Wirklich flexibel ist ein Wohnhaus, wenn sowohl durch kleine Eingriffe als auch durch bauliche Massnahmen Veränderungen möglich sind. Leicht zu bewerkstelligen ist die Aufteilung eines Raums durch eine Tür, die sich ein- und aushängen lässt, durch ein Möbelstück als Raum trennendes Element, Vorhänge als Abtrennung, eine improvisierte Trennwand oder einen Paravent. Flexibilität verleihen auch ein- und wieder ausbaubare Gipskartonwände. Solche einfachen Methoden sind allerdings teils mit Schallproblemen verbunden.

Am besten ist es natürlich, wenn die Möglichkeit allfälliger baulicher Eingriffe von Anfang an mit einkalkuliert wird. Zum Beispiel indem schon beim Bau der Installationsschacht so gelegt wird, dass später eine zweite Nasszelle oder eine zusätzliche Kochgelegenheit erstellt werden kann. Oder indem der Ausbau von Keller oder Dachstock eingeplant wird. Überdies sollte das Gebäude auf dem Grundstück so platziert sein, dass ein späterer Anbau möglich ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Wohnungen und einzelne Gebäudeteile so anzuordnen, dass sie miteinander verbunden und auch wieder getrennt werden können. Ein separates Zimmer mit eigenem Zugang vom Treppenhaus und mit eigener Nasszelle lässt sich zum Beispiel als zusätzliches Individualzimmer oder als Büro nutzen. Wenn bei übereinander liegenden Maisonnettewohnungen die Treppen und Erschliessungsbereiche entsprechend angeordnet werden, ist wahlweise die Unterteilung in zwei Geschosswohnungen möglich oder die Zusammenlegung zu einer grossen Familienwohnung über zwei Stockwerke.

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