Beobachter: Wie vertragen sich Medikamente gegen Schmerzen und Schlafmittel?
Christof Ammermann: Im Prinzip problemlos, meist ergänzen sie sich sinnvoll: Schlaffördernde Medikamente können die Wirksamkeit von Schmerzmitteln unterstützen. Ebenso können Schmerzmittel eine harmonisierende Wirkung haben, die auch schlaffördernd ist.

Beobachter: Braucht es immer beides, Schmerz- und Schlafmittel?
Ammermann: Im Bei akutem Schmerz, nach Operationen oder Verletzungen etwa, kann es sinnvoll sein, nur Schmerzmittel zu verabreichen. Je nach Situation sind aber auch Mittel zur Schlafförderung oder Beruhigung nötig. Anders beim chronischen Schmerz: Hier ist die alleinige Gabe von Schmerzmitteln selten sinnvoll. Oft schafft sie sogar mehr Probleme, als sie löst. Ich denke da zum Beispiel an Medikamentenkopfschmerz nach langer Einnahme von Aspirin gegen Kopfschmerzen.

Beobachter: Können auch alternative Schlafmittel wie Baldrian helfen?
Ammermann: Ja, die positive Wirkung von pflanzlichen Beruhigungsmitteln wie Baldrian scheint mir hinreichend belegt. Doch bei schweren Schlafstörungen und Schmerzkrankheiten ist die Wirkung oft nicht ausreichend.

Beobachter: Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll?
Ammermann: Wenn sich jemand nutzlos und in seiner Existenz bedroht fühlt, weil er die erwartete Leistung nicht mehr bringt. Zu prüfen ist dann auch der Einbezug der Familie. Gänzlich ohne medikamentöse Unterstützung oder Rehabilitationsmassnahmen wird es aber kaum gehen.

Beobachter: Was können Betroffene tun, um besser schlafen zu können?
Ammermann: Nicht gegen sich und den Zustand kämpfen, sondern versuchen zu begreifen, was miteinem los ist und was sich ändern muss. Bloss Medikamente nehmen, das ist, als pumpe man einen platten Pneu immer wieder auf, statt ihn zu reparieren.

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