids®, HypnoSex®, HypnoSlim® und ist in der Schweiz so etwas wie der ISO-zertifizierte Mister Hypno. 

«Hypnosetherapie ist einfach, effizient, kostengünstig und leicht zu erlernen», sagt er. «Dazu braucht man nicht mehr als sieben Tage à zehn bis zwölf Stunden.» Die Ausbildung kostet bei Wipf 3950 Franken, bei Sofortzahlung 200 Franken weniger.

Hansruedi Wipf, Hypnosetherapeut
Quelle: PASCAL MORA

«Was will man denn kaputtmachen, wenn man Hypnose anwendet? Man müsste böse Absichten haben.»

Hansruedi Wipf, Hypnotiseur

Und was ist man dann? «Vom Staat her gesehen gar nichts. Auch wenn man sich von einem anderen Institut ausbilden liess. Hypnosetherapeut ist kein anerkannter Beruf. Aber Sie dürfen mit Menschen arbeiten. Jede Mutter braucht Hypnose, wenn ihr Kind sich das Knie aufschürft und sie sagt: Ich blase nun dreimal, und dann tut es dir nicht mehr weh! Was will man denn kaputtmachen, wenn man Hypnose anwendet? Man müsste böse Absichten haben», sagt Wipf. «Wir Profis tun nichts anderes, als dem Menschen zu helfen, sich selber zu helfen.»

Für ihn ist Hypnose «fast grenzenlos einsetzbar», von Ängsten Panikanfälle Ein dunkles Leben mit der Angst im Nacken , Allergien Ursachenforschung Dem Rätsel der Allergien auf der Spur , Reizdarm über Depression bis zu Zwangsstörungen und schmerzfreier Geburt. Wipf bildet auch Zahnärzte aus: «Bei manchen Patienten kann der Arzt ohne Betäubung einen Zahn ziehen oder ein Implantat setzen. Sogar meine Mutter nutzt beim Zahnarzt Hypnose. Sie ist 81.»

Sechs Jahre Studium lassen sich nicht in sieben Kurstagen vermitteln

Ist Hypnose tatsächlich das Allheilmittel? Mario Etzensberger, 70, bezweifelt das (siehe auch Infobox unten «Das kann Hypnose. Und das nicht»). Er war 19 Jahre lang Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Königsfelden, war Richter und ist seit Jahren Psychiater in Brugg AG. Er hält Hypnose für eine wirksame Therapie, eine, die man oft nutzen kann und die seit Jahrhunderten bekannt ist. Aber so durchschlagend wie erhofft sei Hypnose dann doch nicht: «Sonst wären alle anderen Methoden verschwunden. Das ist der Prüfstein. Bevor man Antibiotika entdeckte, gab es Tausende von Therapien gegen Infektionen. Dann kamen Antibiotika, und keiner setzte mehr etwas anderes ein. Weil man sah: Die wirken.»

Psychiater Mario Etzensberger.
Quelle: PASCAL MORA

«Ein Laie merkt nicht, wenn einer eine Überfunktion der Schilddrüse hat und gar keine Depression.»

Mario Etzensberger, Psychiater

Etzensberger stört sich auch daran, dass ein Hypnosetherapeut nach einer Ausbildung von bloss sieben Tagen auf einem Gebiet tätig ist, für das ein Arzt sechs Jahre studiert und sich danach während weiterer Jahre spezialisiert hat. «Und nun kommt jemand und sagt: Ou, das wäre auch noch etwas für mich. Und dann macht er den Kurs zum Hypnosetherapeuten – und es fehlt ihm der Hintergrund.»

Er merke nicht, wenn einer eine Überfunktion der Schilddrüse hat und gar keine Depression. «Er sieht das, was er im Kurs gelernt hat, und fertig. Anderes, was gefährlich sein könnte, sieht er nicht. Selbst eine Fachfrau Gesundheit macht eine dreijährige Lehre und hat Anatomie, Physiologie, Medikamentenlehre, alles relativ anspruchsvoll.»

Die erste Sitzung kostet zwischen 350 bis 750 Franken

Einer von Wipfs Schülern ist Roland Wiederkehr, 75. Wiederkehr baute die Umweltorganisation WWF Schweiz auf. Er sass als gemässigter Linker 16 Jahre im Nationalrat und war Wegbereiter des unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse in Zürich. Seit einem Kurs bei Wipf hypnotisiert auch Wiederkehr Klienten und half, 2017 einen neuen Verband aus der Taufe zu heben, den Schweizerischen Berufsverband für Hypnosetherapie, der bereits 250 Mitglieder zähle.

Daneben bieten die Schweizerische Ärztegesellschaft für Hypnose oder die Gesellschaft für klinische Hypnose Schweiz Therapien an. Die können via Kasse abgerechnet werden. 

Wenn ein nicht von der Krankenkasse anerkannter Therapeut die Hypnosebehandlung durchführt, zahlt der Klient für die erste Sitzung (die drei Stunden dauern kann) 350 bis 750 Franken und für jede weitere von einer Stunde Dauer 120 bis 175 Franken aus der eigenen Tasche. Zum Vergleich: Psychiater Mario Etzensberger verdient nach Tarifstufe im Kanton Aargau Fr. 191.40 pro Stunde.

Gesundheitskosten senken dank Hypnose?

Wiederkehr wünscht sich, dass Hypnose in der Schweiz breiter eingesetzt wird. Er ist überzeugt, dass sich damit Gesundheitskosten sparen liessen. Er lädt Politiker und Vertreter der Krankenkassen zu Anlässen ein, damit sie sich ein Bild machen können, was man sich unter Hypnosetherapie vorstellen muss.

Meldungen wie diejenige im Januar, wonach das Unispital Genf Hypnose massiv ausbauen will, lassen ihn hoffen. Ein Zehntel der Ärzte und Pfleger soll bis 2020 eine Ausbildung in Hypnose durchlaufen haben, mehr als 200 Leute, meldete das Westschweizer Fernsehen. Hypnose wird in Genf bei rund 30 Arten von Eingriffen angewendet, bei Endoskopien, Chemotherapien Chemotherapie Ingwer und Selen tun gut oder Punktionen des Knochenmarks. Dank Hypnose würden sie weniger Medikamente Medikamente Polymedikations-Check? Was ist das? einsetzen müssen, erwarten die Genfer.

Lausanner Spital behandelt Kinder mit Hypnose – und spart Geld

Auch Kliniken in Basel und Freiburg bieten Hypnosetherapien an, in Lausanne behandelt man damit Kinder mit schmerzhaften Brandverletzungen. Der Bericht, damit liessen sich bei jedem intensiv betreuten Patienten mehr als 20'000 Franken sparen, verbreitete sich bis nach Australien. «Der Trend kommt aus dem Westen, aus Frankreich», sagt Wiederkehr. «Die Deutschschweiz ist dazu weniger bereit.»

Günstig auch, dass Kate Middleton, die Ehefrau des britischen Prinzen William, kürzlich ein Kind mit Hilfe von Hypnose zur Welt brachte. Das hob die Hypnogeburt in die Schlagzeilen.

Der ehemalige Politiker und Hypnotiseur Roland Wiederkehr.
Quelle: PASCAL MORA

«Ich bin überzeugt, dass sich mit Hypnose Gesundheitskosten sparen liessen.»

Roland Wiederkehr, Hypnosetherapeut

Würde Hypnose helfen, die Prämien zu senken? «Wir haben keine Chance, dass eine Hypnosetherapie von der Grundversicherung bezahlt würde – ohne akademische Begleitung», sagt Roland Wiederkehr. «Wenn wir mit Schulmedizinern zusammenarbeiten, wären wir quasi die Helfer. Das wäre ein Fernziel. Denkbar ist, dass eine Kasse sagt, es gibt das Hausarzt- und das Telefonmodell, dann ist auch ein Hypnosemodell möglich, der Arzt würde es erst mit Hypnose versuchen, bevor er zu Medikamenten greift oder andere Therapien verschreibt.» Die Franchisen würden so oder so heraufgesetzt, «man wird den Selbstbedienungsladen Gesundheitswesen nicht schliessen können».

Wiederkehr zeichnet eine weitere Möglichkeit auf: Der Berufsverband der Hypnosetherapeuten gründet eine eigene Kasse. Und die Mitglieder bekommen einen Rabatt von 20 Prozent auf die Prämien, wenn sie bereit sind, einen Hypnosetherapeuten aufzusuchen. «Dann müssten wir allerdings mit einer gewaltigen Opposition rechnen, wenn sich herausstellt, dass Hypnose tatsächlich so viel billiger ist.»

Gratisbehandlungen für teure Patienten?

Hansruedi Wipf sieht eine zusätzliche Variante. «Wir übernehmen von den Krankenkassen gratis gewisse teure Langzeitpatienten. Wenn sie dank Hypnose nach soundso vielen Sitzungen nicht mehr krank sind oder bedeutend weniger Kosten verursachen, bekommen wir einen Bonus.» 

Ungewiss ist, wie sich eine Ausweitung des Angebots auf die Kosten auswirkt. Wipf meint, die Kassen sollten Hypnose nur für bestimmte Themen und entsprechend ausgebildete Therapeuten übernehmen. «Man muss vermeiden, dass der Klient sich nicht mehr einbringen muss, nur weil der finanzielle Druck plötzlich wegfällt, da die Kasse nun bezahlt.»

Was hat die Hypnose bei der Frau bewirkt?

Über zwei Stunden sind vergangen. Die Frau auf dem Sessel hat geweint, gestrampelt, gelitten, gelacht. Nun wirkt sie erleichtert und gefasst. 

Was möchtest du deiner Mutter sagen, fragt der Therapeut.

Nichts. Ich will ihr keine Schuld zuweisen.

Stimmt das für dich?

Nein.

Hast du ihr vollständig vergeben?

Nein.

Dann schlüpf in die Haut deiner Mutter.

Im Saal hüstelt keiner mehr.

Es tut mir leid. Du hattest ein schweres Leben, aber ich kann deine Probleme nicht lösen.

Drei Wochen später zieht die Frau für den Beobachter Bilanz. Dank der Hypnose sei sie so glücklich wie lange nicht mehr. Sie habe sehr an Selbstwert gewonnen, und sogar ihre Mutter habe sich etwas verändert. Sie könne sich nun vorstellen, ihren Beruf aufzugeben und künftig als Hypnosetherapeutin zu arbeiten.

Zu den Personen

Hansruedi Wipf, Mario Etzensberger, Roland Wiederkehr

Die Protagonisten, von links nach rechts: Hansruedi Wipf, Hypnotiseur, Mario Etzensberger, Psychiater, und Roland Wiederkehr, Ex-Politiker.

Quelle: PASCAL MORA

Der Hypnotiseur

Hansruedi Wipf, 53, hat in den USA Politwissenschaften studiert und widmet sich seit 2010 ausschliesslich der Hypnose. Als Chef der Firma Hypnose.net beschäftigt er ein halbes Dutzend Hypnotiseure.

Der Psychiater

Mario Etzensberger, 70, war Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Königsfelden und ist seit Jahren Psychiater in Brugg AG. Er hält Hypnose für eine wirksame Therapie – jedoch längst nicht für alle Leiden.

Der Politiker

Roland Wiederkehr, 75, baute den WWF Schweiz auf und war 16 Jahre LdU-Nationalrat. Seit einem Kurs bei Wipf arbeitet er auch als Hypnosetherapeut. Er ist Mitgründer des Berufsverbands für Hypnosetherapie. 

Das kann Hypnose. Und das nicht.

Niemand kann Sie oder sie oder ihn verführen. Keiner tut etwas gegen seinen Willen, auch nicht unter Hypnose. Was immer man auf einer Bühne sieht, wer immer beim Betriebsfest den Affen gibt: Ein Mensch ist kein Roboter, er lässt sich nicht mit Worten oder Hokuspokus kurz- oder langfristig umprogrammieren. Dafür ist Hypnose weder geeignet, noch ist sie dazu in der Lage.

  • Der Alltag: Wer dem Kind, das sich gerade den Finger eingeklemmt hat, «Heile, heile Säge, drüü Tag Räge» vorsingt und auf den Finger bläst, versetzt es in einen leicht hypnotischen Zustand. Die Aufmerksamkeit des Kindes liegt jetzt nicht mehr beim Schmerz, sondern bei der Lösung. Der Schmerz geht vergessen.
  • Die Technik: Hypnose ist unter anderem eine Technik der Ablenkung, eine Technik zur Verschiebung der Erwartungshaltung. Sie dient dazu, sich auf andere Dinge zu konzentrieren als auf das Problem, das an einem nagt und das einen plagt. Dass man das kreisende Denken verlassen kann und sich entspannt.
  • Die Möglichkeiten: Eine Hypnose kann – oder kann nicht – hilfreich sein, wenn man schlecht schläft Schlafstörung Der Traum vom erholsamen Schlaf , zu viel isst Ernährungsverhalten Zu viel Fett, zu wenig Obst oder trinkt oder beides, wenn man beim Zahnarzt Schmerz erwartet oder vom Nikotin abhängig ist, Angst vorm Fliegen hat oder vor Spinnen, wenn man sich vor der Höhe fürchtet oder vor dem freien Himmel –oder wenn man sich in einer Masse von Menschen unwohl fühlt. Um ein paar Beispiele zu nennen. 
  • Die Versprechen: Hypnosetherapeuten nehmen für sich oft in Anspruch, eine ganze Reihe von Ängsten oder andere Leiden psychischer Natur in einer dreistündigen Sitzung oder in maximal vier Sitzungen heilen zu können, langjährige Depressionen inklusive. Eine Heilung im Schnellgang quasi. Diesen Versprechen ist mit Vorsicht zu begegnen. Es gibt kein Mittel, das alles und jeden heilt. Auch die Hypnose ist kein solches Mittel. 
  • Die Grenzen: Warum ist Hypnose kein Allheilmittel? Das liegt an uns. Wir sind zu verschieden, als dass eine einzige Therapie alle Probleme lösen könnte. «Der Mensch ist nicht mono, der Mensch ist poly», sagt der Psychiater Mario Etzensberger. So ist für den einen Menschen diese Therapie, für den anderen aber eine andere Therapie die angemessene.

Filmtipp: «Get Out»

Der junge afroamerikanische Fotograf Chris Washington (Daniel Kaluuya) besucht mit seiner Freundin Rose Armitage (Allison Williams) zum ersten Mal deren Eltern auf dem Land. Der Empfang ist herzlich – fast eine Spur zu herzlich. Und plötzlich stellt Chris fest, dass mit der Familie etwas nicht stimmt. Nicht nur, dass die Bediensteten des Hauses die einzigen Schwarzen in der ganzen Gegend sind, sie sind auch seltsam abwesend. Eine zentrale Rolle im Film spielt die Fähigkeit von Rose' Mutter, Leute zu hypnotisieren.

Der Spielfilm erhielt 2018 einen Oscar für das beste Originaldrehbuch und war in drei weiteren Kategorien für einen Oscar nominiert (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller).

«Get Out», 2017, Regisseur Jordan Peele

Selbsttest: Kann man mit Hypnose abnehmen?

Anna Munck* schreibt, wie sie dank Hypnose ein paar Kilo abgenommen hat. Ein voller Erfolg. Allerdings mit Nebenwirkungen.

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René Ammann, Redaktor

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