Der 52-jährige Peter Ulrich ist Professor für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen (HSG). Er ist Mitbegründer des 1999 gegründeten «Netzwerks für sozial verantwortliche Wirtschaft».

Der Verein will mithelfen, «die weitere gesellschaftliche Entwicklung in gute Bahnen zu lenken». Dazu müssten die Strategen der Wirtschaft «über den kurzfristigen wirtschaftlichen Erfolg hinaus auch an die gesellschaftlichen Folgen ihrer Entscheide denken». Unter den rund 100 Mitgliedern sind 35 Hochschullehrkräfte sowie 40 Manager und Unternehmensberater.

Die negativen Folgen der entfesselten globalen Wirtschaft seien einschneidend, stellt das Netzwerk fest:

  • Die Produktion wird in Tieflohnländer verlagert.
  • Weniger gut qualifizierte Arbeitskräfte fallen der Technisierung zum Opfer.
  • Geld wird wichtiger als Arbeit.
  • Der Einfluss von Staat und Gewerkschaften auf die Wirtschaft schwindet.
  • Der Gewinndruck der Börsenanleger schränkt den Spielraum der Firmen ein.
  • Arbeitslosigkeit, Lohndruck, Angst, Stress und der «Verfall des mitmenschlichen Umgangs am Arbeitsplatz» sind die Folgen.

Mittelfristig möchte das Netzwerk einen «Codex für verantwortliches wirtschaftliches Handeln» erarbeiten. Bei jeder Tätigkeit müsse sich ein Wirtschaftsführer über den Sinn und seine soziale Verantwortung klar werden. Zudem seien Eingriffe der Politik «unerlässlich». Der Staat müsse allerdings «den Mut und die Mittel haben, sie zu treffen».

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Buchtipp

  • Peter Ulrich: «Integrative Wirtschaftsethik Grundlagen einer lebensdienlichen Ökonomie.» Haupt-Verlag, Bern 1998, 68 Franken