Nein. Auch wenn Sie es schwarz auf weiss haben, dass der Betrag Ihrem Konto belastet wurde, reicht das nicht. Denn laut Obligationenrecht Obligationenrecht Hoppla, ist das jetzt ein Vertrag? sind Geldschulden Bringschulden: Sie sind Ihre Verpflichtung erst los, wenn der Gläubiger über das Geld verfügen kann, wenn also der Betrag auf seinem Konto gutgeschrieben wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt tragen Sie das Risiko, dass sich die Zahlung verzögert oder dass sie gar verloren geht.

Somit ist es jetzt an Ihnen, bei Ihrer Bank eine Nachforschung in Auftrag zu geben. Diese klärt dann entweder intern oder bei der Empfängerbank ab, wo der Betrag gutgeschrieben worden ist, und fordert ihn gegebenenfalls zurück. Die Kosten für die Nachforschung tragen zunächst Sie.

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Nachforschung kostet Geld und Zeit

Eine kleine Umfrage bei Banken und bei Postfinance zeigt: Nachforschungen kosten unterschiedlich viel. Einige Geldinstitute verlangen dafür eine Pauschale, bei einer Inlandzahlung um die 30 Franken, bei einer Auslandzahlung um die 50, 60 Franken. Andere verrechnen nach Aufwand bei einem Stundenansatz von rund 120 bis 180 Franken. Aber: Wenn der Fehler bei der überweisenden Bank liegt, ist die Nachforschung selbstverständlich kostenlos.

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Wie lange eine solche Nachforschung dauert, hängt davon ab, wie viele Stellen involviert sind, wie schnell diese antworten und wie komplex der Fall ist. Mit Glück erhält man schon nach wenigen Tagen einen Bescheid. Es kann aber auch bis zu einem Monat dauern.

Wenn der Gläubiger wegen des verzögerten Zahlungseingangs Verzugszinsen verlangt Mahnung Muss ich fürs Inkasso zahlen? und eine der beteiligten Banken schuld ist an der Verzögerung, haftet die Bank grundsätzlich für diesen Zinsverlust. Wichtig ist in diesem Fall der entsprechende Nachweis.

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Jasmine Helbling, Redaktorin

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