Jedes Mal, wenn Marc Biver versucht, die Werberechte, die er von den Schweizer Skirennen erworben hat, an Sponsoren weiterzuverkaufen, klopft er auch bei seinem Freund Franz Julen an. Der ist heute Generaldirektor bei Intersport und hält für Biver stets dieselbe Antwort parat: «Danke für die Anfrage, aber der Skirennsport ist zu teuer.»

Nicht, dass Franz Julen seine Vergangenheit verleugnen würde: Der Zermatter, der 1984 bei den Olympischen Spielen in Sarajevo die Goldmedaillenski seines Bruders Max geschliffen und gewachst hat, ist noch immer bekennender Skifan. Er schwärmt von der Sportart in der freien Natur, vom blauen Himmel als Kulisse, von der Attraktivität der Rennen. Doch seine Euphorie lockt ihm keinen einzigen Franken aus der Tasche.

«Der "return on investment" ist nicht gegeben», sagt Julen. «Der Gegenwert, den man für sein Geld erhält, ist noch immer etwa gleich wie 1992. Aber der Preis ist drei Mal so hoch.» Die Folge: Intersport-Werbung sieht man beim Tennis, beim Fussball, beim Eishockey oder beim Handball. Dort, so Julen, gebe es auch mehr Sicherheit: keine Wetterprobleme; Banden, die mit Garantie im Bild sind und nicht durch reinen Zufall.

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Nur noch zwei Sponsoringfirmen

So wie Julen denken viele Geschäftsleute. Der Skirennsport, so scheint es, ist nur noch für zwei Schweizer Grossfirmen interessant: Swissair und Credit Suisse. Swissair hat soeben ihren Vertrag mit Swiss Ski um zwei Jahre verlängert und steckt weitere sieben Millionen ins alpine Nationalteam, das dafür in schmucken schwarzen Anzügen mit Swissair-Logo herumfährt. Die CS Group ist ebenfalls mit dabei, aber auf andere Art. Sie kaufte ein Sponsoringpaket bei der Firma Media Partners, die rund die Hälfte aller Skirennen (fast alle ausserhalb der Schweiz und Österreichs) vermarktet. Als Gegenwert dafür gibts Werbung auf den Startnummern, am Starthäuschen und auf den Banden.

Im Gegensatz zu Biver bietet Media Partners auch eine europaweite Übertragungsgarantie im Fernsehen. Die Firma mit Sitz in Lugano sichert sich neben den Werberechten nämlich stets auch die Fernsehrechte. Derart kann sie selber dafür sorgen, dass die Werbung perfekt ins Bild gerückt wird. Die CS hofft, auf diesem Weg ihren Namen fürs E-Business durch Europa zu tragen.

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Andere Geldinstitute sind da weniger optimistisch. Die UBS zum Beispiel hat nach dem letzten Winter die Zusammenarbeit mit dem Skiverband beendet. Von Peter Müller über Vreni Schneider bis zu Paul Accola hatten fast alle erfolgreichen Schweizer des letzten Jahrzehnts für die Bank geworben. Die Beendigung des Engagements habe allerdings nichts mit der fehlenden Attraktivität des Skisports zu tun, heisst es bei der UBS. Es sei lediglich der letzte Schritt bei der Bereinigung der Sponsoringaktivitäten, der nach der Fusion von Bankgesellschaft und Bankverein notwendig geworden sei.

Die UBS entschied sich für eine Fortsetzung des Engagements im Snowboard und gegen den Skirennsport, obwohl die Fernsehpräsenz der beiden Sportarten das Umgekehrte nahe legen würde. Für Snowboard sprach die klar definierte Zielgruppe, die bei den Events in der Halfpipe angesprochen werden kann. Das Skipublikum dagegen besteht zum grossen Teil aus werbemässig wenig attraktiven «Hausfrauen, die bügeln», wie Marc Biver sagt. «Wer sonst soll denn an einem Mittwochmorgen hinschauen?»

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