Der Kanton Bern muss sparen, die Regierung schnürte ein millionenschweres Sparpaket. Betroffen sind auch die Schulen in der Region Thun. In Steffisburg will man die siebte Klasse Sek auflösen, die Schülerinnen und Schüler aus dem Schulhaus Zulg sollen auf bestehende Klassen aufgeteilt werden.

Allerdings: Die Behörden machten die ­Rechnung ohne die 13-jährigen Schülerinnen Selina Schneeberger, Laura Schwarz, Luana Burkhard, Svenja Schiffmann, Leana Kocher und Moana Pauli (von links nach rechts). Ihnen passt der Entscheid überhaupt nicht. «Wir hatten eine super Klasse ohne Mobbing, alle wurden akzeptiert und fühlten sich wohl. Weil unser Zusammenhalt so gut war, haben wir uns entschlossen, zusammen ­gegen die Klassenschliessung zu kämpfen», sagt Selina Schneeberger.

Die Mädchen setzen sich hin und verfassen einen Leserbrief an die Tageszeitung «Bund» sowie ein Protestschreiben an die Schulleitung. Nicht weniger als acht ­Argumente gegen die Schliessung bringen sie vor. «Wenn bei 26 Teenagern in der ­Klasse auch nur die Hälfte eine Frage stellt, ist nur schon durch die Beantwortung der Fragen die halbe Lektion um», heisst es im Protestschreiben. Durch den Leserbrief wird die «Bund»-Redaktion auf die ­Mädchengruppe aufmerksam und publiziert einen grossen Bericht.

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«Für die Aktion haben die Mädchen viel Mut gebraucht, denn sie mussten vor der Schulleitung dafür geradestehen», sagt Klassenlehrerin Jacqueline Heinzmann. Und auch Schulleiter Thomas Jost hat Verständnis für die Aktion: «Ich finde den Einsatz bemerkenswert.» In der Sache allerdings blieb Jost hart, die Klasse wurde geschlossen.

Die Steffisburger Mädchen würden trotzdem wieder so handeln: «Wir wollten auch für nachfolgende Klassen kämpfen, denen das Gleiche passieren könnte.»