«Die psychologische Kriegsführung belastet uns immer mehr», sagt Benjamin Huegenin, Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Rund 400 Mitarbeiter sind im Irak tätig. 350 von ihnen sind Iraker, der Rest stammt hauptsächlich aus Europa.

Im Kriegsfall gehören die Pflege von Verletzten, die Sorge um Vertriebene und Gefangene sowie die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser zu den Hauptaufgaben des IKRK. Um auch nach Zerstörungen wirkungsvoll helfen zu können, hat das IKRK seine Präsenz in den benachbarten Staaten Jordanien und Iran verstärkt. Vorräte an Medikamenten und Lebensmitteln liegen dort in Lagerhäusern bereit, Lastwagen stehen zur Verfügung.

Ein Militärschlag droht die ganze Aufbauarbeit zunichte zu machen, die nach dem ersten Irak-Krieg von 1991 geleistet wurde. Erneut würden Bomben die mühevoll instand gestellte Trinkwasserversorgung und die wieder errichteten Spitäler in Schutt und Asche legen. «Natürlich beabsichtigt ein Teil von uns, auch im Kriegsfall hier zu bleiben», sagt Benjamin Huegenin. «Doch angesichts der Waffen, die zum Einsatz kommen könnten, ist dies nicht ungefährlich.» Immerhin seien sie als IKRK-Mitarbeiter privilegiert: Die Versorgung sei sichergestellt, und auch ein Auszug wäre möglich. «Viele Iraker hingegen haben nicht einmal genug Geld, um sich einen Notvorrat anzulegen und dringend benötigte Medikamente zu kaufen.»

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