Nur zu gern hätten Hansheinrich Hefti und seine Frau Conny am 12. September das Konzert der irischen Rockband U2 im Zürcher Letzigrund besucht. Sie wollten sich dieses Vergnügen viel Geld kosten lassen: 250 Franken pro Billett.

Doch die beiden werden sich an dem Abend wohl mit einer Tonkonserve der Iren begnügen müssen. Denn die Billette sind entweder bei Ticketcorner selber oder auf dem Weg zu Heftis verschollen. Mehrfaches Nachfragen beim Billetthändler brachte nichts ausser der frustrierenden Antwort, dass Ticketcorner keine Haftung übernehme, dies sei in den allgemeinen Geschäftsbedingungen unter Punkt 3.2 nachzulesen. Weiter hält das standardisierte Schreiben der Abteilung Consumer Care, also Kundenpflege, fest, dass die – nummerierten – Billette weder dupliziert noch ersetzt werden könnten. Das sei eine «abschliessende Stellungnahme», weitere Korrespondenz werde «lediglich dem Dossier hinzugefügt».

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Auf Nachfrage des Beobachters schiebt Ticketcorner den Schwarzen Peter an Konzertveranstalter Good News weiter. Der akzeptiere, so Ticketcorner-Sprecherin Marlies Keck, keine Sitzplatzbestätigung anstelle des Billetts, was sonst üblich sei.

Nicht eingeschrieben verschickt

Good News ihrerseits sagt, die Praxis mit den Sitzplatzbestätigungen sei bei Konzerten, wo es auch unnummerierte Stehplätze gebe, aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Und teilt ihrerseits einen Seitenhieb an Ticketcorner aus: «Weil Ticketcorner die Billette nicht eingeschrieben verschickt, kommt es ab und zu vor, dass sich Käufer melden, die ihre Tickets nicht erhalten haben», sagt der Ticketing-Verantwortliche Philippe Gosswiler. «Leider ist es in diesem Fall so, dass der ehrliche Kunde nun das Nachsehen hat.»

Nur zu wahr. Hansheinrich Hefti, VIP-Mitglied bei Ticketcorner, hat als letzte Massnahme die Zahlung für die Billette bei seiner Kreditkartenfirma widerrufen. Der Traum vom Live-Konzert der Lieblingsband ist geplatzt.