Franziska Gerber*, Betreute im Wohnheim Höchmatt in Schwarzenegg, ist ganz aufgeregt und kann es kaum erwarten. Sie darf an diesem Nachmittag das Band zur Eröffnung des neuen Hühnerstalls durchschneiden. Der Abschluss eines Projektes, welches auch durch die grosszügige Unterstützung von unseren Spenderinnen und Spendern ermöglicht werden konnte.

Nach der kurzen Ansprache durch Heimleiterin Tanja Wulff ist es endlich so weit: Stolz und mit einem ansteckenden Lachen im Gesicht schneidet Franziska Gerber das orange Band am Eingang zum Hühnerstall durch. Später erzählt sie bescheiden: «Eigentlich ist es mir ja gar nicht so recht wohl, wenn es so viele Leute hier hat.»

Die Hühner befinden sich in Transportboxen, von wo die Bewohner der Höchmatt sie mit sicheren Handgriffen in ihren neuen Stall tragen. Man sieht: Hier sind Leute mit Erfahrung im Umgang mit Tieren am Werk, die ihre Aufgabe pflichtbewusst und zufrieden erfüllen.

Die Neuankömmlinge von der Rasse Schweizerhuhn, mit ihrem robusten Körperbau und dem ruhigen Gemüt, sind genau das Richtige für die Höchmatt, wo auch Biodiversität gross geschrieben wird. Dank dem Einsatz von Pro Specie Rara und Züchtern, wozu die Höchmatt mit ihrer Zuchtgruppe nun zählt, kann das Schweizerhuhn vor dem Aussterben bewahrt werden. Mit ihrem schneeweissen Gefieder und dem roten Kamm gleichen sie den weissen Leistungs-Legehennen, legen aber nur etwa halb so viele Eier pro Jahr und können als sogenanntes Zweinutzungshuhn auch für ihr Fleisch verwendet werden.

Tägliche Rituale, wie die Arbeit mit den Tieren oder andere Landwirtschaftsarbeiten, sind sehr wichtig und ein fester Bestandteil der Höchmatt. Das ist nicht etwa bloss ein Beschäftigungsprogramm, sondern eine tatsächlich erforderliche und geschätzte Arbeit. Lernt man die Menschen auf der Höchmatt kennen, dann weiss man: Das passt sehr gut an diesen Ort.


*Name geändert

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Quelle: Beat Handschin