Zwei quengelnde Kinder können auf einen Schlag ein Loch von 668 Franken ins Portemonnaie reissen – wenn man am Steuer sitzt, ihretwegen abgelenkt ist, ein signalisiertes Abbiegeverbot übersieht und zwei Sicherheitslinien überfährt. Dies musste Moritz Eberhardt (Name geändert) schmerzlich erfahren. Per Telefon wurde er von der Stadtpolizei Zürich darüber informiert, dass der polizeiliche Assistenzdienst ihn bei diesem verbotenen Fahrmanöver beobachtet hatte. Gleichzeitig beschwichtigte ihn der Beamte: «Er sagte, ich müsse mir keine Gedanken machen. Die Busse werde um die 200 Franken betragen», erinnert sich Eberhardt.

Entsprechend überrascht war er, als die Bussenverfügung des Stadtrichteramts eintraf. Das Verdikt: 350 Franken Busse plus 318 Franken Verfahrenskosten. «Dieser Betrag ist in meinen Augen völlig unverhältnismässig», sagt Moritz Eberhardt, zumal er keine Menschenleben gefährdet habe. Wer regelmässig im Strassenverkehr unterwegs ist, kann Eberhardts Frust und Unverständnis nachvollziehen. Wie kann es für eine scheinbar harmlose Verfehlung zu einer solch hohen Busse kommen?