Nina Gut heisst in Wirklichkeit anders.

Unsere Familie:

Ich bin 35, verheiratet und habe drei Kinder, zwei Buben (2 und 3½) und ein Mädchen (4 Monate). Nach meinem Studium der Rechtswissenschaften war ich ein paar Jahre in Vollzeit als Juristin tätig. Heute arbeite ich in einem 60-Prozent-Pensum bei einer Rechtsschutzversicherung. Zurzeit bin ich noch die letzten Wochen im Mutterschaftsurlaub. 

Mein Mann ist 39, gelernter Grafiker. Später hat er Marketing studiert und ist seit zehn Jahren in seinem eigenen IT-Unternehmen als Geschäftsführer tätig. Er arbeitet an vier Tagen die Woche, und das in einem 90-Prozent-Pensum. Das heisst: Er ist jeden Tag mindestens eine Stunde länger im Büro. So kann er am Montag auf die Kleinen schauen.

Einnahmen:

Wir haben zusammen ein Nettoeinkommen von 15’710 Franken pro Monat. Wobei mein Mann 9960 Franken verdient und ich 5150 Franken. Dazu kommen die Kinderzulagen von 600 Franken pro Monat. 

Ausgaben: 

Wohnen: Wir wohnen in der Stadt Zürich in einer Fünfzimmerwohnung mit Gemeinschaftsgarten. Die Wohnung ist schön, hell und geräumig. Unsere Kinder teilen sich Schlaf- und Kinderzimmer. Dafür haben wir ein Esszimmer und ein separates Wohnzimmer. Die Miete beträgt 3600 Franken. Dazu kommen monatlich Nebenkosten von 280 Franken.

Externe Kinderbetreuung: Die beiden älteren Kinder gehen zweimal pro Woche in die Kita. Wir zahlen dafür derzeit 1570 Franken pro Monat – obwohl die Stadt Zürich einen Teil der Kosten übernimmt. Sobald wir unseren jüngsten Spross auch in die Kita bringen, werden sich die Kosten erhöhen. 

Telefon, Internet, Abos und Mitgliedschaften: Die Telefonkosten meines Mannes übernimmt sein Geschäft. Mein Telefonabo kostet pro Monat 25 Franken. Für das Internet geben wir monatlich 43 Franken aus. Wir haben diverse Abos wie Spotify, Netflix und Icloud. Das kostet uns 52 Franken pro Monat. Und: Ich habe ein NZZ-Digital-Abo. Auch wenn ich mit drei Kindern nicht viel Zeit zum Lesen habe, zahle ich trotzdem jeden Monat 30 Franken. Dazu kommen pro Jahr 335 Franken Serafe-Gebühren. Wir haben beide eine Rega-Gönnerschaft. Das kostet uns jährlich je 40 Franken. 

Versicherungen und Gesundheitskosten: Die Hausratversicherung und die Privathaftpflichtversicherung kosten uns im Jahr 500 Franken. Wir zahlen jeden Monat insgesamt 1233 Franken Krankenkassenprämien für die ganze Familie (Grund- und Zusatzversicherung).

Für unsere Kinder zahlen wir je 150 Franken Prämie pro Monat. Wir haben beide die höchstmögliche Franchise von 2500 Franken gewählt. Mein Mann geht nicht oft zum Arzt, und ich war mehr oder weniger die letzten vier Jahre schwanger und musste weder Franchise noch Selbstbehalt zahlen, da ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt die Kostenbeteiligung entfällt.

Mein Mann und ich gehen einmal pro Jahr zur Dentalhygiene. Das kostet uns je 200 Franken. Dazu kommen 150 Franken pro Jahr für meine Kontaktlinsen.

Kinder zu haben, ist für eine Beziehung herausfordernd und bietet viele Reibungspunkte. Deshalb gehen wir einmal pro Monat in die Paartherapie. Das kostet uns 180 Franken pro Monat, bringt in unsere Beziehung und das Elternsein aber viel Entlastung. 

Mobilität: Entweder flitze ich mit meinem E-Bike und dem Kinderwagenanhänger durch die Stadt, oder wir nehmen die öffentlichen Verkehrsmittel. Wir beide haben ein SBB-Halbtax und ein Zürcher-Verkehrsverbund-Abo. Das kostet uns jährlich 920 Franken. Dazu kommen die monatlichen Besuche bei den Grosseltern im Zürcher Oberland. Dafür geben wir ungefähr 70 Franken pro Monat aus. Ein Auto haben wir nicht. Mein Mann besitzt aber eine zehn Jahre alte Vespa. Für Benzin, Reparaturen und Unterhalt gibt er jährlich 500 Franken aus.

Serie «Die Abrechnung»: So machen Sie mit

Haushalt: Wir kochen beide sehr gern und laden regelmässig Gäste zum Abendessen ein. Wir geben pro Woche ungefähr 500 Franken für Lebensmittel aus. Fleisch essen wir selten. Beim Einkaufen schaue ich auf die Qualität. Bei Früchten und Gemüse kaufe ich ausschliesslich Biolebensmittel. Wir gönnen uns gern eine gute Flasche Wein und mein Mann sich auch mal eine Zigarette. Dafür geben wir pro Monat ungefähr 60 Franken aus. Die Windeln kaufe ich als Monatspackung auf Galaxus. Das kostet mich pro Monat 160 Franken. 

Verpflegung ausser Haus: Zwei von drei Tagen arbeite ich im Homeoffice. Einmal pro Woche bin ich im Büro, dann gönne ich mir am Morgen einen Kaffee to go und hole mir was beim Take-away zum Mittagessen. Dazu kommt alle zwei Wochen ein Abendessen mit einer Freundin. Dafür gebe ich pro Woche 50 Franken aus.

Mein Mann geht vier Tage die Woche ins Büro und holt sich jeweils ein Sandwich beim Beck. Das kostet ihn pro Woche auch ungefähr 50 Franken. Mein Mann und ich versuchen, ein- bis zweimal pro Monat auswärts essen zu gehen oder etwas nach Hause zu bestellen. Dafür geben wir 350 Franken pro Monat aus. 

Kleidung: Ich kaufe mir ein- bis zweimal pro Monat ein Kleidungsstück oder ein Accessoire. Das kostet mich 300 Franken pro Monat. Mein Mann hingegen kauft einmal pro Jahr ein und gibt dafür ungefähr 1000 Franken aus. Kleidung und Schuhe mit Qualität sind uns wichtig.

Wie das so ist, wachsen die Kinder schnell aus ihren Kleidern und Schuhen raus. Es gibt zwei Whatsapp-Gruppen. Dort kaufe und verkaufe ich viele Sachen. Ansonsten stöbere ich mich durch Secondhandläden. Bei Schuhen und bei wetterfester Kleidung kaufe ich auch mal was Neues. Insgesamt gebe ich für Kinderkleider im Monat durchschnittlich 200 Franken aus. 

Freizeit: Mein Mann geht einmal pro Woche zum Quartierfussball. Das ist gratis. Ich gehe einmal pro Woche in einen Fitnesskurs. Das kostet mich 30 Franken. Wir haben zwei Jahresabos vom Zürcher Zoo. Das kostet 230 Franken pro Jahr. Für Ausflüge, etwa eine Schiffsfahrt auf dem Zürisee, oder einen Sing- und Tanzkurs für die Kinder geben wir pro Monat nochmals 200 Franken aus.

Ferien: Wir machen einmal pro Jahr Familienferien. Letztes Jahr waren wir in der Toskana im Rekadorf. Dafür haben wir für zehn Tage 2500 Franken ausgegeben. Dazu kommt einmal pro Jahr ein Wellnesswochenende oder ein Städtetrip ohne Kinder. Entweder gehen wir zusammen oder jeder für sich allein mit Freunden. Das kostet uns nochmals je 1225 Franken oder eben 2450 Franken zusammen. 

Wollen auch Sie wissen, wo Ihr Geld hinfliesst?

Hier können Sie die  Tabelle zum Selberberechnen herunterladen.

Steuern: Letztes Jahr haben wir rund 15’000 Franken gezahlt. Das ist etwa gleich viel, wie wir vor drei Jahren gezahlt haben. Damals hatten wir erst ein Kind, dafür waren unsere Löhne tiefer. Kinderabzüge und Lohnerhöhung halten sich bei der Auswirkung auf die Steuerrechnung also ziemlich die Waage.

Altersvorsorge: Seit der Heirat vor sechs Jahren zahlen wir beide den Maximalbetrag in die dritte Säule ein. Dafür legen wir jeden Monat 1180 Franken auf die Seite. Eine Lebensversicherung haben wir nicht. Aus dem einfachen Grund: Wir haben uns nicht darum gekümmert.

Luxus: Ich habe mir letzten Sommer aus unserem Ersparten ein E-Bike für 3500 Franken gekauft. Das war sehr teuer, aber es hat sich definitiv gelohnt. Ich gehe zwei-, dreimal pro Jahr zum Coiffeur, inklusive Haarefärben. Dafür gebe ich im Jahr 900 Franken aus. Im Sommer gönne ich mir gern eine Pediküre. Das kostet pro Mal 90 Franken. Mein Mann kauft sich gern eine gute Flasche Whiskey. Dafür gibt er 100 Franken aus. 

Sparen: Vor zwei Jahren haben wir das erste Mal ein Budget aufgestellt. Damals wollten wir 2000 Franken pro Monat auf die Seite legen. Heute haben wir 10’000 Franken auf der Seite. Der Plan ist also nicht aufgegangen. Mein Mann und ich haben immer mal wieder Diskussionen über unseren Kontostand und unsere Ersparnisse. Dank der Serie «Die Abrechnung» wissen wir nun, wohin unser Geld fliesst. Wir können ungefähr 1500 Franken auf die Seite legen. Das Geld benötigen wir für grössere Ausgaben wie etwa mein E-Bike. 

Alle Folgen der Serie

Wie spüren wir die Inflation?

Die Miete hat sich letzten Herbst um 200 Franken erhöht. Das liegt einerseits am gestiegenen Referenzzinssatz, anderseits an den gestiegenen Nebenkosten. Wir haben eine Gasheizung. Auch beim Einkaufen merken wir, dass die Lebensmittel teurer werden. Letztes Mal wollte ich nur ein, zwei Dinge für einen simplen Risotto einkaufen, und das kostet mich gleich 60 Franken. Das ist schon krass. 

So fühle ich mich:

Ich komme gut klar mit dem, was uns zur Verfügung steht. Ich kaufe gern mal was Schönes und achte beim Essen wie auch bei der Kleidung auf die Qualität. Das ist mir wichtig. Und: Wir sind privilegiert und können uns das auch leisten.

Die steigenden Mietpreise in der Stadt bereiten mir schon ein wenig Bauchschmerzen. Das ist ein grosser Posten auf unserer Ausgabenseite. Wir wollen aktuell in der Stadt wohnen und nehmen die hohen Mietkosten in Kauf, weil wir die Abwechslung und das grosse kulturelle Angebot schätzen. Mal schauen, wie es in Zukunft aussieht. Mein Mann möchte gern mehr Geld auf die Seite legen. Ich bin zufrieden, wie es auf unserem Sparkonto aussieht. Sparen steht bei mir nicht im Vordergrund. 

Aufgezeichnet von Katrin Reichmuth