Sie haben online ein Handy bestellt – und erhalten Bescheid, dass Sie es nur gegen Vorauskasse bekommen. Wegen schlechter Zahlungserfahrungen. Offenbar hat sich der Verkäufer bei einer Auskunftei nach Ihrer Bonität erkundigt. Darf er das? Fragen und Antworten.

Was ist eine Wirtschaftsauskunftei?

Eine Wirtschafts- oder Kreditauskunftei sammelt und bearbeitet Daten zum Zahlungsverhalten von Firmen und Privatpersonen. Sie verkauft diese Bonitätsdaten an interessierte Stellen. In der Schweiz gibt es vier Auskunfteien: Bisnode, Creditreform, CRIF und Intrum Justitia.

Wer kauft diese Daten?

Finanzinstitute, Telekomfirmen und Versandhäuser, die wissen wollen, wie zahlungsfähig ein Kunde ist Zahlungsmoral So kommen Sie an Ihr Geld . Auch Privatpersonen können diese Infos kaufen, wenn sie die Bonität eines möglichen Vertragspartners überprüfen wollen. Zum Beispiel die Zahlungsfähigkeit eines neuen Arbeitgebers vor einem Stellenwechsel, eines Generalunternehmers beim Hausbau oder einer Person, der sie ein Darlehen gewähren wollen.

Merkblatt «Bonität (Kreditfähigkeit)» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Welche Daten darf eine Wirtschaftsauskunftei sammeln und welche nicht? Woher werden die Informationen überhaupt bezogen? Und wie geht man vor, wenn die Auskunftei die Daten nicht löschen will? Mitglieder erfahren im Merkblatt «Bonität (Kreditfähigkeit)» mehr über das Geschäft der Auskunfteien und wie die Rechte der Konsumenten aussehen.

Sind diese Datensammlungen legal?

Ja, das Datenschutzgesetz erlaubt Datensammlungen, die es ermöglichen, die Kreditwürdigkeit einer Person zu prüfen. Eine Einwilligung der betroffenen Person ist nicht erforderlich. Die Auskunftei muss aber die Bestimmungen des Datenschutzgesetzes einhalten. So müssen die Daten rechtmässig erhoben, die Bearbeitung muss verhältnismässig und zweckgebunden sein. Zudem muss die Auskunftei dafür sorgen, dass die Daten sicher verwahrt und korrekt sind. Im Übrigen darf die Auskunftei die Daten nur dann weitergeben, wenn der Empfänger ein überwiegendes Interesse nachweisen kann (etwa mit einer Bestellung oder einem Kreditantrag). Und schliesslich muss die Auskunftei ihre Datensammlung beim Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) anmelden.

Wie kann ich herausfinden, welche Daten über mich gespeichert sind?

Leider gibt es dafür keine zentrale Stelle. Es bleibt nur, die Auskunfteien sowie die IKO und die ZEK einzeln anzuschreiben (siehe «Auch IKO und ZEK sammeln Daten»). Jeder hat das Recht, jederzeit Auskunft zu erhalten. Dazu reicht es, wenn man der Auskunftei ein schriftliches Auskunftsgesuch mit einer Ausweiskopie schickt (siehe Musterbrief bei Guider «Auskunftsgesuch über Kreditwürdigkeit», exklusiv für Mitglieder). Die Antwort muss innert 30 Tagen schriftlich erfolgen.

Musterbrief «Auskunftsgesuch über Kreditwürdigkeit» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Wollen Sie wissen, welche Daten eine Wirtschaftsauskunftei über Sie sammelt? Mitglieder von Guider erhalten mit dem Musterbrief «Auskunftsgesuch über Kreditwürdigkeit» eine hilfreiche Vorlage wie sie beim entsprechenden Unternehmen vorstellig werden können.

Soll man einen Kredit aufnehmen?

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Sie haben kein Geld und wissen nicht weiter? Achtung: Einen Kredit aufzunehmen, ist keine gute Idee. Wir haben drei bessere Tipps für Sie.

Was ist, wenn ich feststelle, dass die Daten falsch sind?

Dann können Sie verlangen, dass die Daten berichtigt oder gelöscht werden (siehe Musterbrief bei Guider «Berichtigung oder Löschung von Bonitätsdaten», exklusiv für Mitglieder). Beschaffen Sie sich dazu die Unterlagen, die belegen, dass die kritisierten Angaben falsch sind. Wenn es zu einer Löschung respektive Berichtigung kommt, muss die Auskunftei ihre Informanten und Abnehmer entsprechend informieren.

Auch IKO und ZEK sammeln Daten

Neben den vier Schweizer Wirtschaftsauskunfteien sammeln noch zwei weitere Stellen Bonitätsdaten. Sie sind jedoch keine Wirtschaftsauskunfteien.

  • Die IKO (Informationsstelle für Konsumkredit) ist ein Bundesorgan, das im Konsumkreditgesetz vorgeschrieben ist. Sie speichert Daten von Personen, die einen Kredit aufgenommen oder einen Leasingvertrag abgeschlossen haben.

  • Die ZEK (Zentralstelle für Kreditinformation) ist ein Verein mit über 100 Mitgliedern, vor allem Banken und Leasingfirmen. Von diesen erhält sie Daten über die Bonität von Firmen und Privatpersonen, speichert sie und macht sie ihren Mitgliedern zugänglich.

Musterbrief «Löschung von Bonitätsdaten» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Hat die Wirtschaftsauskunftei unrichtige oder ungültige Daten über Ihre Bonität gesammelt? Mitglieder von Guider erhalten mit dem Musterbrief «Berichtigung oder Löschung von Bonitätsdaten» eine Vorlage wie sie die Dinge richtig stellen können.

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Quelle: Beobachter