«Das Patentrezept für umweltverträgliches Waschen ist das so genannte Baukastensystem», sagt Walter Giger von der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz. Dessen Bestandteile: ein Basiswaschmittel ohne optische Aufheller und Duftstoffe, ein Enthärter und ein Bleichpulver. Dabei wird die Enthärtermenge auf die Wasserqualität abgestimmt, Bleichmittel nur bei weisser Wäsche zugegeben und tunlichst gemäss Verpackungsangabe dosiert.

«Da man aber überlegt dosieren, mehrere Mittel einkaufen und gewisse Dinge über Textilien wissen muss, hat sich das Baukastensystem leider nicht durchgesetzt», sagt Giger. Und Felix Meier, Leiter Konsum und Wirtschaft der Umweltorganisation WWF, meint ernüchtert: «Die Leute wollen es bequem und verwenden am liebsten nur ein Pülverchen.»

Dennoch sollte man Waschmittel gezielt einsetzen und auf gewisse Produkte ganz verzichten – der Umwelt und dem Geldbeutel zuliebe.

Mehr für Sie
  • Vollwaschmittel: Ein Vollwaschmittel ist für normale Wäsche im Haushalt unnötig. Diese Produkte wirken vor allem bei hohen Temperaturen. Heute ist Wäsche aber fast nie so schmutzig, dass sie bei 95 Grad gewaschen werden muss. Auch enthalten diese Mittel Substanzen wie Bleichmittel, optische Aufheller und Duftstoffe, die in vielen Fällen gar nicht nötig sind. Letztere sind laut Meier gar eine «potenzielle Gefahr für Fische und Lebewesen, die sich von Fischen ernähren».

  • Weichspüler: Als schlichtweg «überflüssig» bezeichnet WWF-Vertreter Meier Lenor und Co. Die in ihnen enthaltenen Farb- und Duftstoffe können allergische Reaktionen auslösen. Zudem streitet sich die Fachwelt schon seit längerem darüber, wie gut Weichspüler biologisch abbaubar sind. Tipp: Hängen Sie die Wäsche wenn möglich draussen auf und geben Sie dem letzten Spülwasser ein wenig Essig bei. Dadurch erzielen Sie denselben Effekt: Die Textilien werden weicher.
  • Colorwaschmittel: Obwohl diese Produkte Enzyme zur Fleckenbekämpfung und zudem Duftstoffe enthalten, taxiert sie Felix Meier für Buntwäsche bis zu 60 Grad als «empfehlenswert». Umweltfreundlicher ist jedoch ein Basiswaschmittel ohne diese Zusätze, zumal viele Waschmittel gentechnisch veränderte Enzyme enthalten. Bei deren Produktion ist nicht ausgeschlossen, dass genetisch veränderte Erbsubstanz in die Umwelt gelangt und sich auf andere Organismen überträgt. «Was dann geschieht, weiss bislang niemand, und es wird auch kaum erforscht», sagt Meier.
  • Feinwaschmittel: Sie können – in der richtigen Dosierung – bedenkenlos eingesetzt werden.
  • Flüssigwaschmittel: Pulver oder Waschmittel in flüssiger Form – an dieser Frage scheiden sich die Geister. Für Pulver spricht, dass es leichter ist als die flüssigen Produkte, bei denen man unnötig Wasser mit nach Hause schleppt. Zudem macht sich die Kunststoffflasche im Abfallsack breiter als die Plastiktüte, in der das Pulverwaschmittel verkauft wird.
  • Kompaktwaschmittel: Laut dem Schweizerischen Kosmetik- und Waschmittelverband werden immer mehr Kompaktwaschmittel verkauft – nicht zuletzt deshalb, weil sie weniger zu schleppen geben. Sie sind konzentriert und versprechen bei kleineren Päckchen dieselbe Waschleistung wie die grossen, schweren «Jumbopakete». Bei der Dosierung läuft man allerdings Gefahr, aus lauter Gewohnheit zu viel in die Waschtrommel zu schütten. Nicht zuletzt dem Portemonnaie zuliebe lohnt es sich also, die Dosierhinweise auf der Packung zu befolgen.
  • Tabs/Flüssigsäckchen: Der grosse Vorteil der kompakten Tabs und der – verhältnismässig teuren – Flüssigsäckchen: Das Denken beim Dosieren entfällt. Allerdings waschen sie nicht sauberer als Pulver- oder Flüssigwaschmittel und eignen sich weniger für Kurz- und Sparprogramme. Zudem gibt es keine Nachfüllpackungen – was mehr Abfall bedeutet.


Fazit: Verzichten Sie getrost auf Vollwaschmittel, Flüssigsäckchen, Tabs und Weichspüler. Mit einem Basiswaschmittel in Pulverform, am besten ohne Duftstoffe und Enzyme, bei Bedarf Bleichmittel für weisse Wäsche und einem Feinwaschmit-tel für pflegebedürftige Kleidungsstücke schützen Sie die Umwelt vor mehr Chemie als unbedingt nötig – vorausgesetzt, Sie dosieren sorgfältig.