Taman Choschnau ist mit seinem Taxi auf der Zürcher Seebahnstrasse unterwegs, als er einen brennenden Baum bemerkt. Er verlangsamt die Fahrt, da reisst ein Mann die Beifahrertür auf und steigt ein. Der Mann riecht nach Benzin, er hat einen Kanister ­dabei und ein Feuerzeug. Er beschimpft Choschnau, verlangt, ihn zu einem Klub zu fahren – sonst stecke er das Taxi in Brand. «Er sagte, er wolle den Klub ab­fackeln. Ich dachte: Jetzt ists vorbei.»

Choschnau fährt erst seit ein paar Monaten Taxi. Weil er studiert, arbeitet er meist in Wochenendnächten. Er hat bereits einige Erfahrung mit Gästen, die zu viel trinken und aggressiv werden. «Aber der Mann war nicht betrunken, er war wie von Sinnen», sagt der 23-Jährige.

Choschnau fährt los. Unterwegs befiehlt ihm der Mann, rote Ampeln zu überfahren. «Mit der Zeit dachte ich: Ich bin gefasst, ich kann reagieren, wenn er versucht, mich anzuzünden, meine Jacke ausziehen», ­erzählt Choschnau, «aber die Leute, auf die er es abgesehen hat, wären völlig überrascht.» Er biegt in die Langstrasse ein in der Hoffnung, auf eine Polizeipatrouille zu ­treffen. Tatsächlich: Eine Streife kontrolliert gerade einen Passanten. Choschnau ­beschleunigt und lässt die Scheinwerfer ­aufblitzen, um Aufmerksamkeit zu erregen. «Mein Beifahrer dachte, ich rase an ihnen vorbei.» Aber Choschnau tritt brüsk auf die Bremse und hält – direkt vor den Polizisten. Diese reagieren blitzschnell. Sie reissen den Mann mit dem Kanister aus dem Wagen, ­bevor dieser weiss, wie ihm geschieht. Choschnau ver­mutet, jemand habe gesehen, wie der Brandstifter ins Taxi gestiegen sei, und habe die Polizei alarmiert. Aber erst dank Choschnaus überlegter Tat konnte der Mann vor dem Klub aufgehalten werden, und niemand kam zu Schaden.