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Inkasso-Forderungen«Beihilfe zu versuchtem Betrug»

«Beihilfe zu versuchtem Betrug»
Bild: Getty Images

Die Münchner Inkasso-Anwältin Katja Günther muss einer Frau 46.41 Euro Schadenersatz zahlen. Der Betrag ist klein, das zugrunde liegende Urteil des Amtsgerichts Karlsruhe aber könnte Wellen werfen. Die Klägerin war Opfer einer Internet-Abzockerfirma geworden.

von Gian Signorell

Die Masche ist stets gleich: Die Websites bieten Inhalte wie Rezepte, Songtexte oder Horoskope an. Dafür sollen die Nutzer nur ihre Kontaktdaten hinterlassen. Der Hinweis auf ein kostenpflichtiges Abo ist im Klein­gedruckten versteckt (siehe www.beobachter.ch/abzocker-websites). Wer nicht zahlt, wird mit Mahnungen eingedeckt. Un­ter anderem von Katja Günther.

Internetabzocker waren im letzten Jahr für Anrufer im Beobachter-Beratungszentrum das grösste Ärgernis: Die Beraterinnen und Berater behandelten mehr als 1400 Anfragen.

Wegweisender Richterspruch

Doch nun hat der deutsche Anwalt Benedikt Klas den Spiess umgedreht. Im Auftrag seiner Mandantin, die auf ein «Geburtstag-Archiv» hereingefallen war, ging Klas statt gegen die Seitenbetreiberin gegen deren Anwältin Günther vor. Das Gericht folgte der Argumentation von Klas und wertete die Bestrebungen von Katja Günther als «Beihilfe zu einem versuchten Betrug». Die Kosten, die dem Opfer durch die Abwehr der Forderung entstanden seien, habe Günther zu tragen. «Wir hoffen, dass das Urteil Präzedenzwirkung entfaltet», sagt Anwalt Klas.

Veröffentlicht am 2009 M09 01

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3 Kommentare

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Marc Moser
Als ausgewanderter Schweizer habe ich auf der Beobachterplattform diesen Artikel über Internet Abzocker gelesen. Dazu folgende Bemerkungen. Sollte eine deutsche Rechtsanwaltskanzlei eine Forderung äussern, ist immer eine ladungsfähige Anschrift dabei. Diese Anschrift sollte Adresse Postleitzahl und Ort enthalten. Zudem sollte ein sogenannter Gerichtsstand angegeben sein und vor allem eine Bankverbindung in Deutschland. Fehlen einer oder mehrere Punkte im Anschreiben, dann ist die Möglichkeit gross, dass es sich bei dieser Firma um eine Schwindelfirma handelt welche die Adresse über dubiose Adresshändler gekauft hat und jetzt eine Abzocke versucht. Als folgende Punkte beachten - ladungsfähige Adresse . Gerichtsstand - Bankverbindungen - Telefonnummer Gruss M. Moser
Richard
Das ist ein schöner Wegweiser für alle zukünftigen Fälle. Dies bestätigt umso mehr, dass diese dubiosen Internetfirmen mit Drohungen den kleinen Bürger weichmachen wollen - tja, und nun rächt sich das ganze. Ich bin froh, damals nicht gezahlt zu haben. Seit dem Urteilsspruch aus obigem Artikel habe ich nie mehr was gehört. Komisch! =)
keep-*******
Solche betrügerische Internet Seiten wachsen insbesondere in Deutschland wie Pilze aus dem Boden und mehrheitlich sind die Inhaber "angesehene" Detusche Rechtsanwälte. Im Zweifelsfall sollte die Deutsch Gerichtsbarkeit fähig sein solche Seiten supervisorisch zu sperren lassen. Ein Rechtsanwalt "Olaf Tank" betreibt mit seinen Strohmännern Schmitchen etc. annähernd 50 Abzockseiten, nicht weniger der neu Im Felde "Sven Schulze" aus Hamburg der mit BELLEROS in 99downloads.de u.v.a. mehr auftritt. Rechtlich eine Unfähigkeit des Staates den ürger zu schützen