Etwa der «Biowashball» der Genfer Firma Emker SA. Die mit Kera­mik­steinen gefüllte Plastikkugel kostet um die 65 Fran­ken und soll drei Jahre lang täglich be­nützt werden können. So spare man bis zu 1500 Franken.

Wie das Wunder funktioniert, erklärt www.biowashball.ch: Die Keramikkügel­chen sollen «starke Infrarotstrahlen» aussenden; Dreck­parti­kel würden durch «negative Ionen» gelöst. Auf einer anderen Website der Firma heisst es gar: «Die Hartsteine beinhalten TM-Orga­nismen.» TM steht für «Total Effective Microorganisms». Dort liest man aber auch: «Nie­mand konnte bisher erklä­ren, wie die Organis­men die Hitze der Hartsteinherstellung überleben kön­nen.»

Heinz Von­mont, Leiter Analyti­sche Chemie bei der Eid­­genös­si­schen Material­prü­fungs- und Forschungsanstalt, sagt: «Ke­ramikkugeln strahlen weder starke Infrarot­strah­len noch negative Ionen aus.» An Organismen glaubt er nicht: Kein Lebewesen überstehe 1000 Grad Hitze. «Infrarotstrahlen ha­ben keine Waschkraft», ergänzt ETH-Physiker Professor Mar­kus Sig­rist. Und «falls die Steine tat­säch­lich im Wasser nega­tive Ionen erzeugen, dann nur kurz».

Gerard Imbert von der Emker SA bleibt dabei: «Die Keramik­steine strahlen negative Ionen aus.» Ein staatliches Labor in Südkorea habe die Wasch­kraft bestätigt. Und dass es im Biowashball keine Mikroorganismen habe, müssten die Experten zuerst beweisen.

BeobachterNatur machte den Test. Wir wuschen mit dem Wunderball 15 mäs­sig verfleckte Klei­dungs­stü­cke eine Stunde lang bei 40 Grad. Das Resultat: Drei Stücke wurden sauber, vier etwas sauberer – und acht waren gleich dreckig wie zuvor.