Die Werbung des Münzkontors war kürzlich selbst einer Teilauflage des Beobachters beigelegt. «Sie wirkt auf den ersten Blick unverfänglich, so dass auch uns nichts aufgefallen ist», sagt die Anzeigenleiterin des Beobachters, Sandra Peiti.

Hansjörg Scheidegger hat eine Münzkontor-Umfrage beantwortet: «Plötzlich erhielt ich ein Münzkuvert und eine Rechnung in der Höhe von 50 Franken.» Als er reklamierte, behauptete die Firma, im Besitz eines Bestellscheins zu sein. Die verlangte Kopie des Scheins erhielt Scheidegger nie, dafür aber mehrere Mahnungen - obwohl er angeboten hatte, die Lieferung zurückzusenden.

Dazu wäre er gar nicht verpflichtet. «Da auf dem Talon weder ein genauer Preis noch der Umfang der Lieferungen vereinbart wird, kommt kein Kaufvertrag zustande», sagt Doris Huber vom Beratungszentrum des Beobachters. Allfällige Lieferungen sind deshalb Zusendungen unbestellter Sachen und müssen nicht retourniert werden. Das Münzkontor hoffe wohl einfach darauf, dass die Empfänger bezahlen.

Markus Kurz, Mediensprecher der HMK GmbH, zu der das Helvetische Münzkontor gehört, zeigt sich uneinsichtig: «Wenn überhaupt, mag man das Marketing unserer Spitzenprodukte als forsch bezeichnen.»

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