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MietwagenPannenfrei zum Ferienauto

Der Flug ist gebucht, das Hotel ebenfalls – für die perfekten Ferien fehlt vielleicht nur ein Mietauto. Und das ist keine Nebensache.

Mehrwert: Das Mietauto im Reisebüro statt im Internet zu buchen kann die günstigste Lösung sein.

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Erste Frage: Was für ein Auto soll es denn sein? Im Dschungel der Angebote für Mietwagen ist es schwierig, den Überblick zu behalten. Zweite Frage: Wie fahre ich am günstigsten?

«Den perfekten Weg gibt es nicht», sagt Beat Dannenberger, Ombudsmann der Schweizer Reisebranche. «Wo jemand am besten bucht, hängt vom Vorwissen ab.» Wer ohne Vorkenntnisse im Internet nach dem günstigsten Fahrzeug sucht, läuft Gefahr, am Ende doch zu viel zu bezahlen. Da lohnt es sich, im Reisebüro zu buchen. «Das ist ein bequemer Weg – und nicht immer der teuerste», sagt Dannenberger. Bei den Reisebüros seien mehrheitlich alle ­Gebühren bereits eingeschlossen. Bei anderen Anbietern kann es dagegen vorkommen, dass am Zielort weitere Taxen ein­gefordert werden.

Generell gilt: Es lohnt sich, Angebote zu vergleichen. Dabei zeigt sich, dass Mietwagenvermittler wie Holiday Cars und Sunny Cars häufig preiswerter sind als Direktanbieter. Vermittler können den Vermietern lange im Voraus mitteilen, wie viele Fahrzeuge sie an welchem Standort benötigen. Das honorieren diese mit niedrigen Preisen für die Vermittler. Viele Gäste schätzen zudem, dass der Vermittler ihre Sprache spricht.

Früh buchen lohnt sich in der Regel

Natürlich ist es auch möglich, vor Ort zu buchen. «Oft sind die Konditionen der ­lokalen Anbieter sehr günstig», sagt Frieder Bechtel von Billiger-mietwagen.de. In Spanien etwa tobe aufgrund der sinkenden Nachfrage ein Preiskampf. Bechtel warnt aber: «Was für den Kunden auf den ersten Blick gut aussieht, kann während der Fe­rien nach hinten losgehen.» Der Konkurrenzdruck lässt kleinere Anbieter bei der Fahrzeugflotte oder beim Personal sparen. Das kann bedeuten, dass der Kunde ein schlecht gewartetes Auto bekommt oder nicht sofort bedient wird.

Ombudsmann Dannenberger rät zudem, je nach Ferienort zu entscheiden, von wem man das Auto bezieht: «In Zypern oder auf Gran Canaria kann man ohne ­Bedenken lokal mieten. Fährt man jedoch von San Francisco nach New York, lohnt es sich auf jeden Fall, eine grosse Kette zu wählen – so ist garantiert, dass es in jeder Stadt einen Vertreter des Anbieters hat.» Zudem zahlt es sich aus, Autos für die Zwischen- und Hauptsaison möglichst frühzeitig zu buchen. Wie eine Auswertung von Billiger-mietwagen.de zeigt, sind die Preise vor Beginn der Sommerferien 2012 deutlich angestiegen. So kostete beispielsweise ein Mietwagen in Nizza zehn Wochen vor den ­Sommerferien 29 Euro pro Tag. Wer erst während der Sommerferien buchte, musste 54 Euro bezahlen. Vor den Osterferien 2013 verdoppelte sich der Mietpreis gar ­innerhalb einer Woche.

Die Versicherungsdeckung genau prüfen

Nicht sparen sollte man bei den Versicherungen. Ombudsmann Beat Dannenberger wählt immer die höchste Deckungssumme für die Haftpflichtversicherung, wenn er mit einem Mietfahrzeug unterwegs ist. Die Fachleute des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) empfehlen eine Deckungssumme von fünf Millionen Franken. Besonders in den USA, wo die gesetzlich vorgeschriebenen Summen mit rund 4500 bis 20'000 Franken sehr tief sind, sollte man auf einer höheren Deckung bestehen.

Unverzichtbar ist auch eine Vollkaskoversicherung. Sie kommt für Schäden am Mietwagen auf. Dabei soll man prüfen, ob Schäden an Glas und Reifen mit eingeschlossen sind. Andernfalls können sie zusätzlich günstig mitversichert werden.

Oft unnötig ist eine Unfallversicherung für Insassen: In der Schweiz sind alle obligatorisch über den Arbeitgeber oder die Krankenkasse unfallversichert. Nur wenn das nicht der Fall ist, rät der VCS, eine Unfall-Insassenversicherung abzuschliessen.

Viele Anbieter verkaufen ein Alles-­inklusive-Paket mit den wichtigen Versicherungen. Dennoch hat es Ombudsmann Dannenberger oft mit Reklamationen im Bereich Versicherungen zu tun. Einige ­lokale Anbieter versuchen nämlich, den Kunden am Zielort weitere Versicherungen anzudrehen. «Viele Touristen sind nach der Reise müde oder verstehen die Sprache nicht richtig. Darum lassen sie sich überrumpeln und unterzeichnen einen zusätzlichen Vertrag», erklärt Dannenberger. Sein Rat: «Sagen Sie bei Sprachproblemen lieber einmal mehr ‹no›.»

Doch was tun, wenn der italienische Vertreter einen Fiat und nicht den reservierten Opel Astra übergeben will? Laut Beat Dannenberger ist das zulässig: «Die Reservation gilt nicht für ein bestimmtes Modell, sondern für eine Fahrzeugkategorie.» Die Fotos im Internet seien als Symbolbilder zu verstehen. Dass der lokale Vertreter versucht, ein schlechteres oder älteres Auto zu vermieten, komme aber selten vor. «Die grossen Anbieter haben stets eine aktuelle Flotte.»

Um den Wagen schliesslich in Empfang zu nehmen, benötigt man meist eine Kreditkarte. Sie dient nicht nur zur Vorauszahlung, sondern auch für das Hinterlegen der Kaution. Nur bei spezieller Vorvereinbarung kann diese in bar oder per EC-Karte hinterlegt werden. Die Kreditkarte muss zudem auf den Namen des Fahrers lauten. «Hat etwa nur Ernst Müller eine Kreditkarte, aber seine Frau Vera würde fahren, kann es sein, dass sie den Mietwagen nicht erhalten», sagt Dannenberger.

Nehmen Sie sich für die Rückgabe Zeit

Auch nach den Ferien kann es zu Über­raschungen kommen: wenn etwa eine Rechnung des Autovermieters ins Haus flattert – er habe am Wagen einen Schaden festgestellt, der in der Zwischenzeit repariert worden sei. In solchen Fällen genügt es manchmal bereits, die Forderung genau zu prüfen: Laut Ombudsmann Dannenberger kann es vorkommen, dass sie gefälscht ist. «Nicht vom Vermieter aus­gestellt, sondern von irgendjemandem, der an den Mietvertrag gelangt ist.»

Unnötige Diskussionen lassen sich am besten vermeiden, indem Sie bei der Annahme das Mietauto innen und aussen sorgfältig auf Schäden überprüfen, diese im Vertrag vermerken und vom Vermieter quittieren lassen. Bei der Rückgabe sollten Sie den ­Kilometerstand notieren und eine schrift­liche Bestätigung dafür verlangen, dass Sie den Wagen unbeschädigt zurückgebracht haben.

Auto mieten: So fahren Sie günstiger

  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Angebote zu vergleichen: www.billiger-mietwagen.de, www.mietwagen.check24.de oder auch www.vergleiche.ch.

  • Buchen Sie frühzeitig.

  • Bringen Sie wenn möglich Kindersitz und Navigationsgerät selber mit. Die Miete kann teuer werden.

  • Wenn eine zweite Person das Auto lenken soll, achten Sie unbedingt darauf, dass diese mitversichert ist.

  • Meiden Sie Angebote mit Kilometer­pauschalen – wählen Sie solche mit ­unbegrenzter Kilometerzahl.

  • Wählen Sie die Tankregelung «voll-voll».

  • Prüfen Sie das Auto bei Annahme und Rückgabe auf Schäden und lassen Sie sich diese vom Vermieter schriftlich bestätigen.

  • Geben Sie den Wagen pünktlich zurück. Einige Anbieter verrechnen Verspätungen von einigen Minuten bereits als ganzen Tag.
Veröffentlicht am 08. Juli 2013