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Green-Card-LotterieSehnsucht nach Amerika ausgenutzt

Illegale Anbieter machen fette Geschäfte mit der Aufenthaltsbewilligung für die USA. Dabei ist die Lotterieteilnahme gratis.

Traumziel USA: Wer dort leben und arbeiten will, braucht eine Green Card.

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Seit 1995 verlosen die USA jährlich 50'000 Green Cards. Die ­Ge­winner sind berechtigt, in den USA zu leben und zu arbeiten. Pro Jahr trifft es 80 bis 300 Schwei­zerin­nen und Schwei­zer. Doch viel mehr bewerben sich. Geld kommt eigentlich erst ins Spiel, wenn man zu den Glück­lichen gehört, die der Com­pu­ter auserkoren hat. Bis man in den USA lebt, werden Gebühren von rund 800 Dollar fällig.

Mittlerweile gibt es aber ­eine ganze Reihe von Firmen, die gegen Geld höhere Gewinnchancen versprechen. «Mit Sicherheit in die USA», wirbt der Green Card App­li­cation Service zum Beispiel. Meldet man sich an, werden sofort happige Gebühren fällig. Das Problem: ­Die­se illegalen Services sind auf den ersten Blick kaum vom staat­lichen Anbieter zu unterscheiden, ihre Auftritte werden immer professioneller. Die Firmen, die oft aus Osteuropa operieren, geben zudem ei­ne Postadresse an, die der offi­ziellen sehr stark ähnelt.

Vorsicht bei Geldforderungen

Auf der US-Website findet sich eine Betrugswarnung, die auch das wichtigste Merkmal staat­licher Sites erklärt: ­Alle Webadressen des US-Depart­ments enden auf «.gov», bei anderen Endun­gen ist Vorsicht geboten.

Zwar gibt es auch einige wenige seriö­se Anbieter, die gegen eine angemessene, zweistellige Gebühr dabei helfen, das Formular auszufüllen und Termine einzuhalten. «Wenn man gleich am Anfang seine Kreditkarten­nummer eingeben und meh­rere hundert Dollar zahlen soll, ist es aber wohl ein unseriö­ser Anbieter», sagt Peter Uner von der US-Botschaft in Bern.

Uner geht von zahlreichen Betrogenen aus: «Wir haben sehr viele Reklamationen.» Hin­zu kommt: Wer sich von solchen Firmen auf mehrere Jahre hinaus hat festnageln lassen, kann sich nicht zusätzlich legal bewerben, da doppelte Ein­gaben vom Computer erkannt werden. Das führt automatisch zur Disqualifikation des Antragstellers.

Veröffentlicht am 01. Februar 2011