Vor zehn Jahren kannte kaum jemand den digitalen Kommunikationskanal, heute jagen täglich 26 Milliarden E-Mails durchs Internet. Leider werden E-Mails nicht nur für den persönlichen Austausch von Mitteilungen verwendet, sondern auch von Geschäftemachern, die ihre Angebote unverlangt und millionenfach verschicken. Gemäss Schätzungen des US-Marktforschungsinstituts IDC macht dieser so genannte Spam rund 20 bis 25 Prozent des Mailaufkommens aus. Tendenz steigend.

Hunderte von Softwareschmieden wittern das Geschäft und bieten Programme an, die Spam in der Mailbox eliminieren. Viele taugen jedoch wenig, denn die Anforderungen sind hoch: Die Programme sollen selbstständig arbeiten und Spam-mails von anderen Nachrichten unterscheiden können, Erstere aber nicht löschen, sondern archivieren, falls doch eine erwünschte Mitteilung dabei ist.

Drei Techniken ermöglichen die Erkennung von Spammails: Textfilter, die den Inhalt einer E-Mail auf verdächtige Wörter durchsuchen, und so genannte Black- oder Whitelists, die entweder Mails von als Spammer bekannten Absendern eliminieren oder nur Mitteilungen von definierten Adressen durchgehen lassen.

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Am zuverlässigsten sind Whitelist-Programme wie Quarantine Mail. Für die meisten Anwender sind sie jedoch zu aufwändig: Ständig muss man die ausgefilterten Mails kontrollieren und die Liste der erwünschten Absender aktualisieren.

Unterschiedlich aufwändig

Alltagstauglicher sind Programme, die auf eine Kombination der verschiedenen Techniken setzen, wie zum Beispiel das Outlook-Plugin SpamAssassin, das zwar sehr einfach zu bedienen ist, jedoch wenig Möglichkeiten zur Feinabstimmung lässt. Andere, wie etwa das Mail-Zusatzprogramm MailShield, können individualisiert und erweitert werden. Programme wie Spam Sleuth und SpamKiller aktualisieren ihre Filter und Blacklists sogar automatisch im Internet; Letzteres verwendet darüber hinaus das Adressverzeichnis des E-Mail-Programms als Whitelist.

Neben diesen kommerziellen Spam-blockern, die in Tests hohe Erkennungsraten erreichten, gibt es kostenlose Programme. Sie brauchen den Vergleich nicht zu scheuen. SpamPal etwa filtert unerwünschte Werbemails mit grosser Gründlichkeit allerdings nur, wenn man das Programm mit Textfilter-Plugins und individuellen Whitelists erweitert. Ohne diese etwas aufwändige Feinabstimmung arbeitet es nur mit Blacklists aus dem Internet.

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Ein sehr effizientes Verfahren wendet auch SpamNet an, eine «Gemeinschaft der Spambekämpfer», zu der sich rund 350000 Teilnehmer zusammengeschlossen haben. Sie lassen ihre E-Mails mit Blacklists und Textfiltern auf einem zentralen SpamNet-Server prüfen. Wird von mehreren Nutzern eine Mail als spamverdächtig gemeldet, werden die Kontrollprozesse angepasst. Das Plugin gibt es gratis, aber nur für das Mailprogramm Outlook. Zudem arbeitet es sehr langsam.

Ein Katz-und-Maus-Spiel

Absolut zuverlässig arbeitet allerdings keiner der Spamblocker. Spammer finden immer wieder neue E-Mail-Adressen, über die sie ihre Botschaften versenden können. Und es fallen ihnen immer wieder neue Formulierungen ein, um Textfilter zu täuschen. Spambekämpfung bleibt deshalb ein aufwändiges Katz-und-Maus-Spiel. Wer täglich Dutzende oder gar Hunderte Spammails zugestellt bekommt, wird den Aufwand mit den Spamfiltern vermutlich gern betreiben. Wer jedoch eher wenige unerwünschte Zusendungen erhält, löscht sie bequemer von Hand und freut sich, dass es nicht mehr sind.

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Viel wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass die eigene E-Mail-Adresse nicht in den Verteilerlisten von Spammern landet. Am besten klappt das, wenn man seine Hauptanschrift nirgends im Netz publiziert weder in Foren und Chats noch in Anmeldeformularen oder auf der Homepage. Und sollte dies doch erforderlich sein, kann man sich dafür eine zweite Mailbox zulegen, zum Beispiel bei einem Gratisanbieter wie Bluewin, Freesurf oder GMX.

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