1. Sie erhalten eine hübsche Einladungskarte zum Geburtstagsfest Ihrer besten Freundin. Auf der Karte steht zuunterst: U.A.w.g. Was heisst das, und wie verhalten Sie sich?

  • a) Das heisst, um Antwort wird gebeten. Also prüfe ich sofort nach Erhalt der Einladung meinen Terminkalender und gebe umgehend Bescheid, ob ich kommen kann.
  • b) Das heisst, um Absage wird gebeten. Wenn ich nichts von mir hören lasse, bin ich angemeldet.
  • c) Keine Ahnung, was das heisst. Ich rufe deshalb sofort nach Erhalt der Einladung an und melde mich gleich telefonisch an oder ab.



2. Sie sind auf 19 Uhr zum Abendessen eingeladen. Wann werden Sie an der Tür klingeln?

  • a) Je später der Abend, desto schöner die Gäste! 19 Uhr ist für mich nur eine grobe Richtschnur. Ich werde so gegen 20 Uhr eintreffen.
  • b) Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige. Deshalb werde ich um Punkt 19 Uhr klingeln.
  • c) Auf die Minute pünktlich erscheinen ist mir zu pingelig. Ich komme zwischen 19 Uhr und 19.15 Uhr.



3. Sie sind zu einer Gartenparty eingeladen. Nicht alle Gäste kennen Ihren Begleiter, Ihre Begleiterin. Welche Regeln gilt es beim Vorstellen zu beachten?

  • a) Die Gäste vorzustellen ist der Job des Gastgebers. Ich mische mich da nicht ein.
  • b) Es gibt nur noch zwei Regeln: Der Name des Herrn wird vor demjenigen der Dame genannt, und eine offensichtlich jüngere Person wird der älteren zuerst vorgestellt.
  • c) Wir sind ja zum Glück unter Freunden. Da gibt es keine Regeln. Deshalb überlasse ich es meinem Begleiter, meiner Begleiterin, sich gleich selber vorzustellen.



4. Welches Gastgeschenk bringen Sie mit?

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  • a) Kenne ich die Vorlieben der Gastgeber, bringe ich eine entsprechende Kleinigkeit mit, zum Beispiel eine Schachtel Pralinés. Ansonsten gibt es für die Hausherrin einen Blumenstrauss, für den Hausherrn eine Flasche Wein.
  • b) Ich habe mit den Gastgebern vereinbart, das Dessert zu bringen. Das reicht.
  • c) Mitbringsel sind ein alter Zopf. Ich bringe nichts mit.



5. In Ihrem Brotteller liegt ein knuspriges Brötchen. Wie verzehren Sie es?

  • a) Ich zerschneide es mit dem Brotmesser in Scheiben, streiche Butter drauf und beisse dann Stück für Stück ab.
  • b) Ich drücke das Brötchen mit beiden Händen leicht zusammen und beisse dann herzhaft rein.
  • c) Ich zerteile es von Hand in mundgerechte Stücke.



6. Zur Vorspeise gibts Salat. Aber o Schreck, die Salatblätter sind so gross wie Elefantenohren! Darf man den Salat mit dem Messer klein schneiden oder nicht?

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  • a) Ja. Im 21. Jahrhundert darf man das.
  • b) Nein, das Messer ist tabu. Korrekt ist, den Salat mit einem Brotstück und der Gabel in mundgerechte Stücke zu zerkleinern.
  • c) Auf dem Teller darf man den Salat nicht mehr zerkleinern. Ich spiesse die Salatblätter deshalb elegant auf die Gabel und beisse Stück für Stück ab.



7. Ihre Tischnachbarin ist Anwältin. Worüber unterhalten Sie sich mit ihr?

  • a) Endlich kenne ich eine Anwältin! Ich ergreife die günstige Gelegenheit und erzähle ihr von meinen Problemen mit meinem Vermieter. Sie weiss bestimmt Rat.
  • b) Beim Tischgespräch halte ich mich generell an leichte Themen wie Kulturelles, das Wetter oder Ferienpläne.
  • c) Huch, eine Akademikerin! Da spricht man am besten über Politik.



8. Der Hauptgang ist serviert, und die Gastgeberin wünscht einen guten Appetit. Wann dürfen Sie den ersten Schluck aus Ihrem Weinglas nehmen?

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  • a) Sobald der Gastgeber allen Gästen Wein eingeschenkt hat, darf ich davon trinken.
  • b) Ich warte, bis der Gastgeber das Glas erhebt.
  • c) Bei mehr als fünf Gästen darf man vom Wein kosten, wenn mindestens fünf Gläser gefüllt sind.



9. Mitten im Hauptgang werden Sie von einem Arbeitskollegen, der Spätschicht hat, am Telefon verlangt. Sie müssen die Tischrunde und Ihren halb vollen Teller wohl oder übel kurz verlassen. Wie legen Sie Ihr Besteck ab?

  • a) Da ich noch nicht fertig gegessen habe, lege ich das Besteck nicht in den Teller, sondern auf den Tisch zurück. Das Messer kommt rechts und die Gabel links neben den Teller.
  • b) Messer und Gabel lege ich gekreuzt auf meinen Teller, die Gabelzinken liegen über der Messerschneide.
  • c) Die Messerschneide lege ich auf den rechten Tellerrand und die Gabelzinken auf den linken, so dass nur die Griffe von Messer und Gabel auf dem Tisch aufliegen.



10. Sie haben vergessen, Ihr Mobiltelefon auszuschalten. Während des Essens klingelt es. Was tun Sie?

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  • a) Ich nehme es ab, sage aber dem Anrufer, dass ich jetzt nicht sprechen kann, und beende das Gespräch sofort.
  • b) Ich schalte das Handy aus und entschuldige mich anschliessend bei der Tischrunde für die Störung.
  • c) Ich nehme das Gespräch an, schliesslich könnte es etwas Wichtiges sein. Selbstverständlich belästige ich die Tischrunde nicht, sondern ich gehe auf den Balkon zum Telefonieren.



11. Niemand raucht, und Sie sehnen sich vor dem Dessert nach einer Zigarette. Wie gehen Sie vor?

  • a) Ich frage den Gastgeber nach einem Aschenbecher.
  • b) Ich frage den Gastgeber, ob ich auf dem Balkon rauchen darf.
  • c) Wenn keiner raucht, rauche ich auch nicht.



12. Neuerdings haben Meiers ein Gästebuch und bitten ihre Gäste beim Kaffee, etwas hineinzuschreiben. Wie geht man mit dieser Situation um?

  • a) Ich mache eine hübsche Zeichnung.
  • b) Ich weigere mich und reiche das Buch dem nächsten Gast weiter.
  • c) Ich lasse den Abend vor meinem geistigen Auge kurz Revue passieren und erwähne in ein paar Sätzen, was mir besonders gut gefallen hat.



13. Das Essen war vorzüglich. Sie finden aber, dass die Papierservietten schlecht zur schönen Tafel passten. Apropos: Wie hinterlassen Sie Ihre Serviette nach dem Mahl?

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  • a) Eine Papierserviette zerknülle ich und lege sie in den leeren Teller.
  • b) Ich falte sie gegen den Originalkniff zusammen und lege sie links neben meinen Teller.
  • c) Ich habe kein Taschentuch dabei und stecke die Serviette in meine Hosentasche.



14. Sie haben die Einladung genossen. Wie bedanken Sie sich?

  • a) Ich bedanke mich beim Verabschieden für den tollen Abend.
  • b) Ich sende am nächsten Tag einen handgeschriebenen Dankesbrief.
  • c) Ich sende der Gastgeberin Blumen mit einer Dankeskarte.




Buchtipp

Franziska von Au: «Der neue Knigge»;Südwest-Verlag, 2004, 256 Seiten, CHF 28.50

Quelle: Anna Luchs
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