1. Home
  2. Konsum
  3. Kauf & Leasing
  4. Leasing: Auto zurückgeben – welche Kosten zahlt man?

LeasingAuto zurückgeben – welche Kosten zahlt man?

Wenn das Leasing zu Ende geht, verrechnen Garagen alle möglichen Instandstellungskosten. Doch man muss längst nicht alle akzeptieren.

Manchmal verrechnen Garagisten bei Leasingautos schon kleine Kratzer als Schäden, obwohl diese als normale Abnützung gelten.
von aktualisiert am 26. Juli 2018

Der Frust ist gross, wenn man den geleasten Wagen zurückgibt und dann eine hohe Rechnung erhält. Klar ist: Für ausserordentliche Abnützungen muss man zahlen. Das steht auch so in den Vertragsbedingungen der Leasingfirmen. Kosten für die normale Abnützung trägt aber das Leasingunternehmen. Doch was ist normal und was ausserordentlich?

Es gibt detaillierte Richtlinien

Anton Bolzli beurteilt solche Schäden seit 26 Jahren. Der Fahrzeugsachverständige stützt sich dabei auf die Richtlinien der zwei grossen Leasingfirmen Interleasing und Leaseplan. «Diese Richtlinien machen klare Aussagen in Abnützungsfragen. Deshalb sind sie auch bei den Gerichten allgemein anerkannt.»

Die Listen sind sehr detailliert. So ist zum Beispiel festgelegt, dass Dellen «bis zu einer Grösse von zwei Zentimetern» als normale Abnützung gelten – vorausgesetzt, es hat nicht mehr als zwei Dellen pro Karosserieteil.

Vorsichtshalber ein Gutachten einholen

Laut Bolzli kennen viele Garagisten diese Richtlinien nicht und stellen deshalb jeden kleinen Kratzer in Rechnung.

Wer davon ausgeht, dass es bei der Abgabe zu Problemen kommen könnte, kann vorher ein unabhängiges Gutachten einholen (siehe Tipps: So fahren Leasingnehmer besser). Es kann sich lohnen, ein solches in der Hand zu haben. «Wenn sich der Kunde nicht wehrt, bleibt er auf der hohen Rechnung sitzen», sagt Bolzli.

Was gilt als normale Abnützung?

Die folgenden Abnützungen gehen zulasten der Leasingfirma.
 

Karosserie und Lack:

  • Schrammen und Lackabschürfungen bis 2 cm Länge, vorausgesetzt, diese lassen sich mit mechanischer Politur entfernen
  • Dellen bis zu einer Grösse von 2 cm, vorausgesetzt, es sind nicht mehr als zwei Dellen pro Karosserieteil
     

Kühlergrill und Stossstange:

  • Lackschäden und Kratzer bis 10 cm Länge, vorausgesetzt, diese lassen sich mit mechanischer Politur entfernen
  • Stossstangen (oder nicht lackierte Stossstangen): Kratzer und Schrammen bis zu einer Länge von 10 cm sind akzeptabel
     

Reifen und Felgen:

  • Reifen mit einem Profil von mindestens 1.6 mm oder ein Reifenprofil, das den gesetzlichen Bestimmungen des Landes entspricht
     

Interieur:

  • Verunreinigungen und Flecken auf den Sitzen, der Innenverkleidung, den Teppichen und Bodenmatten, die bei einer allgemeinen Reinigung entfernt werden können
  • Sitze mit Abnutzungsspuren und Ausbeulungen durch allgemeine Nutzung
Guider Logo

Checkliste «Abnützung beim Leasingauto» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Mitglieder von Guider bekommen mit der Checkliste «Abnützung beim Leasingauto: Was ist normal? Was ist ausserordentlich?» eine umfangreiche Auflistung, die Leasingnehmern hilft abzuwägen, welche Kosten bei der Rückgabe des Autos zu Lasten der Leasingfirma gehen und welche Schäden man selber tragen muss.

Was gilt als ausserordentliche Abnützung?

Die folgenden Abnützungen gehen zulasten des Leasingnehmers.
 

Karosserie und Lack:

  • Mehr als 2 cm lange Schrammen und Lackabschürfungen
  • Alle Lackschäden, Kratzer, Schrammen und Lackabschürfungen, die sich nicht durch mechanisches Polieren entfernen lassen
     

Kühlergrill und Stossstange:

  • Mehr als 10 cm lange Lackschäden und Kratzer
  • Mehr als 2 cm lange Abschürfungen
     

Reifen und Felgen:

  • Wölbungen, Risse oder Schnitte in den Reifen
  • Beschädigung der Seitenwand oder des Profils
     

Interieur:

  • Verunreinigungen und Flecken auf der Innenverkleidung, den Sitzen, Teppichen und Bodenmatten, die bei einer allgemeinen Reinigung nicht entfernt werden können und eine Spezialreinigung erfordern
  • Schnitte, Abnutzungsspuren, Risse und Verformungen an der Innenverkleidung, den Teppichen und Bodenmatten

Tipps: So fahren Leasingnehmer besser

  • Fotografieren Sie das Auto vor der Abgabe. Ein digitales Foto enthält oft auch das Datum.
  • Weisen Sie den Garagisten bei der Abgabe des Wagens auf die Richtlinien der Leasingfirmen Interleasing und Leaseplan hin beziehungsweise auf die Checkliste bei Guider «Abnützung beim Leasingauto: Was ist normal? Was ist ausserordentlich?». Klären Sie ab, welche für das Abgabeprotokoll gilt.
  • Lassen Sie sich von der Garage das Protokoll der Schäden geben und gehen Sie es anhand der Richtlinien durch.
  • Wenn der Garagist Schäden falsch verrechnet hat, stellen Sie ihn zur Rede.
  • Wenn es wegen grösserer Schäden Streit gibt, lohnt sich ein Gutachten durch eine neutrale Stelle. Experten des Fahrzeugsachverständigen-Verbands (VFFS) sind mit den Leasingrichtlinien vertraut und überprüfen den Zustand des Wagens für rund 250 Franken. Der unabhängige Occasionstest des TCS prüft vor allem die Funktionen und weniger das Aussehen des Fahrzeugs. Der Test dauert rund 90 Minuten. Preis für TCS-Mitglieder: ab 60 Franken; für Nichtmitglieder ab 120.
Guider Logo

Mehr zu Leasing bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Sie überlegen sich, ein Auto zu leasen oder haben es bereits getan? Guider erläutert seinen Mitgliedern, welche Leasingkosten auf sie zukommen und gibt Tipps für einen kostengünstigen Ausstieg aus dem Leasingvertrag.