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SchlafformenAuch im Bett kommts auf die Inhalte an

Für einen seligen Schlaf braucht es in erster Linie ein gut ausgerüstetes Bett und ganz allgemein eine schlaffördernde Umgebung. Worauf Sie besonders achten sollten.

Wer gut schlafen will, sollte das Schlafzimmer entsprechend gestalten.
von aktualisiert am 26. Juli 2017

Was ist ein gutes Bett? Soll man sich mit einem herkömmlichen Bett begnügen? Oder garantiert ein Futon einen besseren Schlaf? Die Auswahl an Schlafmöglichkeiten ist riesig – und entsprechend verwirrend. Um keine falschen Hoffnungen zu wecken: Das richtige Bett, das alle Vorteile vereint und gegen jede Beschwerde hilft, gibt es nicht. Das Bett sollte so gross sein, dass sich die Schläfer frei bewegen können. Die Liegefläche sollte mindestens dreissig Zentimeter länger sein als die Körpergrösse. Für Einzelschläfer ist in der Breite mindestens ein, für Doppelbetten sind 1,8 Meter empfohlen.

Entscheidend beim Kauf eines Bettes ist natürlich, dass man sich darin wohl fühlt. Probieren Sie deshalb ein Bett vor dem Kauf in Ruhe aus – am besten am Morgen. Teure Matratzen sollten Sie eine Zeit lang zu Hause ausprobieren können. Fragen Sie danach, und klären Sie ab, wer für den Transport aufkommt. Lassen Sie sich von verschiedenen Fachleuten beraten. Fragen Sie nach dem Material, nach Vor- und Nachteilen. Und vergleichen Sie unterschiedliche Betttypen.

Wie Sie gut schlafen

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Wer gut schlafen will, sollte das Schlafzimmer entsprechend gestalten.

Flachgelegte schlafen besser

Herkömmliche Betten bestehen aus einer Unterlage und einer Matratze. Als Unterlage wird heute meist ein Lattenrost verwendet; es kann aber auch eine Metallfederung sein. Wer gesund ist, braucht nicht unbedingt einen in alle Richtungen flexiblen Lattenrost – ein normaler genügt. Für gewichtige Personen empfiehlt sich eine Mittelzonenverstärkung.

Im Krankheitsfall empfehlenswert ist ein verstellbarer Kopfteil. Da das Bett zum Schlafen am besten flach ist, sind weitere Verstellmöglichkeiten sowie ein elektrisch verstellbarer Rahmen normalerweise nicht nötig. Sinnvoll sind diese Vorrichtungen aber für Bettlägrige.

Ganz wichtig ist: Unterlage und Matratze müssen zusammenpassen. Eine härtere Unterlage verlangt eine weichere Matratze und umgekehrt. Die Matratze soll gut stützen, aber nachgiebig genug sein, damit schwerere Körperstellen wie Hüfte und Schultern einsinken können. Testen Sie die richtige Härte in Seitenlage. Die Wirbelsäule muss gerade sein. Eine zu harte Matratze hat eine Krümmung der Wirbelsäule nach unten und ein schräges Becken zur Folge. Auch können Druckstellen entstehen. Ist die Matratze zu weich, hängt der Körper und damit die Wirbelsäule durch.

1 Matratze pro 15 Jahre

Das Bett soll beim Drehen des Körpers nachgeben, aber nicht nachfedern oder gar quietschen. Wichtig: Die Luft muss zirkulieren können. Die Matratze also nicht einfach auf den Boden legen. Spätestens wenn am Morgen eine Vertiefung in der Matratze zurückbleibt, muss sie erneuert werden. Aus hygienischen Gründen empfiehlt es sich, nach etwa fünfzehn Jahren eine neue Matratze zu kaufen.

Wer zu zweit schläft, wählt mit Vorteil einen geteilten Lattenrost sowie zwei Matratzen. Diese lassen sich dann den individuellen Bedürfnissen und insbesondere dem Gewicht anpassen. Wenn sich eine Person dreht, wird die andere nicht gestört.

Die bevorzugte Matratzenart ist weitgehend Geschmackssache. Wichtig ist die ideale Ergänzung von Matratze, Unterlage und deren Qualität. Der Matratzenkern kann aus Schaumstoff, Latex (Naturgummi), Federn oder Rosshaar sein. Bei den Schaumstoffmatratzen ist das Raumgewicht massgebend für die Qualität. Bei den Federn sind Taschenfedern am besten. Sie passen sich einem Lattenrost allerdings nicht so gut an. Hier empfiehlt sich eine Metallfederung als Unterlage. Rosshaarmatratzen sind nicht besonders flexibel, deshalb sollten sie mit einem flexiblen Lattenrost oder einer vertikalen Metallfederung kombiniert werden.

 

Wer eine Matratze kauft, sollte darauf achten, dass die darin verarbeitete Auflage nicht zu dünn ist. Das Material soll warm halten, viel Feuchtigkeit aufnehmen und ableiten können. Am besten sind daher natürliche Materialien.

Luftbetten lassen sich regulieren

Bei einem Luftbett ist die Matratze mit einer oder mehreren separat regulierbaren Luftkammern im Schaumstoffmantel ausgerüstet. Die Luftmenge ist per Fernbedienung regulierbar. Dadurch lässt sich die Härte der Matratze selber einstellen und jederzeit verändern. Luftbetten eignen sich also für Personen, die beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen unterschiedliche Härten bevorzugen.

Wasserbetten nehmen Druck weg

In einem Wasserbett sorgt Wasser in Kammern dafür, dass sich die Matratze der Körperform gut anpasst. Positiv ist der Liegekomfort, denn Druckstellen werden vermieden. Teilweise wird aber bemängelt, dass Wasserbetten nicht genügend stützen. Da die Wasserkammern dicht sind, kann die in der Nacht vom Körper abgegebene Feuchtigkeit nicht nach unten abgeleitet werden. Deshalb muss die Auflage so beschaffen sein, dass die Feuchtigkeit von der oberen in tiefere Schichten dringen kann. Wichtig ist es, Wasserbetten tagsüber gut zu lüften.

Bei den meisten Modellen wird das Wasser elektrisch auf eine angenehme Temperatur aufgeheizt. Für empfindliche Personen kann das eine Störquelle sein. Es gibt allerdings auch Wasserbetten, die ohne Strom auskommen. Wichtig: Wer ein Wasserbett wünscht, sollte vor dem Kauf abklären, ob sein Schlafzimmerboden das Gewicht überhaupt tragen kann. Das Zügeln eines Wasserbetts ist übrigens recht aufwändig.

Die Futons werden europäisiert

Die aus Japan stammenden Futons bestehen aus natürlichen Materialien. In seiner ursprünglichen Form hat der Futon mehrere Lagen wattierter Baumwolle und meist einen Baumwollüberzug. Er wird auf eine Reisstrohmatte gelegt. Damit er seine Form behält, muss man ihn jeden Morgen aufrollen. Fachleute raten von diesen herkömmlichen Futons aufgrund der fehlenden Elastizität eher ab. Zwar ermöglicht die Baumwolle ein Einsinken, sie wird aber schnell zusammengepresst. Baumwolle kann zudem nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen. Liegt der Futon auf dem Boden oder einer Matte, ist die Luftzirkulation zudem ungünstig. Wichtig ist deshalb ein gutes Auslüften.

Seit die Futons in Europa Mode sind, haben sie sich zusehends unseren Matratzen angepasst. Oft enthalten sie Wolle, die besser wärmt als Baumwolle und mehr Feuchtigkeit aufnimmt. Um den Futon elastischer zu machen, werden Rosshaar, Kokos oder Latex verwendet. Diese dickeren Futons lassen sich auch auf Lattenroste mit enger, flexibler Federung legen. Es gibt zudem spezielle Futonbetten mit passender Unterlage. Wer einen Futon erwerben möchte, sollte sich also genau nach dem Inhalt sowie seinen Eigenschaften erkundigen und den Futon mit der Unterlage ausprobieren.

Es gibt Betten, die bestehen ganz aus natürlichen Materialien. Da gibt es keinen Kunstlack, keine Schrauben oder andere Eisenteile, keinen synthetischen Schaumstoff in der Matratze. Verwendet werden für diese Bio- oder Ökobetten nur Holz, Bienenwachs, Baumwolle, Wolle, Seide, Latex, Rosshaar und so weiter. Damit soll verhindert werden, dass das Bett zur Störquelle wird. Natur pur ist zumindest im Bett möglich. Etwas schwieriger wird es, wenn auch das Schlafzimmer baubiologischen Kriterien genügen soll. Bio- oder Ökobetten eignen sich für Naturmenschen, sind aber nicht billig.

Welche Decke? Was für ein Kissen?

Das Bettzeug soll die Wärme regulieren, die vom Körper verdunstete Feuchtigkeit aufnehmen und an den Raum abgeben. Synthetisches Material wärmt zwar, nimmt aber keine Feuchtigkeit auf und kann sich ausserdem elektrostatisch aufladen. Am besten ist daher Bettzeug aus natürlichen Materialien. Die Decke soll angenehm wärmen und der Raumtemperatur angepasst sein. Ob schwer oder leicht, ist Geschmackssache.

Auch das Material (Daunen, Federn, Wolle, Seide, Baumwolle) hängt von den persönlichen Vorlieben und Wärmebedürfnissen ab. Das Kissen darf weder zu hoch noch zu hart noch zu weich sein. In der Seitenlage soll es die Halswirbelsäule stützen. Es gibt auch spezielle Nackenkissen. Wer zu zweit schläft, sollte ein eigenes Kissen und eine eigene Decke haben.

Achten Sie bei Federn- und Daunenfüllungen genau auf die Inhaltsangaben, und erkundigen Sie sich nach deren Bedeutung. Es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede. Auch die Farbe des Bettzeugs kann den Schlaf beeinflussen. Grellfarbig und lebhaft gemusterte Bettbezüge wirken anregend statt entspannend. Besonders schlaffördernd soll Violett sein.

 

Wer gut schlafen will, sollte auch das Schlafzimmer entsprechend gestalten und vor allem Lärmquellen eliminieren. Lärm stört den Schlaf, selbst wenn man deswegen nicht erwacht. Der Schlaf ist aber weniger tief. Gibt es in der Wohnung keinen ruhigen Raum, empfiehlt es sich, bei geschlossenem Fenster zu schlafen oder Ohrenstöpsel zu benützen.

Dunkel, 18 Grad und frisch gelüftet

Während des Schlafs sollte der Raum dunkel sein. Das heisst: Läden schliessen oder gut abdunkelnde Vorhänge ziehen. Ideal ist eine Temperatur von etwa 18 Grad. Es darf weder zu trocken noch zu feucht sein. Besonders schlecht sind Schimmelpilze. Die Luftfeuchtigkeit sollte etwa 50 bis 55 Prozent betragen. Wichtig: Morgens und vor dem Schlafengehen das Schlafzimmer gründlich lüften.

Wer im Winter bei offenem Fenster schläft, muss darauf achten, dass er nicht auskühlt. Das Bett sollte mindestens einen Meter vom Fenster entfernt stehen. Ungünstig ist ein Platz an der Aussenwand. Für die Lage des Kopfs empfiehlt sich eine Ausrichtung auf Ost bis Nordwest.

Viele Leute reagieren empfindlich auf natürliche Störquellen wie Wasseradern oder atmosphärische Felder. Auch Elektrosmog kann den Schlaf beeinträchtigen. Baubiologen empfehlen deshalb, elektrische Geräte wie Elektrowecker und Stereoanlage sowie Leitungskabel im Schlafzimmer möglichst zu vermeiden. Auf jeden Fall sollten diese mindestens einen Meter vom Bett entfernt sein. Ungünstig sind von daher auch elektrisch bedienbare Betten. Empfehlenswert ist ein Netzfreischalter, den der Elektriker in den Sicherungskasten einbaut. Damit bleibt das Schlafzimmer in der Nacht stromfrei.

Chemie und Pflanzen gehören raus

Wohngifte wie Formaldehyd, Lösungsmittel von Spanplatten, Teppichen, Böden, Leime, Lacke und Farben können die Gesundheit beeinträchtigen und den Schlaf stören. Diese Gefahr besteht vor allem in gut abgedichteten Räumen. Hat das Schlafzimmer ein Isolierfenster, ist es wichtig, nachts durch ein anderes Zimmer frische Luft zuzuführen. Pflanzen gehören nicht ins Schlafzimmer. Sie verbrauchen Sauerstoff und fördern Schimmelpilze.

Beim Einrichten des Schlafzimmers sind auch die Farben zu beachten. Pastelltöne und Blau scheinen am vorteilhaftesten zu sein. Eine weitere Hilfe kann Feng Shui sein – eine alte Lehre aus China über den Energiefluss in der Umgebung. Sie soll helfen, Räume harmonischer zu gestalten.

Test: Leiden Sie an Schlafstörungen?

Mitte Mai 2015 hat das Bundesamt für Statistik die Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung aus dem Jahr 2012 veröffentlicht. Demnach leiden in der Schweiz 25 Prozent der Bevölkerung unter Schlafstörungen.

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