Dereliktion

Von
Veröffentlicht am 04.08.2017

Wer eine Sache derelinquiert, will nicht mehr deren Eigentümer sein. Von einer Dereliktion ist demnach die Rede, wenn eine Person ihr Eigentum an einer Sache freiwillig aufgibt, ohne dass sie es auf eine andere Person überträgt. Wer beispielsweise ein Buch wegwirft oder ein Möbel mit einem «Zum Mitnehmen»-Schild versieht und auf die Strasse stellt, bringt zum Ausdruck, dass er sein rechtliches Eigentum daran aufgegeben hat und die Sache derelinquieren will. Zumindest vorübergehend gehören die Sachen niemandem mehr, sie werden zwischenzeitlich – bis sie sich jemand aneignet – zu herrenlosen Sachen. Doch nicht nur bei Mobilien, sondern auch bei Grundstücken ist eine Dereliktion möglich. Dafür genügt es jedoch nicht, das Grundstück zu verlassen und nie wieder darauf zurückzukehren. Vielmehr muss der Verzicht im Grundbuch eingetragen werden.

Anzeige