Monatelang sitzen Caroline Schädler und ihr Sohn auf dem Boden. Das alte Sofa hatten sie verkauft, doch die Firma Moebeldirect, bei der die allein­erziehende Mutter letztes Jahr für 899 Franken ein neues bestellt hatte, lieferte nicht. Mehrmals wurde sie vertröstet – bis die Firma unerreichbar war.

Wie Caroline Schädler geht es Hunderten Geschädigten, denn die Firma ist konkursit. «Zahlreiche Moebeldirect-Kunden rufen bei uns an, um doch noch irgendwie an ihre vorausbezahlten Möbel zu kommen», sagt Dominik Kohler vom Konkursamt des Kantons Aargau. Doch die Aussichten, dass die Geschädigten ihr Geld jemals zurückerhalten, sind gering.

Anzahlung zurückgebucht

Das Konkursamt beschlagnahmte am 20. Juni, was noch im Verkaufslokal in Aarau he­rumstand. Die Aktiven reichen aber kaum aus, um die Kosten für das Konkursverfahren zu decken. Und selbst wenn, werden die geschädigten Kunden leer ausgehen: Die Lohnforderungen der Angestellten, So­zialversicherungen und Mehrwertsteuer haben Vorrang.

Wie es zu der Firmenpleite kommen konnte, ist unklar. Der 34-jährige Aargauer Patrick Moser, einziger Verwaltungsrat der Firma, antwortete nicht auf Fragen des Beobachters. Gemäss Gerüchten hat er sich nach Dubai abgesetzt. Einige geprellte Kunden haben Anzeige wegen Betrugs eingereicht.

Moebeldirect vertrieb via Internet sowie in eigenen Verkaufsräumen zu Discountpreisen Möbel. Das lockte auch Caroline Schädler. Sie kann aber hoffen, mit einem blauen Auge davonzukommen. Ihre Kreditkartenfirma hat die Anzahlung zurückgebucht und ihr wieder gutgeschrieben – allerdings erst provisorisch.

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