Um mehr als das Zweieinhalbfache sind die Heizölpreise seit dem Tiefstand Anfang 1999 gestiegen. Viele Mieter werden dies erst im nächsten Sommer spüren, wenn Nachzahlungen von ein paar hundert bis über tausend Franken fällig werden. Verbrannt ist das teure Öl allerdings noch nicht. Es lohnt sich also, alte Gewohnheiten zu überdenken. Nur schon ein Grad weniger Wohntemperatur bewirkt sechs Prozent weniger Verbrauch.

Heizöl sparen bringt aber nur jenen Mietern etwas, deren Verbrauch individuell abgerechnet wird. In mehr als der Hälfte der Mehrfamilienhäuser ist dies nicht der Fall. Denn viele Hauseigentümer sind der Pflicht zur Installation der Messgeräte nicht nachgekommen. Seit für Altbauten kein Bundesobligatorium mehr gilt, kämpfen die Hauseigentümerverbände für die Abschaffung auf kantonaler Ebene. Mit Erfolg: Nur noch eine Minderheit der Kantone kennt griffige Vorschriften.

Die nächste Debatte findet in den kommenden Wochen im Zürcher Kantonsrat statt. Das Hauptargument der Gegner der verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung (VHKA) stammt aus den Zeiten tiefer Ölpreise: 56 Zürcher Kantonsräte waren vor zwei Jahren der Auffassung, dass die VHKA «bei Altbauten mehr kostet als nützt». Einer der Initianten ist SVP-Kantonsrat Hans Egloff, Präsident des kantonalen Hauseigentümer-Verbands. Ihm sind vor allem die Kosten für die Installation und das Ablesen der Messgeräte in bestehenden Häusern zu hoch. Dies obwohl die Zürcher Regierung vorrechnet, dass Abrechnung und Amortisation weniger als fünf Franken pro Monat kosten.

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Eine Untersuchung in der Stadt Zürich bestätigte zudem frühere Studien des Bundes: Die VHKA bewirkt im Durchschnitt eine Energieeinsparung von rund 14 Prozent. Bei den jetzigen Ölpreisen können durchschnittliche Mieter einer Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung also jährlich locker hundert Franken sparen, Energiebewusste deutlich mehr.

Altbaumieter triffts härter

«Bleiben die Ölpreise hoch, muss man die Sache möglicherweise neu beurteilen», erklärt Egloff. Doch die Mehrheit der zuständigen Kommission votierte dennoch für die Abschaffung. Was erstaunt, denn die Vermieter können die Kosten für Installation und Ablesen voll auf die Mieter überwälzen. Deshalb ist die Aversion gegen die VHKA für die SP-Kantonsrätin Luzia Lehmann «sachlich unverständlich».

«Dass man nur bezahlt, was man verbraucht, ist ein Grundgesetz der Marktwirtschaft», kritisiert der grüne Kantonsrat Toni Püntener. Grundsätzlich bestreitet das auch Hauseigentümer-Präsident Hans Egloff nicht. In Neubauten sei die VHKA sinnvoll. «Wenn die Heizkosten steigen, kann eine individuelle Abrechnung Diskussionen ersparen», sagt er.

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Zu Diskussionen kommen wird es im nächsten Frühling vor allem in älteren Häusern, denn die gestiegenen Heizkosten treffen ausgerechnet die Mieter schlecht isolierter Altbauten besonders hart.