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RauchenJetzt ist Schluss

Endlich frei vom Drang zur Zigarette: Es gibt viele Methoden, dem Rauchen abzuschwören – mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten. Eine Übersicht.

Einmal Raucher – immer Raucher? Wie schafft man es, dem Glimmstengel zu entsagen?

Von aktualisiert am 27. Dezember 2018

Es wirkt im Gehirn wie Heroin oder Kokain Porträt eines Kokain-Abhängigen Die Party ist vorbei . Das Nikotin macht das Aufhören so schwierig Tabak Das Spiel mit dem Feuer . Es dockt im Belohnungszentrum an einem Rezeptor an, der für die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin zuständig ist, und fährt dessen Produktion hoch. Das vermittelt dem Raucher das ersehnte Entspannungs- und Glücksgefühl. Sinkt der Nikotinspiegel im Blut, wandelt sich die Stimmung ins Gegenteil. Der Griff zur nächsten Zigarette ist programmiert.

Die meisten Raucher brauchen viele Versuche, um vom Nikotin loszukommen. Jeder zweite versucht Jahr für Jahr den Zigaretten zu entsagen. Aber es gelingt nur jeder zehnte Versuch, dauerhaft vom Glimmstängel wegzukommen.

Rauchen birgt zahlreiche Risiken

Wer nicht raucht, erspart sich vieles: Tabakkonsum ist nicht nur mit einem häufigen Auftreten von Krebs, Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden, sondern kann auch zu Atemwegskrankheiten, Infekten, Osteoporose, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen führen. Auch Geschmacks-, Geruchs- und Sehsinn werden beeinträchtigt.

Zudem altern Raucher schneller, sind im Vergleich zu Gleichaltrigen weniger leistungsfähig, sterben im Schnitt zehn Jahre früher als Nichtraucher und geben in zehn Jahren rund 20'000 Franken für Zigaretten aus. Gemäss Bundesamt für Statistik sterben in der Schweiz jährlich rund 9500 Personen an den Folgen des Rauchens.

Was beim Rauchen im Körper passiert

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Wer gesund ist, kommt leichter davon los

Wie schwer das Aufhören fällt, hängt wesentlich davon ab, wie abhängig und gesund man ist: Gute Aussichten haben leichte Raucher, die keine schwereren Krankheiten haben und gut motiviert sind. Wenn dazu erste unangenehme Nebenwirkungen den Alltag stören, der Arzt zum Aufhören rät und man eine effiziente Aufhörmethode wählt, sind die Chancen noch besser.

Ein Drittel schafft es irgendwann nach einem von etlichen Spontanentschlüssen, ein weiteres Drittel mit Entwöhnungsmethoden. Die höchste Erfolgsquote hat die professionelle Verhaltenstherapie in Verbindung mit einem Ersatzpräparat oder einem Medikament. Das zeigen weltweite Studien. Jeder Dritte ist ein Jahr nach einem solchen Aufhörversuch noch rauchfrei. Etwa die Hälfte davon bleibt es dauerhaft.

Das Gehirn kann auch verlernen

Die Verhaltenstherapie wirkt gegen die psychische Komponente der Tabaksucht und hält die Motivation hoch. Denn wie das Gehirn «gelernt» hat, in gewissen Situationen Lust auf eine Zigarette zu bekommen, so «verlernt» es diese Einstellung mit der Zeit wieder. In Therapien an Spitälern gibt es meist individuelle Gespräche, während die Rauchstopp-Kurse der Krebsliga Zürich auf Gruppentherapien setzen.

Ein Rest von Sucht bleibt praktisch immer zurück. In allen Verhaltenstherapien daher ein zentrales Thema: Wie bewältige ich Krisen – privat, gesundheitlich oder bei der Arbeit?

Sehr wichtig ist auch, dass man aktiv etwas gegen den natürlichen Reflex unternimmt, mehr essen zu wollen. Denn der Körper fordert statt der Zigarette andere Belohnungen. Die Gewichtszunahme von etwa vier Kilo, die oft angegeben wird, ist nur ein Durchschnittswert. Es ist ratsam, mit dem Rauchstopp auch ein Bewegungstraining Fitness Erste Schritte für Sportmuffel zu beginnen.

Alleingang und alternative Methoden

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, nur mit professioneller Beratung oder mit Hilfe der entsprechenden Ratgeberliteratur allein vom Rauchen loszukommen. Manche Aufhörwillige suchen Hilfe in alternativen Methoden wie Hypnose Selbsttest Kann man mit Hypnose abnehmen? oder Akupunktur, Akupunktur Nadelstiche als Wundermittel weil sie damit gegen andere Beschwerden schon Erfolg hatten oder weil andere Raucherentwöhnungsmethoden bei ihnen versagten.

Rauchstopp: 6 Methoden in der Übersicht

  • Professionelle Verhaltenstherapie und Medikamente
     
    • Wie?
      Ein Vierteljahr lang wöchentliche Verhaltenstherapie beim Arzt (individuell oder Gruppe), dazu Nikotinersatzpräparate oder Medikamente
    • Vor- und Nachteile
      + ärztliche Kontrolle
      + Motivationshelfer und Ansprech­person für Medikamente vorhanden
      + wird von der Krankenkasse bezahlt
      - hoher Aufwand an Zeit und Disziplin
    • Erfolgsquote*
      ca. 33 Prozent

 

  • Nur professionelle Verhaltenstherapie
     
    • Wie?
      Ein Vierteljahr lang wöchentliche Verhaltenstherapie beim Arzt (individuell oder Gruppe)
    • Vor- und Nachteile
      + Motivationshelfer vorhanden
      + wird meist von der Krankenkasse bezahlt
      - eventuell keine direkte Ansprechperson für Medikamente
    • Erfolgsquote*
      ca. 25 Prozent

 

  • Verhaltenstherapie in Eigenregie
     
    • Wie?
      Kauf und Lektüre von Fach­literatur und Rauchentwöhnungsratgebern
      Nachteile
    • - kein professioneller Motivationshelfer
      - kein direkter Ansprechpartner bei Wunsch nach Medikamenten
      - Krankenkasse zahlt nicht
    • Erfolgsquote*
      15 bis 20 Prozent

 

  • Nikotinersatzpräparate in Eigenregie
     
    • Wie?
      Ein Vierteljahr lang Nikotinersatzpräparate aus der Apotheke gegen die Entzugserscheinungen einnehmen
    • Nachteile
      - viel Disziplin erforderlich: Therapie muss ohne professionelle Motiva­tionshilfe durchgezogen werden
      - Krankenkasse zahlt nicht
    • Erfolgsquote*
      10 bis 15 Prozent

 

  • Spontanentschluss
     
    • Wie?
      Aufhören von heute auf morgen
    • Vor- und Nachteile
      + keine finanziellen und zeitlichen Aufwendungen für die Therapie
      - sehr hohe Motivation und geringe Abhängigkeit vom Rauchen nötig
      - meist mehrere Anläufe nötig
    • Erfolgsquote*
      1 bis 5 Prozent

 

  • Alternative Therapien
     
    • Wie?
      Akupunktur, Hypnose Therapie Wem hilft Hypnose?
    • Nachteile
      - bislang kein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis vorhanden
      - wird nicht von der Krankenkasse bezahlt
    • Erfolgsquote*
      keine Angabe 

*Anteil der Aufhörwilligen, die ein Jahr nach einem Rauchstoppversuch noch rauchfrei sind

So werden Sie schrittweise zum Nichtraucher

  • Testen Sie den Grad Ihrer Abhängigkeit, zum Beispiel mit dem Fagerström-Test.
  • Bestimmen Sie ein Datum, an dem Sie mit dem Paffen Schluss machen wollen. Spontanes oder allmähliches Aufhören funktioniert nur in den seltensten Fällen (siehe Infobox oben).
  • Unternehmen Sie den Entzug allenfalls zu zweit oder schliessen Sie sich einer Gruppe an.
    Sprechen Sie Ihren Arzt aufs Rauchen an, vor allem bei starker Abhängigkeit. Lassen Sie sich genau instruieren, wenn Sie Nikotinersatz verwenden.
  • Stellen Sie sich auf Rückfälle ein. Überlegen Sie sich, was Sie tun, wenn Sie der Versuchung doch nicht widerstehen können. 
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, welche Leistungen die Grundversicherung oder allfällige Zusatzversicherungen übernehmen.

Hier erhalten Sie Hilfe bei der Rauchentwöhnung

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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